Der Kulturkampf beim FC Bayern hält an: Nach einer unruhigen Woche muss Trainer Klinsmann mehr denn je auf die Tabelle achten.
Jürgen Klinsmann macht das wirklich gut, "ich sehe kein Problem darin", sagt er freundlich, "wir haben die Dinge miteinander abgesprochen." Klinsmann, 44, ist lange genug im Fußballgeschäft, um einer Pressekonferenz nicht unnötig Brisanz zu verleihen. Doch in ihm, das ist verbrieft, sieht es etwas anders aus. Denn eine seltsame Woche hat er da gerade hinter sich, und obwohl er früher schon einmal der Mannschaft dieses mit reichlich Eigenleben gesegneten Klubs angehörte, dringt abseits von Presserunden und Interviews aus seinem engsten Umfeld zu den aktuellen Vorgänge vor allem ein Wort: "überraschend".
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"Es kommen jetzt spannende Wochen auf uns zu", sagt Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. Das befürchtet auch sein Manager Uli Hoeneß. (© Foto: Getty)
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Eine Situation wie die jetzige hat der neue Bayern-Trainer in der Hinrunde bereits ein-, zweimal erlebt, und die Aufgabe war damals so gar nicht zugeschnitten auf seinen Fokus; Nachhaltigkeit und ganzheitliches Wirken, diese Dinge sollen doch für Klinsmann stehen, aber am achten Spieltag, nach dem 2:5 gegen Bremen, einem 0:1 in Hannover und dem 3:3 gegen Bochum, lautete sein schlichter Auftrag vor dem Gastspiel in Karlsruhe: gewinnen, irgendwie.
So siegten die Bayern damals auch, Klose traf spät zum 0:1. "Das war schon sehr ein heikler Moment", räumte vor ein paar Wochen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ein, "und das Spiel war auch nicht gut - doch als ich aus Karlsruhe wegfuhr, da wusste ich irgendwie: Jetzt läuft's."
Vier Monate nach Karlsruhe läuft es erneut mittelprächtig, zwei der drei Rückrundenspiele haben die Münchner verloren. Samstag gegen den 1.FC Köln müssen sie gewinnen. Irgendwie. "Es kommen jetzt spannende Wochen auf uns zu", sagt Klinsmann dennoch mit einer beneidenswerten Gelassenheit, "die Champions League beginnt wieder, dann spielen wir im Pokal gegen Leverkusen." Den Erwartungsdruck schiebt er lächelnd von sich, einfach so. Erstaunlich.
Rummenigge avisiert Donovans Abschied
Weitaus impulsiver wird er am Dienstag geklungen haben, als Klinsmann doch mal hochgegangen war in den zweiten Stock der Geschäftsstelle; dorthin, wo "die Chefs" sitzen. Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner werden sich mit ihm wohl auch über die Außendarstellung des Vereins besprochen haben. Für sie zeichnete zuletzt vor allem Rummenigge verantwortlich.
Am Montag, nach dem 1:2 in Berlin, nutzte der Vorstandschef die vereinseigene Homepage, um den Abschied von Klinsmanns Wunschspieler Landon Donovan für den 8. März zu avisieren; so lange gilt das bisherige Leihgeschäft mit der US-Profiliga. Auch die Rückkehr von Klinsmanns Problemspieler Lukas Podolski in den Kader wurde als Forderung formuliert ("Es wäre unser aller Wunsch beim FC Bayern...").
Tags darauf unternahm Klinsmann über die Presse zwar noch einen Vorstoß zugunsten Donovans ("Ich habe ihn noch nicht abgeschrieben"), aber Rummenigge konterte umgehend: Man brauche Donovan nicht, beschied er im Sportfernsehen und beendete am Donnerstag seine mediale Offensive, die den am Offensivspiel interessierten Trainer eher ratlos hinterlässt. "Wir sind jetzt im ersten Jahr der Ära Jürgen Klinsmann und ich bin durchaus optimistisch, dass wir unsere Ziele erreichen", sagte Rummenigge. Er ergänzte: "Die müssen wir auch erreichen, da mache ich natürlich keinen Hehl daraus."
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