"Aus planerischer Sicht ist es fast unerheblich, ob man Vierter oder Siebter wird", sagt Dieter Hoeneß. Wer Siebter wird, spielt nicht europäisch und verdient somit null Euro; wer Vierter wird und in den Uefa-Cup darf, "der hat einen Imagegewinn und auch die theoretische Chance auf Mehreinnahmen", sagt Hoeneß. "Aber dafür muss man so viele Runden überstehen, dass man mit den Mehreinnahmen nicht kalkulieren kann."

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Vor zwei Jahren, als Hertha nach der Uefa-Cup-Gruppenphase ausschied, blieben 19000 Euro hängen. Kein Druckfehler: neunzehntausend. "Dieses Jahr waren es etwa anderthalb Millionen", sagt Hoeneß, und der VfB, der bis in die Zwischenrunde vorstieß, wurde um drei Millionen reicher.Verglichen mit 15 Millionen ist das "nicht so viel", sagt Heldt vorsichtig. "Ich weiß, dass das Jammern auf hohem Niveau ist, aber der Unterschied zwischen Platz zwei und vier ist extrem."

So kommt es, dass überall in der Branche die Personalien auf Wiedervorlage in den Schubladen verstaut sind. Vereine, Spieler und Spielerberater versuchen sich für alle theoretisch möglichen Fälle alle theoretisch möglichen Optionen offen zu halten. In Berlin, so heißt es seit Wochen, hänge mindestens die Zukunft des ausgeliehenen Andrej Woronin an der Champions League.

"Die Spekulation ist zumindest zulässig", sagt Hoeneß, "aber wir haben die Personalie noch nicht abschließend besprochen. Das machen wir, wenn wir wissen, welchen Platz wir belegt haben." Auch Abwehrspieler Josip Simunic könnte sich auf eine Klausel berufen, wonach er die Stadt verlassen darf, falls die Champions League verfehlt wird.

In Stuttgart könnte der Tabellenplatz sogar die Vereinspolitik verändern. Sollte der VfB auf Rang zwei ins Ziel kommen, könnten die Gremien zu dem Schluss kommen, sich offensiver auf dem Transfermarkt zu positionieren, und Heldt sähe in diesem Fall "durchaus gute Chancen", Mario Gomez zu halten - zumal ein Sieg in München automatisch einen Gomez-Mitbewerber aus den heiligen Hallen der Champions League vertreiben würde.

Natürlich könnte der Verlierer dieses Spiels die heiligen Hallen auch noch über den dritten Tabellenplatz ansteuern, aber dieser Platz, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt, gilt unter Klubentscheidern als "ein bisschen gemein" wie Heldt sagt. Die Qualifikationsspiele steigen Ende August, "sodass man erst kurz vor Transferschluss wüsste, ob man mit 15 Millionen planen kann". Zumal die Setzlisten abgeschafft sind: Der deutsche Vertreter könnte auf Arsenal oder Valencia treffen. Der zweite Platz, sagt Horst Heldt, würde da "doch deutlich mehr Spaß machen".

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(SZ vom 19.05.2009)