Uli Hoeneß will über die GEZ Hunderte Millionen Euro für die Bundesliga einnehmen. Mitten in der Wirtschaftskrise ist diese Idee atemberaubend.
Der Blick auf die laufende Saison zeigt, wo das Problem (nicht nur) des lamentierfreudigen deutschen Fußballs liegt: Es fehlt an der Einsicht, dass Qualität nicht nur für Irrsinnssummen gekauft, sondern auch hart erarbeitet werden kann. Gerade in einem Mannschaftssport mit immerhin elf Mitwirkenden lässt sich viel individuelle Klasse kompensieren, wenn nur die Räder richtig ineinander greifen.
Bild vergrößern
Zwei Euro monatlich vom Gebührenzahler für den Fußball: Uli Hoeneß wünscht sich mehe Geld. (© Foto: dpa)
Anzeige
Die millionenschweren Bayern haben das doch, zitternd und betend, in der Hinrunde erlebt, als ihnen die Hoffenheimer Nobodies zeigten, wie Klassefußball gespielt wird, der überdies erfolgreich ist. Nun stagniert das Aufsteigerteam verletzungsbedingt. Aber die Messlatte ist gelegt und Nachahmung von jedem kühl einzufordern, der die alte Leier vom fehlenden Geld anstimmt. Womit man wieder bei Hoeneß ist, fraglos eine der respektabelsten Figuren der Sportbranche, aber auch einer, der sich gern mal vergaloppiert in der Rolle als Übervater des Fußballs.
Dass der erfahrenste Kopf des Betriebs nun ernsthaft eine monatliche Mehrabgabe für den armen Fußball in Höhe von zwei Euro monatlich pro Gebührenzahler ins Gespräch bringt, weil die Branche dann mit 900 Millionen mehr im Jahr noch dicker klotzen könnte, ist atemberaubend. Mehr Kasse bringt nicht automatisch mehr Klasse - das belegt gerade wieder die sportliche Tristesse rund ums Schalker Millionengrab.
Im Angesicht der herandämmernden Weltwirtschaftskrise aber, die Fußballs Stammklientel am härtesten treffen dürfte, muss auch den sportnahen Beobachter irritieren, wenn von der Allgemeinheit mehr Geld gefordert wird für ein Gewerbe, dessen gesamtwirtschaftliche Endbestimmung stark am Erwerb von Edelkarossen & Goldkettchen orientiert ist.
Da tendiert der Förderungsbedarf gegen Null aus Sicht der Gemeinschaft von Gebühren- und Steuerzahlern, die ja auch für Rahmenkosten des Betriebs wie Sicherheit und Infrastruktur aufkommt. So spendet am Ende die Werder-Affäre Born/Pizarro, ein Symptom des Systems, Trost für alle: Der Großteil der Knete versickert sowieso bei Agenten und Beratern.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- Bundesliga RSS
- Bundesliga - der 24. Spieltag Argument für die Wende 15.03.2009
- Hertha - Leverkusen Favres ewiges Spiel 15.03.2009
- FC Bayern München Tiefschlag im Souterrain 15.03.2009
- Fußball: Fernsehrechte Hoeneß für Fußballgebühr - heute schon GEZahlt? 15.03.2009
- FC Bayern: Franck Ribéry Der Wellenbrecher 17.05.2010
- Bundesliga: 1. FC Nürnberg Sieger auf Euro-Suche 17.05.2010
- Bundesliga: Relegation Jungbrunnen für Franken 16.05.2010
(SZ vom 16.03.2009)
Bundespräsident zur Islam-Debatte
Wieviel wollen die Handballer, Biathleten, Skispringer, Leichtathleten, Skifahrer usw?
So kommen wir leicht auf monatliche Gebühren von Eur 80,--
Uli Hoeneß ist kein Fußball-August, sondern Manager vom FC Bayern - und Uli Hoeneß wollte lediglich dass alle Fußballfans sich den Sport anschauen können ohne auf Pay-TV angewiesen zu sein. Leider wurde der Vorschlag von Herrn Hoeneß falsch dargestellt.
Und ich bezweifle stark dass man ständig von Fußballfans in Innenstädten belästigt wird.
Im Umfeld des Fußball-"Sports" geistreiche Beiträge lesen zu können, hätte ich ohnehin nicht erwartet. Was bitte hätte ich lesen können sollen? Diese platte Retourkutsche?
Allerdings finde ich den Vorschlag für die Gebührenzahlung herausragend: Wenn schon die Medien die ganze Zeit über voll mit diesem "Sport" sind, sollen doch die ach so zahlreichen (und offensichtlich zahlungskräftigen) Fans die Finanzierung dieser Kanäle gleich ganz übernehmen! Dann müßten wir alle nicht mehr Volksmusik finanzieren und die Herrschaften wären auf ihrem Sofa gut aufgehoben, bevor sie in Fußgängerzonen und öffentlichen Verkehrsmitteln herumgrölen und randalieren. Perfekte Lösung.
Alle anderen können auf werbefreie und spendenfinanzierte Internet-Medien ausweichen, da stimmen angesichts der enormen Auswahl in jedem Fall Qualität und Inhalt.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Ich würde lesen lernen, bevor ich meine eigene "verbale Diarrhö" in einem Kommentar entsorge.
Ich würde aber auch 5 oder 10 Zahlen um nicht als Fan Leute wie Sie in der Innenstadt zu belästigen, sondern mir auf meinem Sofa Fußball anschauen zu können.
Um ehrlich zu sein gehe ich sogar soweit, daß ich mir lieber 5 Fußballspiele hintereinander ansehe, bevor ich mir einmal den Musikantenstadl oder Carmen Nebels Volksverdummung antue. Das wird auch von den Gebühren finanziert,leider.
Paging