Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga ist im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth im Elfmeterschießen ausgeschieden. Der Kölner Trainer konstatierte nach dem Spiel mangelnde Fitness der Spieler, der Manager droht mit Konsequenzen.
Vier Tage nach dem Zwischenhoch bei Bayern München (2:2) folgte der Offenbarungseid von Trainer Marcel Koller. "Wir können noch nicht zwei Spiele in der Woche durchstehen, da fehlt die Kondition. Einige Spieler sind am Limit", sagte der seit der Amtsübernahme von Friedhelm Funkel in vier Partien sieglose Schweizer.
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Am Ende der Geduld mit dem Bundesliga-Letzten sind auch die Anhänger, die vor der Partie noch zu Karnevalsliedern friedlich schunkelten und nach dem Schlusspfiff aufgebracht skandierten: "1. Liga - keiner weiß warum" und "Wir wollen die Loser sehen". Ordner konnten nur mit Mühe verhindern, dass rund 500 Fans ein Eisentor aufdrückten und den Bereich vor den Spielerkabinen stürmten. Die verhöhnten Profis tauchten derweil im VIP-Bereich unter und verließen durch die Hintertür das Stadion.
Wirtschaftliches Problem
Überhaupt kein Verständnis hatte Manager Andreas Rettig, dem die "Rettig-Raus"-Rufe nicht entgangen sein dürften, für das nach der Pause an Leistungsverweigerung grenzende blamable Gekicke seiner Profis. "Imagemäßig, sportlich und wirtschaftlich ist das Ausscheiden ein großes Problem", bekannte er.
Gleichzeitig kündigte er vor dem rheinischen Derby am Sonntag gegen Bayer Leverkusen an: "Wir können uns das nicht gefallen lassen und zur Tagesordnung übergehen. Wir werden geeignete Maßnahmen einleiten." Schließlich ist durch das Aus im Achtelfinale die Hoffnung auf Mehreinnahmen von rund 400.000 Euro, mit denen eine Neuverpflichtung finanziert werden sollte, geplatzt.
Drei verschossene Strafstöße
Dabei hatte vor dem Treffen mit dem Tabellensiebten der 2. Bundesliga aus Franken alles für einen Routineerfolg der Kölner gesprochen. Mit Ausnahme von Torwart Alexander Bade ließ Koller die Formation von München spielen, die auch durch ein Tor von Florian Kringe (23.) in Führung gehen konnte. Statt nach dem Wiederanpfiff nachzulegen, überließ man aber mit beängstigender Passivität und haarsträubenden Fehlern den Fürthern das Terrain und leistete so dem 1:1 durch den Ex-Leverkusener Thomas Kleine Vorschub.
Auch im Elfmeterschießen ließen es die Kölner Profis an Professionalität fehlen. Greuther-Ersatztorwart Stephan Loboué wurde zum Pokal-Helden. Der 22-Jährige parierte gleich drei Strafstöße von Kringe, Alexander Voigt und Mustafa Dogan. "Ich weiß nicht, warum man sich keine Ecke aussucht und drauf haut", schimpfte Koller.
Für seinen Kollegen Werner Dreßel aus Fürth ("Ich bin stolz auf meine Buben. Jetzt hoffen wir auf ein großes Los") war der Viertelfinal-Einzug ein Volltreffer. Der am 5. November zum Interims-Nachfolger von Eugen Hach ernannte einstige Co-Trainer ist nämlich noch in der Probezeit. "Der Präsident will sich bis Weihnachten entscheiden, ob er mit mir weitermacht oder einen anderen holt", sagte Dreßel, der gerne weitermachen würde: "Es macht Spaß, ich arbeite gern mit der Mannschaft."
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(sueddeutsche.de/dpa)
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