Felix Magath gewinnt mit Schalke sein Heimdebüt und zieht in der Tabelle mit Wolfsburg gleich. Dahinter Hamburg und überraschend Gladbach. Der Spieltag im Überblick.
Glanz, Gloria und fußballerische Perfektion sind in der jungen Bundesligasaison noch rare Güter. Der Meister vermittelt sie schon, der Rekord-Titelträger aus München kann es noch nicht. Zwei Spiele, zwei Punkte - Louis van Gaals Bayern starteten mit der gleichen schwachen Bilanz in die Spielzeit wie vor einem Jahr mit Jürgen Klinsmann.
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Felix Magath ist mit Schalke an der Tabellenspitze. (© Foto: AP)
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Das Maximum bilanziert neben dem FC Schalke 04 auch der VfL Wolfsburg. Zwei Partien und sechs Zähler sind ein klares Signal für die Konkurrenz: Armin Veh und seine Mannschaft wollen mehr, einmal ist keinmal.
Doch Meistertrainer Felix Magath hält mit seinem alten Club punkt-und torgleich an der Tabellenspitze mit: Auch Schalke feierte mit einem 3:0 gegen Reviernachbarn VfL Bochum den zweiten Erfolg der Saison. Der 19 Jahre alte Christoph Moritz in seinem zweiten Bundesligaspiel, Heiko Westermann und Jefferson Farfán sorgten mit ihren Treffern für den ungefährdeten Sieg.
Das andere Extrem zu Wolfsburg und Schalke ist der 1. FC Köln: Zwei Versuche, zwei Pleiten, zwei Eigentore - die Warnungen Lukas Podolskis sind gerechtfertigt. Für den 10-Millionen-Euro-Rückkehrer ("Es wird eine schwere Saison") war alles für die große Party angerichtet.
48.000 Zuschauer hießen ihren Liebling zu dessen Bundesliga-Comeback als "Geißbock" willkommen. Doch beim 1:3 verdarben die Wolfsburger Edin Dzeko und Obafemi Martins und ein Eigentor von Pierre Wome Podolski die Stimmung. 1:0 geführt, passabel gespielt, aber verloren, auch weil der Protagonist das 2:0 vergab. "Das ist nicht nur für mich bitter, sondern für das ganze Team", sagte Podolski, dessen bisheriger Arbeitgeber ebenfalls noch heftig dümpelt.
"Vier Punkte verschenkt"
"Wir wollten sechs Punkte nach zwei Spielen. Jetzt haben wir zwei. Wir haben vier Punkte verschenkt, die müssen wir wieder aufholen" - nicht nur Torschütze Mario Gomez hatte sich das Van-Gaal-Heimdebüt beim 1:1 gegen Werder Bremen anders vorgestellt. "Van Gaal auch nicht besser als Klinsi", titelte Bild am Sonntag. Der ehemalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld blieb sachlicher: "Van Gaal wird sich durchsetzen. Er weiß, wie man Meister wird", kommentierte Hitzfeld im TV-Sender Sky das Geschehen, das sich trotz der Rückkehr von Franck Ribéry in das Bayern-Team anders darstellte als die höchst abwechslungs- und torreichen Begegnungen in Stuttgart und Hamburg.
4:2 gewannen die Schwaben gegen die badischen Aufsteiger des SC Freiburg, und auch der HSV und Borussia Dortmund machten ihre 90 Minuten beim 4:1 zum vergnüglichen Spektakel - wenigstens mit dem Blick durch die hanseatische Fußball-Brille. Ein Offensivfeuerwerk und Glanztaten von Zé Roberto und den Millionen-Transfers Marcus Berg oder Eljero Elia erstickten aufkommendes Krisengerede beim HSV im Keim, für BVB-Coach Jürgen Klopp war "die Klatsche verdient".
In Stuttgart wurde der für Martin Lanig (Kreuzbandriss) eingewechselte Elson mit zwei Toren und einer exzellenten Vorstellung zum "Mann des Tages" beim VfB. Jubel ja, Feier nein: "Ich konzentriere mich jetzt voll auf Dienstag", sagte Elson vor der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Timisoara.
