Bei seinem eher unauffälligen Bundesliga-Comeback feiert Michael Ballack in einer souveränen Mannschaft von Bayer Leverkusen einen 2:0-Sieg in Dortmund - und denkt an Löws Nominierung.
Als Arturo Vidal kurz vor Schluss unter dem Beifall des Leverkusener Publikums vom Platz ging, hatte diese Partie bereits einen ersten Gewinner. Denn weil Bayer-Coach Jupp Heynckes damit bereits dreimal ausgewechselt hatte, wusste Michael Ballack, dass er 90 Minuten durchspielen würde bei seinem Comeback in der Bundesliga. Und auf diesen Termin hatte der vor der WM in Südafrika schwer verletzte Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ja hingearbeitet in den langen Wochen der Rehabilitation, auf den Ligastart bei Borussia Dortmund. Und Ballack ist zwar nicht die auffälligste Figur gewesen, doch nach dem verdienten 2:0-(2:0)-Erfolg des Herbstmeisters der Vorsaison darf er seine Rückkehr nach vier Jahren beim FC Chelsea als rundum gelungen ansehen. Denn unter den Zuschauern in Dortmund befand sich auch Bundestrainer Joachim Löw, dessen Mannschaftskapitän Michael Ballack sehr gerne bleiben würde.
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Eine Nummer zu groß: Michael Ballack im Zweikampf mit dem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Patrick Owomoyela. (© DAPD)
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Ob der 33-Jährige von Löw an diesem Freitag für die ersten EM-Qualifikationsspiele Anfang September in den deutschen Kader berufen wird, ist dennoch weiterhin offen. Während von Löw keine Wertung des Auftritts zu vernehmen war, äußerte sich Ballack natürlich zufrieden. "Für mich war es wichtig, 90 Minuten durchzuspielen. Training hin oder her - Wettkampf ist etwas was ganz anderes", sagte Ballack. Zu Löws bevorstehender Nominierung meinte er, natürlich sei er "noch nicht bei 100 Prozent, für alle ist es noch früh in der Saison, aber ich sehe mich als Teil der Mannschaft". Deshalb wäre er gerne dabei.
Adler bravourös
In einer starken Elf der Rheinländer spielte Ballack eine eher unauffällige Rolle im Mittelfeld, leistete jedoch bis zum Abpfiff ein ordentliches Laufpensum und ging zudem furchtlos in Zweikämpfe. Ein Doppelschlag von Tranquillo Barnetta (19.) und Renato Augusto (22.) ebnete den Gästen vor 73.300 Zuschauern bereits in der ersten Halbzeit den Weg zum 250. Sieg von Heynckes als Bundesliga-Trainer und dem ersten Auswärts-Erfolg Bayers seit knapp sieben Monaten. "Wir haben alles versucht, aber Leverkusen war abgezockt und die bessere Mannschaft", sagte BVB-Kapitän Sebastian Kehl, der seinem offenbar nicht zu Unrecht aberkannten Tor nur wenig nachtrauerte: "Das wäre das 1:1 gewesen, aber daran hat es sicher nicht gelegen."
Heynckes hatte Ballack erstmals für die Anfangsformation nominiert, nachdem er im Playoff-Spiel zur Europa League gegen Simferopol aus der Ukraine (3:0) eine Halbzeit mitgewirkt hatte. Mit dem einstigen England-Legionär, der sein letztes Ligaspiel am 13. Mai 2006 mit Bayern München (3:3) ebenfalls gegen den BVB bestritt, und dem Finnen Sami Hyypiä kehrten rechtzeitig zwei Routiniers ins junge Bayer-Team zurück. Es dauerte zehn Minuten, ehe die Borussen durch Shinji Kagawa ihre erste große Möglichkeiten hatten. Doch Nationaltorhüter René Adler rettete bravourös gegen den wendigen Japaner.
