Zu jung, zu unerfahren, zu leise: Der Test gegen Argentinien führte der DFB-Elf im Hinblick auf die WM ihre Schwächen vor Augen. Auch Bundestrainer Löw hatte daran seinen Anteil.
Je weiter die Uhr auf Mitternacht zulief, umso häufiger fielen die Worte "Abstimmung" und "Feinheiten". Bisweilen auch die Kombination "Feinabstimmung". Torwart Adler müsse sein Rauslaufen mit Verteidiger Mertesacker abstimmen, Schweinsteiger müsse die Feinabstimmung mit Ballack verbessern, und so weiter. Die ersten Ausführungen aus dem DFB-Tross hörten sich nach Kleinigkeiten an, nach ein bisschen Trainingslager in Südtirol - und dann klappt das schon bei der WM. Die zweiten Sätze nach diesem chancenlosen 0:1 in München gegen Argentinien aber verdeutlichten größeres Unbehagen. Und das völlig zu Recht.
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Jung und leise: Die DFB-Defensive um Serdar Tasci, Torhüter René Adler und Per Mertesacker (von li. nach re.). (© Foto: dpa)
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Das Spiel gegen die Südamerikaner war der einzige Test, bevor Bundestrainer Joachim Löw den Kader für die WM in Südafrika nominiert. Es war die einzige Möglichkeit der DFB-Elf, zu ergründen, wo sie im internationalen Vergleich steht. Das Ergebnis: nicht so weit oben, wie gedacht. Offenbar hat Löw das selbst schon geahnt, weshalb er tagelang eindringlich vor den Stärken des Gegners gewarnt, geradezu geschwärmt hat von diesen Argentiniern. Dabei hatten diese unter ihrem Trainer Maradona nur hauchdünn ein Ausscheiden in der Qualifikation verhindert.
Wie U 21 gegen reife Profis
In München sah es so aus, als spielte eine hochveranlagte U 21 gegen eine Gruppe reifer Profis aus großen Klubs. Und genauso war es ja auch: Özil, Müller, Boateng, Kroos und Khedira - alle 20 bis 22 Jahre alt -, standen Vertretern von Inter Mailand, Real Madrid, FC Barcelona, FC Liverpool oder Manchester City gegenüber. Dazu Juan Sebastián Verón, der gefühlt schon bei all diesen Klubs gespielt hat.
Bundestrainer Löw sprach hinterher von "Baustellen" in seiner Mannschaft. Das geringe Alter und die internationale Unerfahrenheit ist dabei die größte. Doch auch im Gefüge der Elf muss hie und da der Bagger ran: Die Zentrale mit Schweinsteiger und Ballack birgt viele Probleme. Sie ist zu offensiv ausgerichtet, und weil alle das wissen, haben beide gegen Argentinien nur defensiv gewerkelt und die Offensive vergessen. Dem Platzhirschen Ballack wird dazu aber ohnehin bald die Lust fehlen.
Kein Titan, kein Teufelskerl
Oder Lukas Podolski und Miroslav Klose: Sie haben bewiesen, dass Spielpraxis und eine gute Form im Klub eben doch entscheidend sind, um auf höchstem Niveau in der Nationalmannschaft zu glänzen. Dazu wird im Tor diesmal kein Titan oder Teufelskerl stehen, sondern ein sehr selbstkritischer und eher leiser René Adler. Ob das der Abwehr rund um den selbstkritischen und eher leisen Per Mertesacker guttut?
Dies alles kann bei einer WM auch gutgehen, die jungen Leute könnten sich in der Vorrunde gegen zwar gute, aber nicht herausragende Mannschaften warmspielen, ihr Selbstbewusstsein und ihr Profil stärken. Doch spätestens, wenn es dann gegen einen sogenannten großen Gegner geht, wird Bundestrainer Löw alle Psycho-Tricks benötigen, um seiner Elf wieder das Vertrauen einzuflößen, ihn auch schlagen zu können. Der große Respekt vor den argentinischen Stärken wirkte diesmal wie eine Betäubungsspritze.
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(sueddeutsche.de/jbe/bgr)
Freundschaft zwischen den Geschlechtern
läßt ja hoffen, dass die WM nach der Vorrunde beendet ist, und man sich kollektiv wieder so tollen Sachen wie dem "SchiRi"-Skandal zuwenden kann. Oder der Betrachtung, wie in China ein Sack Reis aus dem regal rutscht.
Es ist selbstverständlich Ihre persönliche Meinung, dieses Spiel nicht ganz so schlecht zu empfinden, wie es in den Medien dargestellt.
Ich war vor Ort und habe das ganze - teilweise peinliche - Brimborium miterlebt, dass sich mit wenigen Worten beschreiben lässt: "Deutschland will den vierten Stern!"
Somit wird eine grundsätzliche Erwartungshaltung geschürt, die dann selbstverständlich vom Zuschauer auf dieses Spiel übertragen wird.
Wenn Argentinien wirklich mehr gewollt hätte - dann hätten sie jederzeit das Tempo anziehen können. Problemlos.
Und selbst mit "gebremstem Schaum" hatten sie einen Lattenschuß, einen spielentscheidenden Treffer und kurz vor'm Ende der Partie eine Szene, bei der sie den Ball geschätzte 37 mal zu einem Mitspieler brachten, während die Deutschen sich verwundert die Augen reiben mussten. Da wurde sogar von deutschen Zuschauern im Stadion "Ole" gerufen.
Dennoch geht die deusche N11 nicht chancenlos in's WM-Turnier. Und ganz ehrlich: Lieber mit 0:1 gegen Argentinien verlieren und die richtigen Rückschlüsse daraus ziehen, als einen 8:0-Erfolg über Luxemburg zu feiern und danach ein böses Erwachen zu erleben.
Ja, dass Schweinsteiger nicht die tollsten Ecken tritt, ist nun nicht wirklich etwas Neues - warum hat da gestern nicht ein anderer "ueben" sollen?
läßt eigentlich keine Rückschlüsse zu. Weder die deutschen Kicker noch die Argentinier haben nur ansatzweise am Limit gespielt. Welches Team nun weniger Prozente der Normalform abgerufen hat ist doch nur reine Spekulation.
Generell stellt sich auch für mich die Frage nach der momentanen Spielberechtigung eines Kloses, va aber von Podolski. Ebenso unstrittig ist, dass wir eigentlich bei Standards ziemlich gefährlich sein sollten, falls sich jemand findet, der Ecken und Freistöße schießen kann (bitte nicht mehr der Schweini)...Aber das sollte man trainieren und einstudieren können.
Ansonsten ist auch bei dieser WM für uns vom Vorundenaus bis zum Finale alles möglich...dort entscheiden Kleinigkeiten....und viele WM-Sieger haben sich in den letzten Turnieren erst durch Glück, Verlängerung und/oder Elfmeterschießen fürs Finale qualifiziert. Es bleibt spannend...und DAS ist gut so!
Tatsaechlich waren einige Spieler gestern recht jung, aber so schwach wie "die Alten" Klose und Ballack war sonst keiner. Ballack ist zwar wie Lehmann in den Medien nahezu unkritisierbar, aber wenn der Kapitaen nicht fuer Lautstaerke zustaendig ist, wer dann?
Dass Lahm einen weniger guten Tag hatte kann passieren, aber dass auf der anderen Seite kein offensiver Aussenverteidiger war, heisst bei Herrn Loew Konzept; Boateng tut mir leid, er wird da auf rechts verheizt.
Paging