Nach einer denkwürdigen Partie und einem Traumtor von Arjen Robben ziehen die Bayern ins Viertelfinale der Champions League ein. Sie müssen aber zwei schlechte Nachrichten verkraften.
Noch zu Wochenbeginn hatte Bayern-Trainer Louis van Gaal für viele Diskussionen und für viel Schmunzeln gesorgt, als er in einem Interview mit dem Fachblatt Kicker eine Reihe an Regeländerungen für den Fußball vorschlug - unter anderem die Abschaffung des Elfmeterschießens und die Einführung eines sogenannten Gladiatorenspiels. Seine Idee: Kommt es in einer Partie zu einer Verlängerung, soll es nicht Elf gegen Elf weitergehen, sondern sich die Spieleranzahl sukzessive reduzieren. Alle fünf Minuten müsse der Trainer einen Akteur vom Feld nehmen. "Viele werden müde, die Gladiatoren bleiben übrig. Was das für taktische Finessen erfordert! Jetzt gewinnt die bessere Mannschaft", schwärmte der Niederländer.
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Torschützen unter sich: Bayerns Niederländer Mark van Bommel (links) und Arjen Robben. (© Foto: AP)
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Nun hat Louis van Gaal sein Gladiatorenspiel bekommen. Schneller als erwartet und anders als von ihm erhofft. Denn dieses Spiel seiner Münchner in Florenz, diese 2:3-Niederlage, die ihnen nach dem 2:1 im Hinspiel vor zwei Wochen reichte, um ins Viertelfinale einzuziehen - es hatte etwas von einem ganz großen Spektakel.
Die Zuschauer sahen kein hochklassiges Spiel, aber ein extrem spannendes. Wie sich zwei Mannschaften bei extrem widrigen äußeren Bedingungen, bei Wind, ja sogar bei Sturm, 90 Minuten lang beharkten und bekämpften. Wie sich bei den Akteuren beider Mannschaften dilettantische Schnitzer und großartige fußballerische Momente abwechselten.
Wie die Bayern nach Toren von Vargas (28.) und Jovetic (54.) am Boden schienen. Wie sie in Gestalt von Robben in geradezu spätrömischer Dekadenz eine Riesenchance ungenutzt ließen (31.). Wie sie sich wieder aufrafften und durch van Bommel zum 1:2 kamen (60.). Wie sie nach Jovetics zweitem Treffer wieder am Boden schienen (64.), wie sie sich sofort wieder aufrafften und durch Robben zum 2:3 kamen (65.). Und wie sich die Münchner freuen durften, dass der Schiedsrichter an diesem Abend Herr Mallenco hieß und in der 77. Minute bei einem Tor von Florenz-Angreifer Gilardino, zu Recht, auf Abseits entschied - aber wer weiß, wie Herr Övrebö entschieden hätte?
"Ich hätte mir natürlich einen geruhsameren Abend gewünscht", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, dessen Gesichtszüge zwischenzeitlich ähnlich ratlos aussahen wie die von Trainer van Gaal an der Seitenlinie und die der Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge oben auf der Tribüne. Denn das Achtelfinale der Champions League ist für die Bayern so etwas wie Neros Daumen im alten Rom. Vorher ausscheiden geht gar nicht, im Achtelfinale ausscheiden ist hart an der Grenze des Akzeptablen, aber ab dem Viertelfinale gilt eine Saison auf europäischem Parkett als gelungen. Die Fußball-Welt kennt manchmal keine oder nur sehr marginale Differenzierungen.
Es fehlte ja nicht viel, ein Traumtor von Robben weniger, ein Abseitstreffer von Gilardino mehr, und die Situation wäre eingetreten. Das traditionelle Bankett nach dem Spiel wäre zwar nicht so tränenreich ausgefallen wie im Vorjahr nach dem 0:4 in Barcelona, als Alt-Trainer Udo Lattek weinte, und auch nicht so laut wie 2000/01 nach dem 0:3 in Lyon, als Franz Beckenbauer seine berühmte Wutrede ("Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft", "Altherrenfußball") hielt. Aber es hätte zu Diskussionen geführt, über den Trainer, über den Kader, über alles, wie das halt so ist beim FC Bayern.
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Ich will damit sagen, dass, selbst wenn die Bundesliga den vierten Platz zurückerobert, dies nicht von langem Bestand sein wird.
Die Bundesliga hat nur einen Verein, der dauerhaft international konkurrenzfähig ist, daran wird sich voraussichtlich auch nichts ändern-das ist in Italien eben anders!
