Mit dem 1:1 gegen den FC Barcelona gelingt es dem FC Bayern, sich würdevoll aus der Champions League zu verabschieden - die Fans rufen trotzdem nach einem neuen Trainer.
Ob Josep Guardiola in dieser sechsten Minute das Herz in die Hose gerutscht war? Der gesperrte Trainer des FC Barcelona hatte gerade auf der Haupttribüne der Münchner Arena Platz genommen, zwischen Torwarttrainer Juan Carlos Unzúe und dem früheren Wasserballprofi Manel Estiarte, als er mitansehen musste, wie der wütend anrennende FC Bayern zu einer Großchance kam: Andreas Ottl hatte den Ball von rechts in den Strafraum geflankt, Luca Toni kam aus sechs Metern Torentfernung frei zum Kopfball, doch ihm rutschte der Ball über die Stirn.
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Philipp Lahm und Zé Roberto im Zweikampf mit Lionel Messi. (© Foto: ddp)
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Wenn er in diesem Moment das frühe 1:0 markiert hätte, wäre es dann vielleicht ein anderes Spiel geworden, ja wäre dann nicht auch das Wunder wieder möglich geworden? Hätte, wäre - der Konjunktiv ist nun einmal der Modus der Verlierer, und obwohl der FC Bayern im Viertelfinale der Champions League ein 1:1 (0:0) gegen den FC Barcelona erreicht hat, war er am Ende genau das: ein Verlierer, da er im Hinspiel 0:4 unterlegen war. "Wir hätten uns ein frühes Tor gewünscht, dann wäre alles möglich gewesen, aber uns hat das Quäntchen Glück gefehlt", sagte Trainer Jürgen Klinsmann, "das Team hat sich trotzdem hervorragend verkauft gegen die Mannschaft, die Favorit auf den Champions-League-Titel ist."
Es war in der Tat ein Abend der Wiedergutmachung. Nach dem Hinspiel waren sich Spieler, Trainer und Offizielle des Klubs darin einig, gerade Zeuge einer massiven Demütigung geworden zu sein. Präsident Franz Beckenbauer hatte das stellvertretend für alle in Worte gefasst, als er sagte, so etwas Furchtbares habe er noch nie vom FC Bayern erlebt. Beckenbauer ist schon eine Weile dabei, er kam 1964 zum Klub.
Im Rückspiel zeigte der FC Bayern, dass er doch noch Fußball spielen kann - und dass er der Ansammlung besserer Einzelspieler den Willen des Kollektivs entgegensetzen kann. Gerade die gemeinsame Anstrengung - jeder arbeitete für den anderen - dürften sie im Klub mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben. Und dieses Miteinander im Team dürfte kurzfristig einigen Druck von Trainer Jürgen Klinsmann nehmen, da sich die Leistung - wenn man denn will - dahingehend deuten lässt, dass er das Team noch erreicht.
Der Friede wird freilich nur von kurzer Dauer sein im Klub; das Hinspiel hat tiefe Wunden in der Seele des Klubs hinterlassen. Um seinen Job über das Saisonende hinaus zu retten, muss Klinsmann wohl nicht nur deutscher Meister werden, sondern auch überzeugende Spiele präsentieren. Mit dem Auftritt vom Dienstag hat der umstrittene Trainer allerdings ein wenig Zeit gewonnen.
Von Beginn an war zu sehen, dass ein anderer FC Bayern auf dem Platz stand als am vergangenen Mittwoch. Entschlossen wirkte die Mannschaft, aggressiv, willig, das Unmögliche zumindest zu versuchen. Bereits nach sieben Minuten erzielten die Münchner dann auch das erste Tor, dem der exzellente Schiedsrichter Roberto Rosetti allerdings die Anerkennung verweigerte: wegen Abseitsstellung des Schützen Luca Toni. Aber immerhin: Das war schon die zweite Chance nach wenigen Minuten; im gesamten Hinspiel hatten die Bayern bei großzügiger Zählung genau eine.
