Werder Bremen kommt nicht aus der Krise. Gegen Bielefeld reichte es nur zu einem 1:1 - ein Rückschlag für Werder im Kampf um die Champions-League-Plätze.
Fans von Werder Bremen sind nicht zu beneiden. Wenn sie vor dem Spiel spekulieren müssen, ob sich ihr Torhüter gerade in einer guten oder in einer wenigen guten Form befindet, kann das niemand so recht beantworten. Wahrscheinlich nicht mal Torhüter Tim Wiese selbst. Der Bremer Schlussmann ist zwischen den Pfosten die Unkonstanz in Person.
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Werders Diego konnte sich gegen Bielefeld nicht wie gewohnt entfalten. (© Foto: ddp)
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Zwei Drittel der Leistungen von Tim Wiese sind nationalmannschaftsreif. Das sah man gegen Arminia Bielefeld gleich mehrfach. Wie er den Schuss von Oliver Kirch um den Pfosten lenkt (37.). Wie er den Kopfball von Radim Kucera pariert (38.). Wie er bei einem Konter Artur Wichniarek den Ball vom Fuß kratzt (64.).
Doch der Torwart Tim Wiese besteht leider nicht nur aus diesen zwei Dritteln. Es gibt da auch noch den Ein-Drittel-Rest-Wiese, der mit regelmäßigen Patzern auffällt. Wie damals gegen Juventus Turin, als er das Aus m Champions-League-Achtelfinale besiegelte. Wie in der laufenden Spielzeit im Uefa-Pokal-Hinspiel gegen Glasgow, als ihm gleich zwei Fehler unterliefen, die selbst dem Schlussmann eines Kreisligisten nicht passiert wären.
So schlimm war es gegen Bielefeld nicht. Doch auch auf der Alm war Tim Wiese beim Gegentor nicht unschuldig. Einen Schuss von Wichniarek faustete er genau vor die Füße von Oliver Kirch, der keine Mühe hatte, zur Bielefelder 1:0-Führung einzuschieben (14.).
Normalerweise macht es nichts, wenn Werder einen Gegentreffer kassiert. Das Konzept von Trainer Thomas Schaaf ist einfach so sehr auf Offensive angelegt - da muss es fast zwangsläufig hinten mal scheppern. Daher stand in lediglich sechs der bisher 25 Saisonspiele die Null. Zum Vergleich: Die Bayern spielten schon 13 mal zu Null.
Doch das Spiel gegen Bielefeld war kein normaler Tag in der Bremer Offensive. Nach guten 30 Minute und Chancen von Rosenberg (zwei) und Naldo kam nicht mehr viel von der Werder-Kreativabteilung. "Wir machen kein gutes Spiel", gab Manager Klaus Allofs zu. "Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben." Selbst Diego, nach seiner Rotsperre aus dem Spiel gegen Karlsruhe wieder dabei, strahlte nur wenig Torgefahr aus.
"Wir sind unzufrieden"
Eine Eckball-Flanke auf den Kopf von Naldo, ein Freistoß weit übers Tor - das war alles, was auf Diegos Arbeitszettel bis zur 69. Minute zu vermerken war. Wahrscheinlich wäre auch nichts mehr dazu gekommen, wenn nicht Bielefelds Petr Gabriels Lust auf einen höchst dämlichen Rempler gegen Ivan Klasnic im eigenen Strafraum verspürt hätte. Da konnte Diego richtig Anlauf nehmen und mit aller sichtbaren Wut über die bisher schwache Leistung den Ball ins Eck setzen.
Mehr als der Ausgleich zum 1:1 sprang für die Bremer aber nicht heraus. Damit stehen aus den vergangenen drei Spielen zwei Niederlage und ein Remis zu Buche, aus den vergangenen fünf Spielen vier erfolglose Partien. Das ist zu wenig für eine Mannschaft, die sich das fünfte Jahr in Folge einen Platz in der Champions League sichern will. "Wir sind unzufrieden", erklärte Bremens Trainer Thomas Schaaf. Zumal die Verantwortlichen im Kampf mit die internationalen Plätze immer befürchten müssen, dass Tim Wiese mal wieder einen seiner weniger guten Tage erwischt.
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(sueddeutsche.de/aum/cmat)
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