Aufsteiger Freiburg steckt wie Hoffenheim (0:1 in Leverkusen), Hannover oder Nürnberg (1:1 in Frankfurt) unten drin, doch nervös wird Trainer Robin Dutt nicht: "Solche Spiele helfen uns", meinte der Erstliga-Novize nach dem Ausflug in das Schwabenland.
Hannovers Dieter Hecking musste schon vor dem 1:1 gegen den FSV Mainz 05 das Übliche erleiden: Die Hecking-raus-Rufe werden immer lauter. Keeper Robert Enke: "Das ist ja schon seit acht, neun Monaten so. Die Stimmung ändert sich nur durch Punkte." Der Coach kritisierte seine Offensivabteilung, die sich höchst ungeschickt anstellte: "Da muss mehr Geilheit dabei sein, das Ding über die Linie zu bringen."
Kießling kaltschnäuzig
Wie es geht, demonstrierten die Torschützen Roel Brouwers und Karim Matmour von Borussia Mönchengladbach beim 2:1-Erfolg gegen Hertha BSC. Das Team von Trainer Michael Frontzeck geriet aber wie in der Vorwoche beim VfL Bochum (3:3) in Gefahr, eine komfortable Führung aus der Hand zu geben. Doch Gojko Kacar schaffte nur noch den Anschluss. Hertha-Rückkehrer Artur Wichniarek blieb erneut glücklos.
Kaltschnäuziger präsentierte sich Stefan Kießling mit dem ersten Pflichtspieltor im für 70 Millionen Euro umgebauten Leverkusener Stadion, das Trainer Jupp Heynckes als "kleinen Tempel" bezeichnete. "Nach vorne geht bei uns immer was. Wenn wir das beibehalten, wird es für die anderen Mannschaften schwer, an uns vorbeizukommen", sagte Kießling über die neue Heynckes-Taktik, die auf kompakter Defensive basiert und den alten Hurra-Stil ablöste.
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(sueddeutsche.de/dpa/segi)
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Wieso Magath plötzlich so erfolgreich ist? Magath lässt sich nicht mehr 'reinquatschen'!
Siege gegen Nürnberg und Bochum sind kein Maßstab. Sollte Schalke auch gegen Hoffenheim gewinnen, dann sieht das schon anders aus. Allerdings traue ich das Schake nicht zu.
Irgendwann in der letzten Saison bei den Bayern hat man feststellen müssen, dass Magath die Mannschaft ziemlich egal geworden ist. Nachdem es zwei Jahre lang gute gegangen war, war plötzlich der Ofen komplett aus. Es fand zwischen dem Trainer und der Mannschaft praktisch nichts mehr statt. Lag es am Trainer? Oder an den Verhältnissen bei Bayern?
Interessant ist in jedem Fall, dass seine Mannschaften davor (Stuttgart) und danach Wolfsburg und jetzt Schalke fleissig Tore schießen, wo andere nur müde kicken. So gewinnt man Meisterschaften!
Bei Bayern hat manden Eindruck, dass da immer die besten Stürmer verpflichtet werden, diese aber bei jedem anderen Verein wesentlich mehr Tore schießen können, als bei Bayern. (Ausnahme: letzte Hitzfeld-Saison)
An der total defensiven Ausrichtung der jeweiligen Gegner kann es jedenfalls nicht liegen. Mit dem Personal, das man jetzt einsetzen kann, hätte man Neckarelz komplett zerlegen müssen und gegen Hoffenheim und Bremen zu wesentlich mehr Toren reichen müssen.
Was mir als Bayernanhänger Sorgen bereiten würde, das ist die "sanfte Zufriedenheit" bei Gomez nach dessen 1:1-Ausgleichstor! Hier hätte ich eine Entschlossenheit im Blick von Gomez erwartet, das ganze Spiel noch zu "drehen!" Doch der Gomez scheint zufrieden zu sein, ab und zu auch für den FCB einmal zu treffen! Ein salopper Hüftschwung, sonst nichts!
"Die Tabelle werde ich mir einrahmen" ...ich würde noch die nächsten drei Spiele abwarten, es kommt nämlich noch besser, versprochen.
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