Platz eins weg, Robben verletzt, Kader zu dünn und der Trainer macht Fehler: Das 1:2 gegen den VfB Stuttgart war für den FC Bayern ein herber Rückschlag.
Arjen Robben stand schon Minuten vor dem Schlusspfiff sprint- und dribbelunfähig an der Seitenlinie herum. Als Schiedsrichter Florian Meyer nach 92 Minuten abpfiff, ging er drei Schritte zum noch verschlossenen Eingang in die Stadion-Katakomben, wartete ungeduldig ein paar Sekunden, dann hob sich endlich die Bodentür und er zwängte sich so schnell wie möglich aus dem Innenraum, aus der Öffentlichkeit.
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Lange Gesichter: Nach der zweiten Bundesliga-Pleite in Serie verlor der FC Bayern die Tabellenführung an den FC Schalke. (© Foto: getty)
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Die Befindlichkeit des Stürmers aus den Niederlanden darf derzeit als pars pro toto, als Sinnbild für den ganzen FC Bayern gewertet werden. Von einem Entzücken ins nächste kam der Klub zuletzt durch die Streiche des Retters Robben, mit dem Höhepunkt im Pokal-Halbfinale in Schalke, wo sich Robben selbst und den ganzen Klub mit einem Hochgeschwindigkeits-Solo über 70 Meter plus 1:0 nach 112 Minuten berauscht hatte. Diesmal, drei Tage später zu Hause gegen den VfB Stuttgart, humpelte der 26-Jährige vom Platz, kurz vor Schluss erlitt er eine Verletzung in der Wadenmuskulatur und musste danach den Betrieb einstellen.
Schwere Spiele folgen
Das 1:2 gegen den VfB Stuttgart darf als herber Rückschlag gewertet werden für den Münchner Nobelklub. Es war die zweite Bundesliga-Niederlage in Folge, nachdem vor einer Woche schon die Frankfurter einen 0:1-Rückstand noch gedreht hatten. Der FC Bayern fiel nach dem 2:0-Sieg der Schalker am Samstagabend in Leverkusen wieder vom geliebten Platz eins, es folgen binnen zwei Wochen zwei Partien gegen Manchester United sowie die beiden Gastspiele in Schalke und Leverkusen. Ob und wie Arjen Robben daran teilnehmen wird, konnte nach dem Spiel gegen Stuttgart niemand beantworten. Für das Hinspiel am Dienstag gegen den englischen Tabellenführer legte sich Bayern-Trainer Louis van Gaal indes fest: "Es wird schwierig."
Dabei hat er, und wohl auch sein medizinischer Stab, durchaus Anteil an Robbens Malheur. Die ARD-Sportschau meldete, es sei erst eine halbe Stunde vor Beginn entschieden worden, den Stürmer trotz einer Wadenverhärtung auf die Bank zu setzen. Und weil das Offensivspiel in der ersten Hälfte arg stotterte, brachte van Gaal zur Pause nicht nur den geschonten Franck Ribéry, sondern eben auch Robben, um die Stuttgarter Abwehrlust mit der gefürchteten Flügelzange zu brechen. "Wir benötigten Spieler, die einen Gegner ausspielen, um vielleicht ein Tor erzielen zu können", sagte van Gaal später.
Die Entwicklung und die Personalentscheidungen van Gaals am Samstag verdeutlichten das Dilemma der Bayern. Während früher zwischen einem Pokal-Halbfinale und einem Champions-League-Viertelfinale fünf, sechs hoch veranlagte "Ergänzungsspieler" hineinrotiert waren, die die Bundesliga-Partie zumeist ordentlich nach Hause gespielt hatten, brachte van Gaal gegen Stuttgart nur einen neuen Spieler im Vergleich zur Startelf beim Pokal-Marathon in Schalke: Danijel Pranjic für Robben. Der Rest musste wieder ran.
Das lag einerseits daran, dass die Bayern zuletzt sechs Spieler entweder verkauften oder verliehen und den Kader arg ausdünnten. Andererseits scheint van Gaals Vertrauen in einige Verbliebene, wie Hamit Altintop, Anatoli Timoschtschuk oder gar Christian Lell und Andreas Görlitz gegen Null zu gehen.
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Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
Da muss der FCB nochmal in die Taschen greifen. Für die beiden Heilsbringer sollten zwei Rollatoren angeschafft werden.
Vielleicht spielen sie mal damit, dann hören vielleicht die dämlichen Verletzungen auf. Das ist ja nicht auszuhalten.
