Strömender Regen, löchriger Rasen: Dem FC Bayern gelingt ein 1:0-Arbeitssieg bei Steaua Bukarest. Das Tor des Tages erzielt ein Abwehrspieler.

Diese Hymne! Luca Toni weiß wahrscheinlich gar nicht, dass Toni Britten sie 1992 im Auftrag der Uefa arrangiert hat, frei nach nach Händels Zadok The Priest, aber wenn Luca Toni es wüsste, wäre es ihm wohl auch egal. Es reicht schon, diese Hymne zu hören, um einen großen Fußballer in ein kleines Kind zu verwandeln. Er wolle unbedingt mal diese Hymne hören, hat Luca Toni in den letzten Tagen jedem erzählt, der es hören wollte. Er hat 31 Jahre alt werden müssen, um zum ersten Mal Champions League spielen zu dürfen, aber auch die routinierten Königsklässler können sich dem Bann dieser Hymne nicht entziehen.

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Bastian Schweinsteiger bereitetw den Siegtreffer der Bayern per Freistoß vor. (© Foto: Reuters)

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Ein Jahr lang sind die Bayern ja durch den hymnenlosen Uefa-Cup getingelt, haben dabei Teams namens Braga, Belenenses und unangenehmerweise auch St. Petersburg getroffen, und sie haben sich so nach der Champions League gesehnt, dass sie sich auch von der gebirgigen Rasenfläche in Bukarest nicht kränken ließen. Am Ende eines reichlich nassen Mittwochabends war nach einjähriger Pause der Wiedereinstieg in die heilige Liga geglückt: Mit 1:0 (1:0) siegte der FC Bayern im Champions-League-Auftaktspiel bei Steaua Bukarest. Die anfängliche Dominanz löste sich immer mehr im Bukarester Regen auf, am Ende stand ein Arbeitssieg, herausgespielt in Gummistiefeln.

Van Bommel für Ottl

"Auf einen richtigen Fight" müsse man sich einstellen, hatte Trainer Jürgen Klinsmann seine Spieler vorab ermahnt. Sie hatten ihm offenbar gut zugehört und kamen auf diese Weise keine Sekunde lang in Versuchung, den Gegner mit dem eher nach Uefa-Cup klingenden Namen zu unterschätzen. Die Bayern, die mit einer Ausnahme (van Bommel statt Ottl) die Elf vom Auswärtssieg in Köln am Start hatte, begannen keineswegs so feurig, wie man das von Klinsmannschaften gewohnt ist, und doch war vom ersten Moment an der Wille nach Kontrolle spürbar. Präsent und konzentriert begannen die Bayern und blieben dabei so präzise, wie es der Rasen zuließ.

Keine drei Minuten waren gespielt, als Miroslav Klose dem Ball nach vorne trieb und nach schöner Kombination mit Philipp Lahm die erste Torchance herausholte. Schon nach wenigen Minuten ließen sich an der Körpersprache die Pläne beider Mannschaften erkennen. Die Bayern: aufrecht wie eine Heimelf; die Bukarester: lauernd wie eine Auswärtsteam, das den Gegner so lange zermürbt, bis sich eine Konterchance eröffnet. In der neunten Minute kam auch eine, aber Michael Rensing parierte einen Schuss von Moreno, dem besten Steaua-Spieler.

Ein bisschen erstaunlich war es aber doch, wie wenig Steaua nachsetzte. Hatten sie den Ball einmal verloren, jagten sie ihn nicht, sondern zogen sich sofort wieder zurück, um den defensiven Viererriegel je nach Bedarf zu einem Fünfer- oder Sechserriegel zu verbreitern. Steaua wusste: Je länger die Bayern auf diesem schweren Boden um Überzahl ringen, desto mehr würden die Chancen steigen, sie in einem unachtsamen Moment zu überrumpeln.

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