Von Merlin Scholz

Bayern, Wolfsburg, Hertha zwischen der Werbung: Die Fernseh-Zuschauer sehen von den Topspielen im Kampf um die Meisterschaft höchstens zwölf Minuten.

Wenn der geneigte Fußballfan heute Abend in froher Erwartung des 31. Spieltages die Taste Nummer eins auf seiner Fernbedienung drückt, wird er enttäuscht sein. Anstatt Ribéry, Grafite oder Woronin erwarten den Fernsehzuschauer in der ARD "Altmeisterin" Uschi Glas, Polit-Linksaußen Sahra Wagenknecht und als Pendant dazu auf dem rechten Flügel Bild-Kolumnist Hugo Müller-Vogg - und zwar nicht auf irgendeinem grünen Rasen, sondern im Studio von Sandra Maischberger. Das Thema der Talkshow: "Lässt der Staat die Armen im Stich?".

Den Ball fest im Blick: Heute richtet das DSF seine Kameras auf die Bundesligaspiele, morgen sendet dann die ARD. (© Foto: ddp)

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Wer die Fußball-Bundesliga mit vier der ersten fünf Mannschaften der Tabelle sehen will, muss das Deutsche Sport-Fernsehen (DSF) einschalten. In der Sendung "Bundesliga Spezial" zeigt der Münchner Privatsender ab 22.30 Uhr eine Stunde lang Zusammenfassungen der Spiele Bayern München - Bayer 04 Leverkusen, 1. FC Köln - Hertha BSC, VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund, Karlsruher SC - Hannover 96.

Unangenehm für den Fan: Die Sendung wird drei Mal für Werbeblöcke unterbrochen. Das macht in Nettozahlen: 47 Minuten Fußball und 13 Minuten Werbung. Ein Spielbericht darf maximal zwölf Minuten dauern, diese Kapazität wird der Sender aber nicht ausschöpfen. Dafür werde man die Moderationen so kurz wie möglich halten, so der Sender auf Anfrage von sueddeutsche.de.

Für das DSF ist der heutige Top-Spieltag auf absehbare Zeit die letzte Möglichkeit, mit der Ersten Bundesliga Quote zu machen. Besaß der Sender diese Saison noch die Erstrechte für Zusammenfassungen der Sonntagspiele sowie für einen Tag einer englischen Woche, darf das DSF von der kommenden Saison an nur noch Spiele der zweiten Liga exklusiv zusammenfassen.

Morgen Abend von 22.32 Uhr an ist dann wieder die ARD mit der "Sportschau" dran. Da erwarten den Zuschauer zwar die vergleichsweise weniger attraktiven Begegnungen, dafür aber auch keine Werbeunterbrechungen. WDR-Sprecherin Kristina Bausch: "Wir nehmen das sportlich. Es ist vertraglich eben so geregelt, dass wir die Mittwochspartien zeigen."

Die Spielberichte dauern ähnlich wie beim DSF zwischen sieben und zehn Minuten - allerdings muss die ARD diesmal ohne Ribéry, Grafite und Woronin auskommen.

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(sueddeutsche.de/mes/hum/jja)