Lahm und Klose schalten sich in die Taktikdebatte beim FC Bayern ein: Spielt die Mannschaft zu offensiv? Im Champions-League-Achtelfinale soll jedenfalls Luca Toni helfen.
Es ist noch nicht so lange her, dass das 3:2 des FC Bayern gegen Olympique Lyon als echter Klinsmann-Sieg gefeiert wurde. "Mitreißend" nannten die Nachrichtendienste diesen Sieg im Vorrundenspiel der Champions League, und es sah fast so aus, als hätten sich hier zwei Parteien verstanden: Der Trainer Jürgen Klinsmann hatte den Bayern einen offensiven, international tauglichen Fußball beigebracht, sich von den Verantwortlichen des ruhmreichen Klubs aber gleichzeitig ein paar kühne Experimente ausreden lassen.
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Luca Toni hat in der laufenden Champions League Saison erst einmal getroffen. Jürgen Klinsmann hofft auf den Einsatz des Stürmers gegen Sporting Lissabon. (© Foto: afp)
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Zehn Wochen später, vor dem Achtelfinal-Hinspiel bei Sporting Lissabon, hat man nun nicht mehr direkt das Gefühl, dass hier irgendwer irgendwen versteht: Spätestens nach dem 1:2 gegen Köln steckt der Klub in der Krise - auch wenn prominente Vertreter wie Philipp Lahm "Probleme mit dem Wort Krise" haben.
Zur aktuellen Ergebniskrise haben sich nun ein paar Anmerkungen aus der Kabine gesellt, die sich inzwischen zur handfesten Taktikdebatte verdichtet haben. So erinnerte Lahm am Montag daran, dass man in besagtem Lyon-Spiel mit einer 3:0-Führung im Rücken "zu offensiv gespielt" habe. "Die hatten fünf Hundertprozentige, um sogar noch zu gewinnen."
"Kritik entfacht in mir noch mehr Ehrgeiz"
Und Miroslav Klose analysierte im Kicker, man sei immer dann am stärksten gewesen, "wenn wir kompakt standen", womit er eine Empfehlung für Lissabon verband: "Da jetzt Dampf zu machen und nach vorne zu rennen, wäre falsch." Die Signale sind kaum mehr zu überhören: Dem offensivfreudigen Trainer wird eine defensivere Denkungsart ans Herz gelegt.
"Kritik entfacht in mir noch mehr Ehrgeiz. Ich bin eine Natur, die, wenn es schlecht läuft, sich noch mehr in die Arbeit reinhängt", sagte Klinsmann kämpferisch. Er baut auf zweierlei. Erstens darauf, dass die Bayern bislang in der Champions League klar besser abschneiden als in der Bundesliga - und zweitens auf Luca Toni.
Der Italiener konnte wegen Achillessehnen-Beschwerden auch am Montag nicht mit dem Team üben, wird aber am Dienstag mit nach Portugal reisen. "Ich bin noch nicht komplett fit, aber ich werde alles dafür tun. Es sind noch zwei Tage", sagt Toni. Zwei Tage bis zum Sieg - oder dem Fortgang der Debatte.
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(SZ vom 24.02.2009/cpah)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
Werter ErichR. U. Hoeneß/K. Rummenigge (frei übersetzt): "Mit Spielern wie Kroos, Hummels oder Jansen kann man keinen Blumentopf gewinnen." Nun wollen die Bayern ja keine Blumetöpfe, sonder die CL gewinnen. Leider habe ich den Eindruck, betrachtet man die Personalpolitik, so herrscht in diesem Verein ein totales Tohuwabohu.
Das Bemühen der Münchener, wieder Anschluss an die europäische Spitze zu erlangen, ist in der Tat als 'halbherzig' zu bezeichnen.
Herr Kantor, da Sie verstehen, was ich meine, können Sie mir vielleicht helfen: Warum wurden denn dann im Besonderen Spieler abgegeben, die die Anlage mitbrächten, dieses System zu spielen, während andere geholt und gehalten wurden, die dies nicht können?
Das erschließt sich mir nicht.
Natürlich können die Bayern noch zahlreiche Titel in dieser Saison gewinnen - nur - man mag mich korrigieren, waren die Anhänger und das Umfeld der Münchner eines bestimmten Spielsystems überdrüssig, das teilweise an Werder Bremen unter Otto Rehagel erinnerte - erfolgreich nur wenig schön anzuschauen (ausser für Fanfreunde des Kicker Sonderhefts bzw. der Tabelle). Man versprach sich mit einem frischeren Offensivfußball unter Jürgen nicht nur höhere Attraktivität, sondern auch die Möglichkeit wieder zu den großen Europas aufzuschließen.
Stellen Sie sich doch die Frage, Freunde des FCB, welcher Ihrer Spieler würde zu Arsene Wenger oder zu Sir Ferguson passen? Und ich wage zu behaupten, dass - freilich eine positive Entwicklung vorausgesetzt, dies eher für Marcel Jansen, Toni Kroos oder Mats Hummels gelten mag, als Für Oddo Otto, Luca Toni oder Herrn Lell.
Daher wirkt dieses Konzept auf mich halbherig und ich kann mir gut vorstellen, dass die Münchner vom System her wieder auf altbewährtes zurückgreifen werden - nicht schön, auch nicht ausreichend für die internationalen Wettbewerbe, aber erfolgreich im nationalen Vergleich - mit oder ohne Jürgen.
allerortens, aber ich sage: das Experiment Klinsmann war´s wert! Gott sei Dank hat der FCB den sofortigen und automatischen Erfolg nicht für sich gepachtet! Wenn nicht wenigstens der eine oder andere Spieler Schwächen zeigen und der risikofreudige Trainer noch einen Lernprozess durchlaufen würde, wie könnte man sich als Fan dann überhaupt identifizieren? Und wie schön wird dann die Freude sein, wenn die Bayern am Ende TROTZDEM zwei Titel eingefahren haben:)
Meine Rede. Der FC Bayern hat für Offensivfußball nicht die geeigneten Spieler. Und das ist genau der Grund, weshalb jetzt manche Spieler 'zurückrudern'. Die sind teilweise einfach überfordert.
Ich weiss ja dass es wenig bringt, aber hätten die Bayernspieler den größten teil ihrer 100 %igen Torchancen in den letzten Spielen gemacht, müsste wir hier nicht Klinsmanns System groß in Frage stellen. Aber wenn die Dinger vorne nicht reingehen schauste am Ende blöd aus der Wäsche! Schade eigentlich!
Paging