Von der Vorwärtsverteidigung bis zur Tankstelle: Zwölf Gründe, warum die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga-Hitparade von null auf eins steigen konnte.
Pausenlos erklang in der zweiten Halbzeit dasselbe Lied. Das Lied bestand aus drei Wörtern: "Ole, super Hamburg, ole!" (da capo). Es war der trotzige Beweis der HSV-Fans, dass die Fußball-Tradition der Moderne gesanglich noch überlegen ist. Auf dem Platz war sie es nicht am Sonntag, und so musste Ralf Rangnick hinterher wieder viele Fangfragen parieren. Es war ja der running gag seit Wochen, dass Hoffenheims Trainer nach allen Erfolgen seiner juvenilen Rasselbande sagte, die Tabelle habe "erst nach zehn Spielen Aussagekraft".
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Hoffenheim jubelt über die Tabellenführung. (© Foto: Getty)
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Jetzt sind neun vorbei, Hoffenheim hat Hamburg mit 3:0 Toren von Platz eins gestoßen. Aber Rangnick bleibt dabei: Er sehe "keine Veranlassung für modifizierte Ziele". Und nein, er mache keine Faxen ("soll ich auf dem Tisch tanzen?"). Und dreimal nein: Er wolle auch nicht verraten, wo sich sein Team im Detail noch verbessern könne: "Das ist hier eine Pressekonferenz, kein Trainersymposium!"
Das Herbstmärchen des Aufsteigers 1899 Hoffenheim - von null auf eins der Bundesliga-Hitparade - ist ein Mosaik vieler kleiner Erfolgsbausteine. Zwei sind: Demut und Besonnenheit. "Wir lassen uns von vom Erfolg nicht einnebeln. Wir können uns zwar an guten Tagen gegen Spitzenteams wie den HSV behaupten - aber dauerhaft messen noch nicht", sagte Manager Jan Schindelmeiser nach der Gipfelerstürmung. Und Ralf Rangnick, einst Taktiktafel-Magneteverschieber im ZDF, will kein Schlauberger mehr sein, der der Welt die Geheimnisse seines attraktiven, auf organisiertem Balldiebstahl beruhenden Tempofußballs erklärt - es sieht ja jeder selbst, was seine Blaumänner auf dem Rasen anstellen.
Pfiffe bei Rückpässen
Als da wäre Mosaikstein drei: ungeheure Schnelligkeit, mit und ohne Ball, physisch und gedanklich. Wie ein Tornado überrollten die leichtfüßigen Gastgeber schlauerweise gleich zu Beginn die vom Uefa-Cup müden Hamburger: mit flachem, steilem Direktspiel in die Spitze, wo die Angreifer überfallartig in die Abwehrnähte spurten. "Keine Ahnung, was die gegessen hatten", staunte Hamburgs Joris Mathijsen über das Höllentempo.
So lernt es Hoffenheim im Training: In schmalen Spielfeldkorridoren besteht Kurzpasszwang, und Rangnick bricht mit der Trillerpfeife ab, sobald Angriffe mit Quer- oder Rückpässen verschleppt werden. Anleihen für Flügelspiel und Umschalten im Konter wurden vom Hockey abgeschaut, der frühere Bundestrainer Peters ist 1899-Jugendkoordinator.
Sonntags wird dann im Mannheimer Theater aufgeführt: Carlos Eduardo, vorzüglicher Vorlagengeber hinter den Spitzen, setzt Stürmer Obasi in Szene - 1:0. Flotte Stafette über den kreativen Salihovic zu Angreifer Ba: Schuss, abgewehrt, flink nachgesetzt vom Sturmkollegen Ibisevic - 2:0. Freistoß im Mittelfeld, Ba und Salihovic führen blitzartig aus, Hamburg schläft, Steilpass zu Obasi - 3:0.
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Führungsstreit der Linken
Herr Hopp hat mit seinen Milliarden keinen einzigen hoffnungsvollen Nachwuchsspieler irgendeinem Bundesligaverein abgeluchst. ( Beispiel Bayern M. ).
Auch keinen Super Erfolgstrainer aus den USA mit Millionen Honorar verpflichtet.
Eben aber Klasse Trainer, ob es Herr Peters ist oder Ralf Rangnick.
Offensichtlich verstehen die auch was von Menschenführung und Teamwork.
Jogi Löw sollte zum Anschauungsunterricht einmal vorbeischauen, denn die Schule des Lebens bietet immer wieder etwas Neues und auch beleidigte Leberwürste gib es dort offensichtlich nicht !
Und was die Art Fußballspielen anbetrifft....? denk ich an Wales in der Nacht wär ich um den Schlaf gebracht, denn Jogi hätte 90 Minuten lang pfeifen müssen, wegen der Rückpässe z.B.
als reicher Mann seinen Kreisligaverein groß rauszubringen? Ein Mann wie Hopp hat durch sein Leben bewiesen, dass die Dinge, die er tut, Hand und Fuß haben. Inklusive dem Mut zur Familienvergangenheit. Eine große Persönlichkeit, der Erfolg zu gönnen ist. Deutschland armes Neiderland...
"denn mit Regionalität hat der Fussball ohnehin nichts mehr zu tun. "
Wie lange ist es denn her, dass in der obersten deutschen Fußball-Spielklasse in einem Verein die Mehrzahl der Spieler den Dialekt der Region sprach, in der der Verein angesiedelt war.
da haben sie natürlich recht und ich finde es bedauerlich, dass der fussball längst auf dem gleichen weg wie das eishockey ist. hat allerdings wenig mit hoffenheim zu tun denn diesen trend gab es schon viel früher. scheint nur so als ob hoffenheim einer der wenigen vereine ist die es richtig machen. sie dafür abzustrafen bringt ja auch nichts.
eishockey spiele schaue ich mir übrigens nicht mehr an seit es die del gibt. dafür ist mir mein geld und die zeit zu schade. sollten die bundesliga vereine irgendwann genauso anonym und austausch bar sein werde ich das dann ebenso machen. doch gerade hoffenheim ist ja nun ein gutes beispiel für regionalität, zumindest was sponsor und umfeld angeht. und wenn man die ergebnisse der jugendmannschaften sieht besteht die chance dass bald auch wieder spieler aus dem rhein-neckar raum vorne dabei sind.
der "richtige Sponsor" muss das Geld richtig anlegen. wenn er das macht dann kann ein Dorfclub plötzlich in der Bundesliga spielen.
wie gesagt, man könnte die Clubs auch nach ihren Sponsoren benennen, das wäre ehrlicher, denn mit Regionalität hat der Fussball ohnehin nichts mehr zu tun.
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