Wer glaubt denn noch daran, dass sie nach jedem Spiel ein anderes Wehwechen haben.
Lächerlich.
Und für van Gaal sollten sie eine Sänfte kaufen, mit der er vor jedem Spiel in die Arena getragen wird.
Als Fan des FCB geht mir die Truppe immer mehr auf den Keks.
Und am Samstag werden die Königsblauen die Rache ihres Chefs auf dem Platz vollenden. Das wäre zwar grausam, aber offensichtlich braucht die Vorstandsetage mal sowas, damit sie wieder auf den Boden zurückkehren.
Gegen ManU bitte keine Klatsche, in der Meisterschaft Platz 2 und den Pokal gewinnen (ich dreh durch, wenn Frings und Wiese was zum Jubeln haben). Mit dem Gewinn aus dem Rib-Verkauf den Kader sanieren und die Ziele höher stecken. Lieber eine durchdachte Kaderplanung aus eigenen Talenten und Topstars (dürfen auch gerne mal Geheimtipps sein, die nicht jeder schon aus DSF und Sportbild kennt) als Löcherstopfen mit den überteuerten üblichen Verdächtigen (Toni, Klose, Gomez). Bayern kann oder will sich eben keinen Benzema, Berbatov, Marquez, Deco, Anelka etc als Edelreservisten leisten.
Mal abgesehen von der Beurteilung der Personalie "Lucio" sind wir zwei der gleichen Meinung. Dass Ottl und Co zunächst ausgeliehen wurden sehe ich auch positiv, diese Spieler wären momentan nicht die nötige Verstärkung, können aber bei andern Clubs Wettkampfpraxis sammeln und dann wieder interessant werden für den FCB. Warum es in der Winterpause keine Zugänge gab weiß ich auch nicht. Ich denke aber dass vanGaal keine Spieler wollte, da er ja den Profikader bewusst dezimieren wollte, damit er im Training eine übersichtliche Anzahl Spieler hat (im totalen Gegensatz zu Magath!). Dass diese Anzahl nun soooo übersichtlich ist (nach Abzug von Sperren und Verletzungen) hat er wohl auch nicht mit gerechnet...könnte aber am Ende entscheidend sein.
Und wieder mal geht eine ersatzgeschwächte FCB Mannschaft ins Hinspiel des VF der CL gegen einen Topfavouriten....hoffentlich wiederholt sich die Geschichte nicht...
Gestern hiess es, es ist eine Frage der Zeit, wann sie (die Bayern) die Führung in der BL übernehmen, man gönnt den anderen Mannschaften für ein paar Spieltage die Meisterschaft.
Dann heisst es weiter, wer will die Bayern stoppen, wenn sie mal ein Spiel gewonnen haben, der Van Gaal wird als der große Meister der Fussballlehre dargestellt.
Geht ein Spiel mal verloren (gottseidank gibt es ja noch andere gute Mannschaften), dann ist der Untergang vorauszusehen gewesen.
Ich hoffe nur, dass die Zeit abgelaufen ist, dass nur eine Mannschaft in der BL den Ton angibt. So wie es seit einiger Zeit läuft, ist es gut. Einmal die oben, dann mal die anderen - und so weiter. Nur das bringt Zuschauer in die Stadien.
Ihnen zu widersprechen: weder Lucio noch Ze hätten zum Zukunftsprojekt gepasst (genausowenig wie Abgang Toni und die überalterten vBuyten und Klose, vom Dauerrisiko Demichelis ganz abgesehen). Auch die Leihgeschäfte Braafheid, Breno, Ottl sind durchaus sinnhaft: vielleicht bekommen die drei (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) die nötige Praxis und Wettkampfhärte, in München wäre das nichts mehr geworden. Der Fehler lag doch darin, dass im Winter überhaupt keine Verstärkungen geholt wurden, sondern bestenfalls hoffnungsvolle Ergänzungsspieler aus der zweiten Mannschaft. Zwei bundesligataugliche Neuzugänge (ein IV, ein MS) und van Gaal hätte eine Alternative zu Klose und zur Brechstange Buyten nach vorne und hohe Bälle. Mir ist schleierhaft, wie die Verantwortlichen nichts aus der Stürmerkrise der letzten Jahre lernen konnten, als entweder Toni oder Klose verletzt waren und Podolski nicht ernsthaft einzusetzen war. Wobei ich nicht beurteilen kann, ob vG zu Weihnachten keine neuen Spieler beim Vorstand beantragt hat oder er sie nur nicht bewilligt bekommen hat.
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