Bayer Leverkusen bricht vorerst mit der Tradition des gepflegten Scheiterns. Ob die Werkself Meister werden kann, entscheiden aber andere.
Natürlich könne er den Leverkusenern gratulieren, hat Mark van Bommel am Samstagabend nach dem Abschluss der Hinserie gebrummt, denn was die anderen da nun feierten, "das ist ja kein Preis - wir spielen um die Schale". Nicht sehr viel Respekt klang da vor der Mannschaftsfeier am Tegernsee mit beim Kapitän des FC Bayern und zugleich eine gewisse Gereiztheit angesichts des Umstands, dass die Rekordmeister nun seit anderthalb Spielzeiten nicht mehr das Feld anführten.
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Herbstmeister: Jupp Heynckes und Bayer Leverkusen. (© Foto: imago)
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In einer eitlen Branche zählt das Zwischenzeugnis eben doch mehr, als sie in München oder anderenorts einräumen möchten; ein weiterer Grund, weshalb in Leverkusen mit Recht ein wenig gefeiert werden durfte.
Bei Bayer 04 wissen sie natürlich, dass die DFL nicht mal in ihrem Fall eine Ausnahme macht: Für die Herbstmeisterschaft, diesen Titel, den es gar nicht gibt, erhalten auch chronische Verlierer keine Urkunde zugeschickt. Glückwünsche dürften den Rheinländern dennoch gelten, nachdem sie beim Hinrunden-Kehraus tatsächlich über ihren eigenen Schatten sprangen: Mal nicht Zweiter. Diesmal nicht.
Und sportlich haben die - unbesiegten - Leverkusener die Halbserie geprägt und die Bundesliga letztlich vor der kleinen Peinlichkeit bewahrt, den gut organisierten, aber eher selten glanzvollen Schalkern oder Münchnern die Winterkrone aufsetzen zu müssen.
Dennoch haben diese drei Teams mehr gemein, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Es mag Zufall sein, aber in Jupp Heynckes, Felix Magath und Louis van Gaal stehen die ältesten Trainer der Liga oben im Tableau - drei Vertreter der alten Gilde, die sinnigerweise auf junges Personal setzen.
Sogar bei den Star-hörigen Bayern zählen ja zwei 20-Jährige aus der dritten Liga zu van Gaals unverzichtbaren Stützen, Badstuber und Müller; auf Schalke schuften noch mehr Teens und Twens. Die Leverkusener haben es aber auch hier auf die Spitze getrieben mit ihrer talentierten Pfadfindergruppe: Rechnete man die Quotendrücker in der Abwehr - Friedrich, 30, und Hyypiä, 36 - heraus, hat Bayer am Samstag mit einem im Schnitt gut 21 Jahre jungen Team ein 1:2 gedreht - und somit gebrochen mit der in 30 Bundesligajahren zur Kunstform erhobenen Tradition des gepflegten Scheiterns.
Auch Heynckes' ersten kleinen Sticheleien gegen seine alten Freunde im Süden deuten an, dass es diesmal doch anders ausgehen könnte am meistbefahrenen Autobahnkreuz Europas. Ob diese neue Haltung zum Titel reicht für Leverkusen, Schalke oder sogar die lange dezimierten Hamburger, entscheiden aber wohl doch andere: die gereizten Bayern mit ihrem überlegenen Luxuskader.
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(SZ vom 21.12.2009)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
"Wenn die Bayern schwächeln, warum auch immer, dann haben die Anderen eine Chance. Wenn nicht, dann ist der Drops gelutscht. Das ist übrigens in anderen Ligen nicht anders."
Ach, spielen die Bayern jetzt auch in der Premier League oder Primera Division?
DAS ist halt das Manko der Bundesliga. Immer diese Bayern-Fixiertheit. In England ist die Meisterschaft auf hohem Niveau unglaublich spannend und der Kampf der Titanen in Spanien hat dieses Jahr echt etwas episches.
Wozu dieses Theater um die Bayern und die Bundesliga?
Ja, die Bayern haben ihre grosse "Krise", sprich die van Gaal'schen Schulungswochen, schon hinter sich.Aus Einzelspielern wurde da eine Mannschaft geformt die in ihrer homogenen Performance vielleicht einzigartig in der Geschichte des Klubs sein wird. Und wenn die Gaucho Axt nicht gar so viele Fehler macht und der Hoeness sich raushält, dann heisst der Meister diese Saison wieder einmal FC Bayern.
Ich kann mich da gerade nicht mehr so gut erinnern, wer war eigentlich letztes Jahr der Herbstmeister? Der Artikel vom Herrn Burkert war übrigens recht anregend und ich sehe keinen Grund derb auf ihn einzudreschen.
denn, bei einem eingespielten FCB, mit allen Stammkräften, stellt sich die Frage nach dem Meister nicht mehr. Somit kann man diesen Artikel getrost auf Wiedervorlage stellen und nur die Namen der anderen Vereine austauschen. Wenn die Bayern schwächeln, warum auch immer, dann haben die Anderen eine Chance. Wenn nicht, dann ist der Drops gelutscht. Das ist übrigens in anderen Ligen nicht anders.
"Und sportlich haben die - unbesiegten - Leverkusener die Halbserie geprägt und die Bundesliga letztlich vor der kleinen Peinlichkeit bewahrt, den gut organisierten, aber eher selten glanzvollen Schalkern oder Münchnern die Winterkrone aufsetzen zu müssen."
Auch ein SZ-Kommentator darf mal eine exklusive Meinung haben. Obwohl ... das haben die ja fast immer.
Das Leverkusen sich im Gegensatz zu Bayern, dem HSV oder Werder voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren konnte, weil sie letztes Jahr einfach zu schlecht waren, macht sie also zu einem würdigen Herbstmeister. Gratulation zu so einem Kommentar!
Lieber Herr Burkert,
auch wenn ich Ihnen in dem ein oder anderen Punkt Recht geben muss, so ist Ihre Anmerkung, dass der Bundesliga die Peinlichkeit erspart wurde, den FCB oder S04 zum Herbstmeister zu krönen, erspart wurde, die größte Peinlichkeit der Hinserie überhaupt!
Wer letztlich nach einer halben Saison dort oben steht, hat es auch verdient dort zu stehen. Ob man spielerisch überzeugt hat oder nicht: Wen interessiert das letztlich??? Was zählt, sind die Punkte, wie man die dann erreicht hat ist letztlich egal.
Ich will an dieser Stelle die Leistung von Bayer Leverkusen keineswegs schmälern, denn mit 0 Niederlagen in die Winterpause zu gehen, ist absolut eine Leistung!
Trotzdem gehöre ich zu der Fraktion, die auf gar keinen Fall Leverkusen als Meister sehen möchte. Mit Wolfsburg hat man es ja in der letzten Saison bereits erlebt: Ein Werksclub wird Meister und keinen interessiert es! Bayer Leverkusen wäre in der Lage, das Desinteresse am Deutschen Fußballmeister noch um längen zu unterbieten. Dieser Verein stellt das unterste Niveau in Sachen Fankultur dar und wenn ein Klub Karten verschenken muss, um das Stadion vollzukriegen, ist das ein Armutszeugnis hoch drei!!!
Ich hoffe nicht, dass ich jemals Leverkusen als Meister erleben muss, auch wenn das Thema nach zwei Tagen spätestens erledigt wäre, denn Werksclubs wie Bayer 04 sind so überflüssig wie ein Kropf!
Dann doch lieber Rumpelfußball, aber einen Meister, bei dem man auch den Eindruck hat, dass sich mehr als 200 Fans über den Titel freuen!!!
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