Von Johannes Aumüller

Werder Bremen hat Platz zwei immer fester im Visier: Während die Norddeutschen gegen Cottbus 2:0 siegten, kam Schalke gegen Hannover nur zu einem Unentschieden.

Spätestens an diesem Spieltag hat in der Bundesliga wieder ein Phänomen begonnen, zu dem sich in den Stadien des Landes außer den Zuschauern freilich niemand bekennt. Das Phänomen ist das Leinwand-Schielen, offiziell bei Trainern wie Spielern verpönt, inoffiziell essentielle Zweitbeschäftigung während der 90 Minuten. Denn auf dieser Leinwand erscheinen alle paar Minuten alle Zwischenstände der Liga sowie neuerdings auch diese wichtige Blitztabelle. Während man früher noch mühsam kopfrechnen musste, ob das eigene Ergebnis jetzt reicht oder nicht, ist nun mit einem einzigen Blick alles klar.

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Werder Bremen bejubelt den 2:0-Sieg gegen Cottbus. (© Foto: Getty)

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Aber wie gesagt: Offiziell ist diese Leinwand meistens Nebensache. Man konzentriere sich nur auf sich selbst, lautet die Standardantwort aller Beteiligten, wenn beispielsweise die Schalker gefragt werden, ob sie nicht doch mal nebenbei, vielleicht wenn der Ball im Aus war, geschaut haben, wie es beim SV Werder steht - dem schärfsten Konkurrenten im Kampf um den zweiten Tabellenplatz, der für die direkte Champions-League-Qualifikation für die kommende Spielzeit sorgt. "Ich weiß noch gar nicht die Ergebnisse aus dem anderen Stadion", sagte Schalkes Jermaine Jones sogar nach dem Abpfiff.

Für eine der wichtigsten Informationen über das Spiel des Konkurrenten mussten die Schalker gar nicht warten, bis auf der Leinwand das erste Mal die Spielpaarung Bremen gegen Cottbus aufblinkte. Bereits im Kabinengang bekamen sie mit, dass Werder entgegen der Prognosen doch auf Regisseur Diego verzichten musste. Diese Personalie wirkte sich auf das Bremer Spiel natürlich aus, allerdings nicht zu sehr. Die Werderaner waren die optisch überlegene Mannschaft und erarbeiteten sich auch deutlich mehr Torchancen als die Außenseiter aus der Lausitz - doch im Abschluss haperte es.

So kam es, dass die Schalker Trainer, Spieler und Zuschauer auf ihrer Anzeigetafel erst in der zweiten Hälfte mit einem neuen Ergebnisstand aus Bremen konfrontiert wurden: Der erst elf Minuten zuvor eingewechselte Markus Rosenberg traf um 16.54 Uhr zur 1:0-Führung für die Norddeutschen. Zwölf Minuten später flackerte es allerdings erneut auf der Anzeigetafel: Hugo Almeida vollendete eine schöne Kombination zum 2:0. Bremens Trainer Thomas Schaaf bewies dabei mal wieder ein goldenes Händchen: Beide Torschützen brachte er nach dem Seitenwechsel neu ins Spiel. Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten und langem Warten auf das Führungstor hatten die Bremer also mit einem Doppelschlag ihre Pflicht erledigt und konnten sich darauf konzentrieren, auf der Leinwand das Spiel des Champions-League-Platz-Kontrahenten FC Schalke zu verfolgen.

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