Fußball-Bundesliga: FC Schalke Das Internet entlässt Kuranyi

Verwirrung um Kuranyi: Am Mittwochabend war auf bild.de und der Schalker Homepage zu lesen, Kuranyi sei fristlos entlassen - offenbar das Resultat eines Hackerangriffs.

Wer am Mittwochabend vom Kick der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen nicht sonderlich angetan war und stattdessen durch die Fußball-Seiten des Internets surfte, konnte auf der Homepage des Bundesligisten Schalke 04 eine sowohl inhaltlich wie auch orthografisch ziemlich interessante Meldung finden. Dort stand zu lesen:

In einer außerplanmässigen Sondersitzung der Vereinsführung wurde heute entschieden, dass Kevin Kuranyi von seinen vertraglichen Pflichten gegenüber Schalke 04 bis auf weiteres befreit wird. Nach medienwirksamen und für den Verein untragbaren Äußerungen von Kevin gegen die Mannschaft war eine Freigabe unausweichlich. Seitens der Vereinsführung und engen Vertrauen Kevins wurden alle Bemühungen unternommen um einer Fortsetzung bei Schalke nicht im Wege zu stehen. Alle sogearteten Versuche sind gescheitert.

Um die Mannschaft vor einem weiteren Imageverlust zu schützen, und die Stimmung im Verein nicht länger zu belasten, wird Kevin jetzt bedingungslos aus seinem Vertrag entlassen. Über die weiteren Pläne von Kevin und eine Ablöse von einem neuen Verein ist uns noch nichts bekannt. Kevin wird sich dazu aber noch gesondert an die Presse wenden. Uns verlässt ein ausgezeichneter Spieler der ein grosses Loch im Kader unserer Mannschaft hinterlässt, trotzdem schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft und freuen uns auf neue Herausforderungen und neue Gesichter im Verein.

Kuranyi fristlos entlassen - blitzschnell breitete sich diese Meldung unter den Fußball-Fans aus. Und blitzschnell hob sie die Bild-Zeitung auf ihre Online-Ausgabe. Diese Meldung hätte nach den turbulenten vergangenen Wochen ja durchaus Sinn gemacht. Immer wieder war von Verstimmungen zwischen Kuranyi und der Schalker Führung die Rede. Zwischenzeitlich stand sogar ein Verkauf des früheren Nationalangreifers im Raum.

Doch nur wenige Minuten später war die Schalker Homepage nicht mehr zugänglich und war die Meldungsüberschrift der Bild-Zeitung nur noch über Googlenews, aber der Artikel nicht mehr über die Homepage des Boulevardblattes zu lesen.

Offenbar war die offizielle Homepage der Schalker Opfer eines Hackerangriffes geworden. Nicht Schalke, sondern das Internet hatte Kuranyi fristlos entlassen - wenn auch nur für 30 Minuten. Die Königsblauen erklärten schnell, dass es sich um eine Falschinformation handelte. Auch die Bild-Redaktion stellte den Sachverhalt klar.

Erst wenige Stunden zuvor war die persönliche Homepage von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach einem Hacker-Angriff vorübergehend lahmgelegt worden. Wer am Mittwoch die Adresse www.wolfgang-schaeuble.de aufrief, erhielt über Stunden eine Fehlermeldung. Am frühen Abend war die Seite dann wieder erreichbar. Schäubles Abgeordnetenbüro führte den Hackerangriff auf eine Sicherheitslücke in der Software zurück, mit der die Seite erstellt wurde. Diese sei schon vor der "widerrechtlichen Veränderung der Website" bekanntgewesen, hieß es in einer Erklärung.

Ihr fehlt uns so!

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