Fußball-Bundesliga: Watzke: Dortmund wird im Winter keinen Topspieler verkaufen

Will keinen Topspieler verkaufen: Dortmund-Boss Hans-Joachim Watzke

(Foto: dpa)

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke widerspricht energisch kursierenden Gerüchten - und warnt vor einer heuchlerischen Debatte wegen des Dortmunder Trainingslagers in Dubai.

Dortmund wird kein Leistungsträger abgeben

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund wird im Winter definitiv keinen seiner begehrten Topspieler verkaufen. Das bekräftigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke energisch. "Ich kann komplett ausschließen, dass wir einen unserer Leistungsträger abgeben. Das ist definitiv überhaupt nicht auf der Agenda", sagte Watzke während eines Interviewtermins im BVB-Trainingslager in Dubai.

Jede Woche werde "irgendein Mist verzapft. Mats Hummels, Ilkay Gündogan - die waren doch letztes Jahr angeblich schon alle weg. Jetzt wird es wieder so sein", sagte Watzke. Vor allem Nationalspieler Gündogan und Afrikas Fußballer des Jahres Pierre-Emerick Aubameyang sollen umworben sein. Watzke beschäftigt dies offenkundig genauso wenig wie die dramatisch schwache Hinrunde der Vorsaison. "Das war wie ein Horrorfilm. Wir hatten 15 Punkte, jetzt sind es 38. Ich habe das schon komplett gestrichen und von der Festplatte gelöscht", sagte der 56-Jährige.

BVB-Boss Watzke verteidigt das Trainnigslager in Dubai

Watzke verteidigte auch das Winter-Trainingslager in Dubai und setzte dabei Spitzen gegen Politiker. "Ich kann das ein bisschen nachvollziehen, dass der eine oder andere das thematisiert - Claudia Roth muss dann allerdings aufpassen, dass sie nicht irgendwann ihr Ferienhaus in der Türkei verkaufen muss", sagte Watzke.

Vom Anschlag in Istanbul am Vormittag deutscher Zeit konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Die Bundestags-Vizepräsidentin Roth (Bündnis90/Die Grünen) hatte gesagt, der BVB solle sich nun "nicht rühmen, statt in Katar in Dubai zu trainieren. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehen mit aller Härte gegen Regierungskritiker vor."

"Wir machen hier ein Trainingslager - und sonst nichts"

In Katar hatte der deutsche Rekordmeister Bayern München sein Quartier aufgeschlagen. Watzke betonte, heutzutage könne ein Verein kaum noch die richtige Wahl treffen. "Im Zeichen der immer stärker werdenden sozialen Medien kriegst Du ja für alles Kritik", sagte der 56-Jährige. "Wir machen hier ja keine Werbung für ein Regime. Wir sind einfach da, wir sprechen aber auch mit normalen Menschen. Wenn wir nur noch in Destinationen gehen, wo Menschenrechte zu hundert Prozent erfüllt sind, sind wir auf der Welt irgendwann ziemlich alleine."

Wenn nun "die ganz große Diskussion" eröffnet werde, müsse man auch sagen: "Wir wollen die Vereinigten Arabischen Emirate nicht mehr in der Aktionärsstruktur der DAX-Unternehmen. Das ist mir zu heuchlerisch." Es könne doch niemand "ernsthaft erwarten, dass wir keine Kontakte mehr mit Regimen pflegen, die in irgendeiner Weise unseren Wertvorstellungen nicht entsprechen. Da fangen wir ja schon in Europa an, schwer zu selektieren." Watzkes Fazit: "Wir machen hier ein Trainingslager - und sonst gar nichts."

Gündoğan: "Es muss gut überlegt sein"

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