Ich weiß nicht was Sie haben. Sie geben mir doch selber recht. Alle italienischen Clubs stehen in den europäischen Wettbewerben schlechter da als die deutschen. Schreiben Sie ja auch so ähnlich. Nur in Zahlen - sprich 5 Jahreswertung - drückt sich das eben (noch) nicht aus. Deswegen eben gefühlt.
Ich weiss ja nicht, welche "Gefühle" dich da leiten, dass die Bundesliga stärker sein soll als die Serie A, das halte ich schon für fragwürdig.
In Italien wird immer wieder kritisiert, dass ita. Trainer im UEFA-Cup seit Jahren mit B-Mannschaften antreten, um die wichtigen Spieler für die Meisterschaft zu schonen-dies als Erklärung für das schlechte Abschneiden im "Cup der Verlierer".
In der Championsleague, hat Milan, die wohl konstanteste Mannschaft Europas, eine Runderneuerung nötig, welche allerdings von Signor Berlusconi bislang nicht gewährt wurde.
Juventus, vom Fussballskandal gebeutelt, hat trotz namhafter Zugänge immer noch nicht zur einstigen Stärke zurückgefunden, woran es bei Inter, einem der teuersten Teams auf diesem Planeten liegt, weiss selbst Morinho nicht-im Übrigen ist mir dieser Traditionsklub allemal lieber als Kunstprodukt Chelsea...
Allerdings glaube ich nicht, dass diese Rezession von Dauer sein wird, Weltvereine wie Milan, Inter und Juve werden in Kürze wieder konkurrenzfähig sein, da kann die Bundesliga halt im Vergleich nur den FC Bayern aufbieten, ob das auf Dauer reicht?
die holländer haben nicht nur der unbegabten münchner truppe etwas glanz verliehen, sondern auch dem windigen italien!
schön also, dass sie für den fcb spielen. und schön auch dass in der an kultur sonst so reichen stadt die käsköpp ihre fussballkultur verbreiten durften.
Ich würd mir ja in den hintern beißen, wenn ich so drückend überlegen, nachdem ich mehr als drei stunden eine mannschaft an die wand gespielt habe, eine mannschaft, die noch nicht mal einen torwart hat, nur mit einem innenverteidiger aufläuft, zwei a-jugendliche aufbieten muss, weil ein dritter sich verletzt hat, wenn ich also gegen so eine schmierentruppe ausscheiden würde. ich würd ...
ach was...
Van Buyten weiß wohl selbst am besten, was er gestern für einen Mist zusammen gespielt hat. Es gibt Tage, da geht gar nix. Gestern war für ihn so einer. Ihn deshalb jetzt komplett in Frage zu stellen, finde ich persönlich nicht so doll. Er ist zwar kein Weltklassespieler, aber so schlecht wie gestern ist er nun ganz bestimmt nicht.
Was den Fehler von Butt angeht, weiß ich nicht, ob der bei normalen Windverhältnissen auch so schwerwiegend gewesen wäre. Es war ein Fehler, keine Frage. Trotzdem - nach wie vor ist Butt in der Liga der mit der besten Quote, was die gehaltenen Bälle angeht. Besser als Neuer, Adler und Wiese. Also - gaaaaanz ruhig bleiben. Solche Fehler macht er selten und ab und zu haben auch ein Neuer und ein Adler solche Böcke drauf. Und lieber Guiseppino: Das Tor in München war abseits, stimmt. Ein Tor gestern auch. Also. Robben schießt zu oft solche Bälle, um das auf Glück zu reduzieren. Und wer kämpferisch, spielerisch und überhaupt so viel besser ist, verspielt keine Führung mehr in kurzer Zeit. Bei den Bayern sagt man dann gerne, sie wären zu d.ämlich, um den Sieg verdient zu haben. Aber warum sollte sich ein Fan hier im Forum sportlich fairer benehmen als die Rüpel im Stadion, die mit ihren Schiri-Trillerpfeifen massiv versuchten, das Spiel zu beeinflussen und die Spieler zu irritieren. Von dem alberenen Pfeifkonzert gegen die Bayern mal ganz abgesehen. Die Spieler können nix dafür, dass die Schiri-Leistung im Hinspiel unteriridisch war. Und keiner vom FCB hat das abgestritten. Verdient ist das Weiterkommen trotzdem. Die bessere Mannschaft ist weiter. So einfach ist das.
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