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Führungsstreit der Linken
...es sollte natürlich Platzierung heißen, nicht Qualifizierung. ;-)
Wenn jetzt selbst ein Arsene Wenger für die Bayern nicht gut genug sein soll, wird's aber langsam eng für Euch auf dem Trainermarkt ;-)
Ich glaub eigentlich eh daran, dass Klinsmann noch seine zweite Saison bekommt. Ob sie Meister werden oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber mind. für Platz 3 wird es reichen, für eine schlechtere Qualifizierung fehlt es an ernsthafter Konkurrenz; zudem gewinnen die Bayern ja in der BuLi auch diese Saison ihre Pflichtspiele. Das dürfte für Klinsmann reichen. Mit Titel sowieso. Ob sein Verbleib dann daran liegt, dass die Bayern-Führung weiterhin von ihm überzeugt ist, oder ob sein Abgang schlicht zu teuer ist (in den Medien wurden schon Abfindungen von bis zu 25 Mio. diskutiert), oder weil die Alternativen fehlen, sei dahingestellt.
Ich fand die Entscheidung für Klinsmann vergangenes Jahr mutig von der Bayern-Führung, und hab sie auch eine lange für eine gute gehalten. Mittlerweile bin ich nicht mehr so sicher, da er schon das eine oder andere mal eine schlechte Figur abgegeben hat (bspw. die Nicht-Auswechslung von Lucio im Spiel gg. Wolfsburg) und seine Motivationsseminar-Floskeln nach Niederlagen, insbesondere nach herben Klatschen, auch nur Kopfschütteln hervorrufen. Dass er weder dumm noch lernunwillig ist, kann aber wohl als gesichert angenommen werden; insofern denke ich, sollten ihm die Bayern das zweite Jahr geben.
Es ist sicher richtig, dass Vereine wie Chelsea, Manchester oder auch Mailand tendenziell effizienter spielen als Arsenal.
Da ich kein expliziter Fan irgendeines Clubs bin, sondern mich eher an attraktivem Fußball generell erfreue, ist mir persönlich die Effizienz nicht ganz so wichtig. (Jedesmal mit Hurra-Fußball 3:6 unterzugehen, finde ich allerdings auch nicht sehenswert).
Dass der gesamte Bayernkader bis auf die zwei von Ihnen genannten Wengers Ansprüchen nicht genügt, sehe ich nicht so.
Lucio ist ein technisch starker Innenverteidiger, Ze Roberto, Schweinsteiger, Klose sind andere Beispiele die Wengers Philosophie von ihren fussballerischen Fähigkeiten her sehr wohl erfüllen könnten. Für Luca Toni würde es eng werden und auch van Bommel würde Probleme kriegen. Spieler wie Lell und Ottl fallen selbstverständlich durch, aber das würden sie auch unter Klinsmann, wenn er denn genug Alternativen hätte.
Wenger mag zwar einen schönen Stil spielen lassen, ich sehe mir das auch gerne an, aber es fehlt immer die Effizienzt. Die englischen Meistertitel mögen ja wirklich was zählen, aber die CL hat er nie gewonnen. Aber das will Bayern doch, einen Trainer der da oben mitspielen kann.
Zudem müsste bei einem Trainer Wenger der gesamte Kader bis auf Lahm und Ribéry ausgetauscht werden.
Naja, ich weiß nicht: Wenger als klassischen Verlierer wenn's drauf ankommt einzustufen...
Der Mann ist in den 13 Jahren bei Arsenal immerhin 3x Meister und 4x Pokalsieger geworden. Dazu 1x CL-Finale, Insgesamt nie schlechter als 4. Platz in der Liga. Das finde ich schon sehr erfolgreich, wenn man gleichzeitig berücksichtigt, dass Arsenal in der Premier League mit Chelsea, Manchester und Liverpool 3 Konkurrenten hat, die finanziell mindestens gleichwertig wenn nicht sogar überlegen sind. Das ist schon anders als in der BL, wo Bayern den anderen finanziell deutlich überlegen ist.
Außerdem, aber das mag ja eine persönliche Präferenz von mir sein, finde ich den Fußball den Wenger spielen lässt einfach klasse anzuschauen. Alleine deswegen sähe ich Wenger gerne bei den Bayern.
Paging