Der FC Bayern gewinnt 3:0 gegen den AC Florenz. Dennoch wartet noch viel Arbeit auf Trainer Klinsmann.

Es beginnen wichtige Wochen für den FC Bayern München, und sie beginnen gut. Dem Sieg in Karlsruhe vom Wochenende ließ der Klub am Dienstagabend ein 3:0 (2:0) in der Champions League gegen den AC Florenz folgen. Es war eine spannende und ereignisreiche Partie, an deren Ende sich der FC Bayern als souveräner Tabellenführer der Gruppe F wieder auf Kurs wähnen darf - nachdem er zuvor doch einige turbulente Wochen hinter sich gebracht hat. Dass der AC Florenz sich genügend Chancen erspielte, um die Partie für sich zu entscheiden, mag in Anbetracht des Ergebnisses als überaus erstaunlich erscheinen, es ist aber wahr. "Der Sieg war sehr wichtig für uns, das gibt Auftrieb für die nächsten Wochen. So wollen wir weitermachen", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann erleichtert.

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Der Trainer und sein Torschütze: Bastian Schweinsteiger überzeugte gegen Florenz. (© Foto: AFP)

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Ob Klinsmann es schafft, nach diesem 3:0 einen gut gemeinten Rat von Uli Hoeneß zu befolgen? Der Manager hatte Klinsmann empfohlen, den Arbeitseinsatz beim FC Bayern zu reduzieren. "Er ist zu engagiert. Er will alles auf einmal schaffen. Ich sage ihm immer: Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden", sagte Hoeneß im Bayerischen Fernsehen, "ich hab ihm geraten, mal ein, zwei Stunden weniger an der Säbener Straße zu sein. Er ist ja jeden Sonntag auch um 8 Uhr hier. Da hab ich ihm kürzlich gesagt, da wäre es besser, noch zwei Stunden zu schlafen."

Am Dienstagabend war Klinsmann jedenfalls hellwach. Er sprang immer wieder von seiner Bank auf, als habe Hoeneß ihm - kleiner Streich - ein Stromkissen auf den Sitz gelegt. Diese Energie übertrug sich auf die Elf auf dem Rasen - die gleiche, übrigens, die auch beim mühsamen 1:0 in Karlsruhe begonnen hatte, also mit Mark van Bommel im defensiven Mittelfeld und Martin Demichelis neben Lúcio in der Innenverteidigung.

Diesmal aber begann das Spiel alles andere als mühsam. In der zweiten Minute gab Bastian Schweinsteiger den ersten Schuss ab, in der dritten Minute hatte Franck Ribéry die erste Großchance, nachdem er über die linke Seite in den Strafraum gedribbelt war, und in der vierten Minute - nun, da schoss Miroslav Klose, der zuletzt so Vielgescholtene, einfach mal ein Tor von der Sorte, wie sie nur Klassestürmer in Hochform erzielen.

Luca Toni hatte den Ball per Kopf verlängert, und dann zog Klose davon, er brachte geschickt seinen Körper zwischen Ball und Gegenspieler Juan Vargas, und dann schob er die Kugel in größter Ruhe vorbei an Torwart Sebastien Frey ins Netz. "Wir waren einfach abgezockter und haben unsere Chancen genutzt", sagte Klose. Genau so hatte Klinsmann es sich erträumt: druckvoller Beginn, frühes Tor, damit dann das Publikum erwacht. Gut, so wünscht es sich jeder Trainer, aber für Klinsmann war es in der jetzigen Phase wichtig, dass eine Partie tatsächlich einmal auf diese Weise beginnt.

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