Eintrittskarten für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sind begehrt: Der Server des DFB hatte nach Beginn der Bewerbungsfrist mit der Flut der Anfragen zu kämpfen.

Eineinhalb Jahre nach der Fußball-WM im eigenen Land haben die deutschen Fans schon wieder Lust auf ein Sommerfest mit der Nationalmannschaft: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nach der Öffnung des Internet-Ticketportals für die Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich (7. bis 29. Juni) am Dienstagvormittag um 10.00 Uhr einen riesigen Ansturm registriert.

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Bewerbungsfrist bis zum 12. Februar

Die Nachfrage für die insgesamt 14.400 Tickets für die deutschen Vorrundenpartien gegen Polen, Kroatien und Österreich war in der ersten Stunde derart groß, dass der Internetserver überlastet war und nur jede dritte Anfrage auch wirklich zur Bestellseite durchkam. Schon nach 45 Minuten mussten die DFB-Techniker reagieren und leiteten die Internet-Anfragen auf der Adresse www.dfb.de direkt zum Ticketportal weiter. Die Karten, um die sich die Interessenten bis zum 12. Februar um 24.00 Uhr im Internet bewerben können, werden bei einer Auslosung unter notarieller Aufsicht bis Ende Februar 2008 zugeteilt - "und zwar nur für ein Spiel, um so möglichst vielen Besuchern die Chance zu geben, live bei einem EM-Spiel dabei zu sein", wie der DFB mitteilte. Die Preise bewegen sich zwischen 45 Euro in der Vorrunde und 550 Euro für eine Topkarte beim Finale in Wien.

Insgesamt erhält der DFB 21.765 Karten für seine Spiele in der Vorrunde, doch nicht alle gehen in den freien Verkauf. "Jeder wird verstehen, dass wir aus diesen doch sehr kleinen Kontingenten unsere Gremien, die Bundesliga-Vereine, die Landesverbände, die Sponsoren und die Nationalspieler bedienen", erklärte Generalsekretär Wolfgang Niersbach: "Da sind schon erhebliche Kürzungen nötig. Aber es freut uns doch, dass wir immerhin einen Anteil von 70 Prozent einsetzen können für den Fan Club Nationalmannschaft, die Fan-Beauftragten und Fan-Projekte sowie eben alle anderen Gruppen."

Das Losverfahren gilt auch für den Einzug des deutschen Teams in die K.o.-Runde, wobei hier sogenannte Voucher zugelost werden, die im Falle der Qualifikation für die entsprechende Turnierphase gegen Original-Eintrittskarten eingetauscht werden. Hier stünden dem DFB weitere 22.000 Karten zur Verfügung, die wiederum zu etwa 70 Prozent (also rund 15.000) in den öffentlichen Verkauf kommen. Für die Spiele gegen Polen (8. Juni) und Kroatien (12. Juni) im Wörthersee Stadion Klagenfurt, das eine Kapazität von 30.000 Plätzen aufweist, erhält der DFB von der Uefa jeweils 5722 Karten, für das dritte Vorrundenspiel gegen Österreich (16. Juni) im Wiener Ernst-Happel-Stadion mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Besuchern, 10.321 Karten.

Der Schwarzmarkt dürfte blühen

Jeder Interessent kann maximal vier Karten bestellen, muss dabei seine persönlichen Daten und die seiner Begleitpersonen angeben. Für jede Karte fällt eine Verkaufsgebühr von fünf Prozent an, hinzu kommt für jede Bestellung eine Gebühr von 20 Euro für die Bearbeitung und den Versand. Der Gesamtpreis wird sofort nach der Zuteilung in Rechnung gestellt, auch für die Voucher. Sollte sich das DFB-Team nicht für weitere EM-Begegnungen qualifizieren, werden die einbezahlten Gelder innerhalb von acht Tagen rückerstattet.

Da der DFB für jedes der deutschen EM-Spiele bis zu 50.000 Karten hätte absetzen können, dürfte der Schwarzmarkt blühen. Eine Finalkarte, die normalerweise 550 Euro kostet, wurde im Internet bereits für knapp 5000 Euro angeboten. Im November 2007 waren 20.000 Ticketaufträge storniert worden, weil Schwarzmarkt-Handel befürchtet wurde. Für die Spiele ohne deutsche Beteiligung erhält der DFB keine Eintrittskarten. Diese wurden bereits im zurückliegenden Jahr über www.uefa.com abgesetzt.

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(sid/lsp)