DFB-Präsident Theo Zwanziger hält die Honorare im Profi-Fußball für unmoralisch: "So viel kann kein Mensch wert sein." Die Nationalspieler fordert er zum Singen der Nationalhymne auf.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat die "kommerziellen Auswüchse" im Fußball und die hohe Bezahlung von Profis massiv kritisiert. "Wenn gewisse Größenordnungen erreicht werden, ist das für mich unmoralisch. So viele Millionen kann kein Mensch wert sein", sagte der Verbandschef in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Sport ist mehr als Wirtschaft. Sport ist auch Solidarität." (© Foto: ddp)

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Auf Unverständnis stoßen bei Zwanziger auch die Aktivitäten einiger Großinvestoren im internationalen Fußball. "Das ist mit meinem Empfinden und meinen Vorstellungen eines geordneten Gemeinwesens ebenfalls nicht zu vereinbaren, zumal dem Sport eine besondere gesellschaftliche Rolle zukommt. Sport ist auch Wirtschaft, aber er ist mehr als Wirtschaft. Sport ist auch Solidarität", sagte der Jurist.

Zwanziger befürwortet ein Beibehalten der 50+1-Regelung, die im deutschen Fußball die Übernahme von Clubs durch Investoren verhindert. "Wir müssen uns fragen: Können wir es uns leisten, dass ein Sponsor oder Scheich einen Verein kauft und wieder verkauft? Diese Modelle tragen zu den kommerziellen Auswüchsen bei", sagte der DFB-Chef.

Zwanziger übte in dem Interview auch Kritik an Michael Ballack und - ohne dessen Namen zu nennen - an Torsten Frings für deren Disput mit Bundestrainer Joachim Löw im Herbst vorigen Jahres. "Ich würde mir wünschen, dass unsere Repräsentanten in ihrer Wortwahl so klug sind, dass auch die kritischen Medien keinen Konflikt konstruieren können", sagte Zwanziger.

Insgesamt wünsche er sich, dass die Spieler besonders in kritischen Situationen "noch stärker Fair Play" praktizieren. Zu einem perfekten Auftreten gehört für Zwanziger auch, dass alle Nationalspieler vor dem Anpfiff die Nationalhymne mitsingen. "Das wird nicht erreichbar sein", gestand der DFB-Chef.

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(sueddeutsche.de/dpa/mikö)