Vier Tage nach der Trennung vom bisherigen Trainer Thomas Doll hat die Borussia einem Zeitungsbericht zufolge den Nachfolger gefunden: Jürgen Klopp.

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat vier Tage nach der Trennung von Thomas Doll "TV-Bundestrainer" Jürgen Klopp als dessen Nachfolger verpflichtet. Das berichtet die Bild-Zeitung in ihrer Freitagsausgabe. Demnach erhält der 40-Jährige bei den Schwarz-Gelben einen Zweijahresvertrag bis 2010 mit Option auf eine weitere Saison.

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Trainer Jürgen Klopp während der Partie 1. FC Köln gegen FSV Mainz 05 am 11. Mai 2008 (© Foto: dpa)

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Der Ex-Coach des FSV Mainz 05 soll pro Spielzeit 1,5 Millionen Euro verdienen. Die Dortmunder wollten die Verpflichtung von Klopp zunächst nicht bestätigen, doch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kündigte bereits in den Ruhr-Nachrichten an: "Es kann gut sein, dass wir schon am Freitag den neuen Trainer vorstellen werden."

Am Donnerstagabend lud der Klub die Medienvertreter zudem für Freitag (11.00 Uhr) aus "aktuellem Anlass" zu einer Pressekonferenz ein. Klopp, der Co-Trainer Zeljko Buvac aus Mainz mitbringt, hatte beim FSV seinen Kontrakt nach der verpassten Rückkehr in die Bundesliga nicht verlängert.

Bei der Borussia war es zuvor nach nur 14 Monaten und der schlechtesten Bundesliga-Platzierung seit 20 Jahren (Platz 13) zur Trennung von Doll gekommen. Klopp ist beim sechsmaligen deutschen Meister der 39. Trainer in der 41-jährigen Bundesliga-Geschichte. Mit dem Wechsel zur Borussia sind auch die Spekulationen um ein mögliches Engagement von Klopp bei Bayer Leverkusen vom Tisch.

"Es gibt keinen Kontakt zu Leverkusen", hatte Klopps Berater Marc Kosicke dem sid bereits zuvor mitgeteilt. In Leverkusen wollte man indes keine Wasserstandsmeldungen zur Trainersuche abgeben. "Wir machen es so, wie es in Leverkusen üblich ist. Wir lassen die Jalousien runter und sprechen hinter verschlossenen Türen. Wir geben keinen Kommentar zu möglichen Namen, zum Anforderungsprofil oder zum möglichen Zeitpunkt ab", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser dem sid.

So kursieren nach der Entlassung von Skibbe am Mittwoch unterm Bayer-Kreuz die üblichen Verdächtigen bei der Neubesetzung des Trainerpostens. Der bei Schalke 04 entlassene Mirko Slomka etwa oder Bruno Labbadia, der mit der SpVgg Greuther Fürth den Bundesliga-Aufstieg verpasste. Ein heiß gehandelter Kandidat ist auch der dänische Nationaltrainer Morten Olsen.

Bereits vor der Skibbe-Verpflichtung vor rund drei Jahren war mit dem früheren Kölner Trainer verhandelt worden. Damals soll ein Engagement am Veto des dänischen Verbandes gescheitert sein. Inzwischen soll Olsen eine Ausstiegsklausel haben.

"Der Trainer muss absolut zu unseren jungen Spielern passen, noch mehr aus ihnen rausholen. Es wird keinen Schnellschuss geben", kündigte Bayer-Sportchef Rudi Völler in der Bild-Zeitung an. Für den früheren DFB-Teamchef sei es "durch mein langjähriges persönliches Verhältnis zu Michael Skibbe eine schwierige Entscheidung" gewesen.

Völler hatte beim DFB vier Jahre lang mit Skibbe zusammengearbeitet. Nach einer rasanten Talfahrt mit nur sieben von 30 möglichen Punkten aus den letzten zehn Spielen habe "unter dem Strich vieles für einen unbelasteten Neuanfang mit einem neuen Trainer" (Wolfgang Holzhäuser) gesprochen. Durch das 0:1 gegen Werder Bremen hatte Bayer am 34. und letzten Spieltag am vergangenen Samstag einen UEFA-Cup- und sogar UI-Cup-Platz verspielt.

"Einen guten Job gemacht"

Die Anhänger der Rheinländer hatten daraufhin lautstark "Skibbe raus" skandiert. Skibbe selbst hob seine Nachwuchsschulung in den letzten zweieinhalb Jahren in Leverkusen hervor. "Ich bedauere, dass wir in den letzten Wochen die sportlichen Erwartungen nicht erfüllen konnten. Ich freue mich aber trotzdem über die Entwicklung der Mannschaft, speziell einzelner Spieler wie Rene Adler, Gonzalo Castro, Simon Rolfes oder Tranquillo Barnetta", wurde der entlassene Coach in einer Pressemitteilung von Bayer zitiert.

Bedauern löste der Rauswurf von Skibbe bei den Bayer-Nationalspielern aus. "Ich finde es sehr schade, weil ich der festen Überzeugung bin, dass Michael Skibbe als Trainer bei Bayer Leverkusen einen guten Job gemacht hat und für die weitere Entwicklung unseres Kaders wichtig gewesen wäre. Wir als Mannschaft sind dafür verantwortlich, dass der Verein das Saisonziel in der Bundesliga verfehlt hat", sagte Torwart Adler.

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(sid/ihe)