Werder Bremen verschenkt beim 2:2 in Wien einen Sieg, bravouröse Hamburger gewinnen bei Celtic Glasgow und Herthas Albtraum geht auch gegen Heerenveen weiter.

Sieg für den Hamburger SV, Pleite für Hertha BSC, später Dämpfer für Werder Bremen: Mit gemischten Gefühlen ging für das Bundesliga-Trio der dritte Europa-League-Spieltag zu Ende. Die Hamburger gewannen mit 1:0 (0:0) bei Celtic Glasgow und steuern weiter Richtung Zwischenrunde. Nordrivale Bremen war ebenfalls dem Sieg nahe, verspielte aber in der Schlussphase eine von Claudio Pizarro herausgeschossene 2:0-Führung und musste sich mit einem 2:2 (1:0) bei Austria Wien begnügen. Noch bitterer verlief der Abend für Bundesliga-Schlusslicht Berlin, das zu Hause mit 0:1 (0:1) gegen den niederländischen Fußball-Erstligisten SC Heerenveen verlor.

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Der Schwede Marcus Berg erzielte in Glasgow den spielentscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg der Hamburger. (© Foto: Getty)

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Marcus Berg war für den Hamburger SV der Matchwinner im Hexenkessel von Glasgow. Durch den 1:0-Siegtreffer des Schweden ist für die Hanseaten das Tor zur Zwischenrunde der Europa League weit aufgestoßen. Der Neun-Millionen-Mann erzielte am Donnerstag im Spiel bei Celtic in der 63. Minute das Tor des Abends. "Euro-Berg" sorgte vor 45 000 Zuschauern im Celtic Park mit seinem 5. Europacup-Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg dafür, dass der Bundesliga-Zweite in der Gruppe C mit sechs Zählern hinter dem punktgleichen Tel Aviv (5:1 gegen Rapid Wien) Zweiter ist und am Sonntag mit neuem Selbstvertrauen zum Liga-Schlager gegen Schalke 04 fahren kann. Für die auch in der Liga schwächelnden Schotten sieht es nach nur einem Punkt aus drei Spielen finster aus.

Mit Berg gegen die Sturm-Misere

Gegen das seit drei Spielen sieglose Celtic versuchte Bruno Labbadia, aus der Not eine Tugend zu machen. Doch die Sturm-Misere konnte er mit seinen Umstellungen nicht entscheidend lindern. Für Piotr Trochowski brachte der HSV-Trainer Jonathan Pitroipa, der Berg zwar die erste Chance auflegte (14.), ansonsten aber wie auch Eljero Elia wenig gefährlich agierte. Überdies fehlte der am Knie verletzte Jung-Nationalspieler Jerome Boateng, der kurz vor dem Spiel endgültig passen musste und vom Tschechen David Rozehnal ersetzt wurde. Marcell Jansen war dagegen nach wochenlanger Verletzungspause anstelle von Tolgay-Ali Arslan erstmals wieder mit von der Partie. Der Nationalspieler mühte sich ordentlich und hätte in der 30. Minute bei etwas Glück die Führung erzielen können. Sein mutiger Volleyschuss ging jedoch in die Wolken.

Allerdings zeigte auch Jansen Schwächen in der Defensive, die schon in der 13. Minute einen gemeinschaftlichen Blackout hatte. Scott Brown kam frei zum Schuss, vergab aus fünf Metern aber leichtfertig. Kurz vor der Pause schließlich "bettelte" der HSV förmlich um das 0:1. Zunächst stand Shaun Maloney mutterselenallein vor Keeper Frank Rost, weil die Abwehr auf Abseits spekulierte. Doch der Schotte vergab ebenso kläglich wie Scott McDonald nur wenige Sekunden danach.

So konnte der HSV das torlose Unentschieden mit Glück in die Pause mitnehmen, aus der beide Teams unverändert zurückkamen. Die Gastgebersuchten nun in fünf außerordentlich starken Minuten die Entscheidung. Doch wie schon bei der torlosen Generalprobe gegen den FC Motherwell trafen die Grün-Weißen das Tor nicht. Elia allerdings auch nicht, dessen Schuss (51.) gegen die Latte krachte.

Als sich die 3000 mitgereisten Hamburger Fans schon mit einer weiteren Nullnummer abgefunden hatten, schlug Berg gnadenlos zu. Zé Roberto hatte ihn mustergültig bedient und der schon als Fehleinkauf gebrandmarkte Schwede ließ Glasgows Keeper Artur Boruc mit einem prächtigen Schuss aus 18 Metern nicht den Hauch einer Chance. Der HSV zog sich danach weitestgehend zurück und erlebte in der 80. Minute nochmals eine Schrecksekunde, als der eingewechselte Patrick McCourt nur knapp verfehlte.

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