Die Antwort von Bayer 04 folgte vier Minuten später mit einem Pfostenschuss von Eren Derdiyok, bevor dessen Schweizer Landsmann Barnetta seinen Freiraum im Dortmunder Strafraum nutzte und flach zum 1:0 (19.) einschoss. Die allgemeine Verunsicherung in der BVB-Defensive ebnete schließlich Renato Augusto den Weg zum 2:0 (22.). Zuvor hatten die Dortmunder Pech, dass ihnen ein Treffer zum Ausgleich von Kehl wegen äußerst knapper Abseitsposition nicht anerkannt wurde. Der insgesamt enttäuschende BVB tat sich bei allen Problemen in der Abwehr schwer im Spielaufbau gegen gut organisierte Leverkusener, bei denen der emsige Chilene Vidal herausragte. Nach dem Wechsel verstärkte der BVB den Druck, allerdings fehlte ihr im Abschluss die nötige Konsequenz.
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela (77. Rangelow), Subotic, Hummels, Schmelzer - Sahin, Kehl (63. Lewandowski) - Großkreutz (67. Piszczek), Kagawa, Götze - Barrios
Bayer Leverkusen: Adler - Castro, Hyypiä, Reinartz, Kadlec - Ballack, Vidal (88. Balitsch) - Renato Augusto (81. Schwaab), Barnetta (75. Bender) - Kießling, Derdiyok
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf) - Zuschauer: 73 300 - Tore: 0:1 Barnetta (19.), 0:2 Renato Augusto (22.)
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(SZ/dpa/sid/dop)
Bergkirchweih in Erlangen
1. Über M. Ballack wird viel gechrieben, weil er ein interessanter Sportler und Kapitän der Fußballnationalmannschaft ist oder war.
2. In der letzten Saison war er der einzige deutsche Spieler bei einem Topklub außerhalb der Bundesliga.
3. M. Ballack braucht keinen PR-Sprecher, um sich im Gespräch zu halten.
4. Die Deutschen haben ein psychologisches Problem mit richtigen Stars!
5. Anders, als in anderen Staaten, wo man stolz ist auf Vorzeigefiguren, versucht man in Deutschland regelmäßig die Leistungsfähigsten öffentlich zu degradieren. Oder man beobachtet mit Schadenfreude, wenn eine Persönlichkeit eine Krise durchlebt.
6. Man muss unweigerlich an den National s o z i a l i s m u s und an die DDR denken, und die Gleichmacherei, die dort betrieben wurde.
7. Für viele Deutsche wäre es wohl am besten, wir a l l e würden vom Staat mit möglichst h o h e n Transferzahlungen bedient werden, und müssten uns - nach dem wir Verantwortung, Selbstachtung, Hirn und Leistungwillen schön brav dem Staat übertragen haben - um gar nichts mehr kümmern.
Schön, wenn man solch einen persönlichen PR-Etat hat, mit dem man sich auch in der Flaute im Gespräch halten kann.
Nicht auszudenken, was über Michael Ballack geschrieben wird, wenn er irgendwann einmal wieder eine erwähnenswerte Leistung zeigen sollte.
Aber irgendwann, in nicht zu ferner Zukunft, wird er sich an den Rat von Uli Hoeneß erinnern.
1. Wenn M. Ballack so schlecht gespielt hat, warum hat dann Bayer so souverän gewonnen? So viel kann er nicht falsch gemacht haben.
2. M. Ballack hat eine längere Verletzungspause hinter sich, die er vorbildlich und professionell überwunden hat. (vgl. F. Ribery in der letzten Saison)
3. Dafür, dass ihm Spielpraxis fehlt, war seine Leistung tadellos.
4. M. Ballack hat sich mit Bayer bewußt für einen sportlich interessanten Verein entschieden, und große Namen oder ein paar Euro links liegen gelassen! Sympathisch!
...der arme Kießling, hat bei Leverkusen einen tolle Saison gespielt und durfte während der WM auf der Bank versauern. ;o
mir tut der leverkusener bender-zwilling leid. hat ne klasse vorbereitung gespielt, war großartig im dfb-pokalspiel und jetzt muss er für einen (gewohnt) blassen ballack draußen bleiben...
ich hoffe, dass heynckes den ungen spielern noch mehr chancen geben wird...
Paging