Fußball-Bundesliga Schmerzhafter Aussetzer
Anzeige
Bei einer Schambeinentzündung ist Schonung angesagt. Diego lief trotzdem auf - bis ihn der Schiedsrichter vom Platz stellte. Das tat Werder Bremen weh und könnte sich im Titelkampf noch rächen.
"Sehr dosiert", solle die brasilianische Zaubermaus eingesetzt werden, erklärte Werders Manager Klaus Allofs vor der Partie am TV-Mikrofon. "Wenn Schmerzen auftreten, muss man ihn runter nehmen."
In der 40. Minute erhielt Diego die rote Karte. Danach war Bremen zwar besser, verlor aber trotzdem 0:1 gegen Frankfurt.
(Foto: Foto: AP)Es traten Schmerzen auf. Daran war nicht die Entzündung am Schambein Schuld, sondern das Einwirken der Frankfurter Gegenspieler. Diego war bis zur 40. Minute der meistgefoulte Spieler der Partie, ermittelten die Statistiker. Allofs nutzte das, um den Aussetzer seines Stars ein Stück weit zu rechtfertigen.
In der 40. Minute hatte sich Diego mit Frankfurts Verteidiger Sotirios Kyrgiakos beharkt. Der Brasilianer kam zu Fall, tauschte mit Kyrgiakos einige Nettigkeiten aus und rempelte den Frankfurter anschließend um. Diego ist gute zehn Kilo leichter als Kyrgiakos und fast 20 Zentimeter kleiner, doch der Bodycheck ließ den Griechen umfallen wie eine morsche Tanne.
Allofs warf dem Frankfurter deshalb Theatralik vor. Überhaupt hätten die Gastgeber Diego permanent "bearbeitet". Der Brasilianer habe sich "gewehrt" und sei dann auf die Provokation der Eintracht-Spieler "herein gefallen". Eine gelbe Karte hätte es deshalb auch getan, fand Bremens Manager.
Anzeige
Schiedsrichter Helmut Fleischer griff nach kurzer Beratung mit seinem Assistenten aber zur roten Karte. Damit hat der Brasilianer die von Allofs zitierte "Dosis" selbst gewählt: 40 Minuten Spielzeit, dann nahm er sich selbst vom Platz. "Ich habe die Nerven verloren, das darf nicht passieren. Ich entschuldige mich bei Trainer und Mannschaft", ließ er nach der Partie übersetzen.
Frankfurt traf in der zweiten Halbzeit zum 1:0 durch Amanatidis (56.). Trotz Überzahl und Führung behielt die Eintracht ihre Kontertaktik bei, was den Gästen die Gelegenheit zur Offensive gab. Ivan Klasnic, Tim Borowski und Naldo vergaben dicke Torchancen, es blieb beim Bremer Rückstand. Der Rückstand des Tabellenzweiten auf den FC Bayern könnte deshalb am Sonntagabend auf sechs Punkte anwachsen.
Werders Trainer Thomas Schaaf äußerte sich nach Spielende nicht direkt zu Diegos Aussetzer, der drohenden vierwöchigen Sperre und den möglichen Auswirkungen auf die Meisterschaft. "Wir haben trotz fehlender Spieler in dieser Saison immer versucht, guten Fußball zu bieten", sagte Schaaf nur. Dabei war sein Gesicht ein bisschen schmerzverzerrt.