Fußball FC Barcelona meldet 77 neue Spieler

Neue Gesichter wird man in Barcelona trotz der ganzen Zugänge auch in Zukunft eher selten sehen.

(Foto: AFP)

Nach einem Jahr Transfersperre verfügt der FC Barcelona plötzlich über einen Haufen neuer Spieler. Darunter der angeblich beste Jugendspieler der Welt.

77 Neue auf einen Schlag: Champions-League-Sieger FC Barcelona hat am Tag nach Ablauf seiner Transfersperre gleich 77 neue Spieler beim Verband gemeldet. Die Katalanen durften nach einem Transferverbot durch den Internationalen Sportsgerichtshof (Cas) im Jahr 2014 weder im Winter 2014/15 noch im vergangenen Sommer neue Spieler verpflichten und dann einsetzen.

Der Cas reagierte mit seinem Urteil auf Verstöße bei der Verpflichtung minderjähriger Spieler, die zwischen 2009 und 2013 beim Verein registriert waren. Laut Fifa-Reglement darf ein Spieler nämlich nur dann international transferiert werden, wenn er mindestens 18 Jahre alt ist. Der betreffende Artikel 19 sieht drei Ausnahmen vor, die einen internationalen Transfer eines Minderjährigen möglich machen.

Etwa, wenn die Eltern des Spielers den Wohnsitz wechseln, der Umzug aber nichts mit Fußball zu tun hat. Außerdem sind Wechsel innerhalb der EU oder des europäischen Wirtschaftraumes schon ab 16 Jahren unter gewissen Vorraussetzungen möglich. Eine Ausnahme kann es auch für Spieler und Verein geben, die zwar durch eine Landesgrenze, aber höchstens durch 100 Kilometer getrennt sind. Barcelona habe in mindestens zehn Fällen gegen die Regeln verstoßen, weswegen der Cas die Katlanen neben einer Transfersperre über zwei Perioden auch noch zu einer Geldstrafe von 450 000 Franken verdonnerte.

Verstärkung für die Nachwuchsmannschaften

Zu den am Montag gemeldeten Zugängen gehören der 68-fache türkische Nationalspieler Arda Turan und Rechtsverteidiger Aleix Vidal, die Barca im Sommer trotz der Sperre für insgesamt rund 50 Millionen verpflichtet hatte. Bisher durften sie deshalb nur mittrainieren und in Testspielen mitwirken. Beide dürften am Mittwoch im Pokal gegen den Stadtrivalen Espanyol ihr Pflichtspieldebüt für die Katalanen geben.

Bei den 75 anderen Verpflichtungen handelt es sich um Spieler der 2. Mannschaft sowie der Jugendteams. Sie alle durften bisher nicht für Barcelona spielen. Betroffen war etwa der Südkoreaner Lee Seung-woo. Er wechselte im Alter von 13 Jahren nach Katalonien, durfte nach dem Cas-Urteil ein Jahr nicht in Pflichtspielen auflaufen, blieb aber beim FC Barcelona und rückt nun in die zweite Mannschaft auf. Er gilt unter Experten als einer der talentiertesten Nachwuchsspieler der Welt

Ursächlich für die Sperre durch Fifa und Cas war unter anderem ein kalifornischer Teenager namens Ben Lederman. Er war der erste US-Fußballer, der von Barcelona verpflichtet wurde. Er nannte sein Meerschweinchen "Messi", die New York Times berichtete über ihn. Weil er aber beim Transfer erst elf Jahre alt war, verstieß seine Verpflichtung gegen die Regularien. Weil er spielen wollte, wechselte er zurück in die USA.