DFB-Sportdirektor Sammer über die neuen Chefs in der Liga und einen Satz, den er nie mehr hören will.
Am Freitag startet die Bundesliga in ihre 46. Spielzeit - mit einer Partie, die schon vor dem Anpfiff den ersten Trend der Saison zeigt. Sowohl der FC Bayern als auch der HSV präsentieren neue Gesichter auf den Trainerbänken: Jürgen Klinsmann und Martin Jol. Die prägendsten Transfers der Bundesliga waren diesmal die Trainer: Auch Fred Rutten (Schalke), Jürgen Klopp (Dortmund) und Bruno Labbadia (Leverkusen) werden in der Liga mit Spannung erwartet - ebenso die Rückkehrer Ralf Rangnick (Hoffenheim) und Christoph Daum (Köln). Ein Gespräch mit dem früheren Trainer und heutigen DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, 40, der im neuen Amt die Trainerausbildung anspruchsvoller gestaltet hat und dafür wirbt, dem Trainerposten mehr Wertschätzung zu schenken.
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Neue Gesichter, neue Gesten: In Leverkusen hören die Spieler jetzt auf das Kommando von Trainer Bruno Labbadia. (© Foto: AP)
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SZ: Herr Sammer, ein Blick auf die aktuellen Bundesliga-Trainerbänke müsste Sie glücklich machen, oder?
Sammer: So eine interessante Trainerkonstellation hat es wirklich lange nicht mehr gegeben. Es gibt jüngere Trainer wie Labbadia, Frontzeck, Klopp oder auch Klinsmann, es gibt die Rückkehrer Daum und Rangnick, und es gibt die Etablierten wie Magath, Veh oder Schaaf, deren Qualitäten jeder kennt. Wenn das eine Mannschaft wäre, könnte man sagen: Die Mischung zwischen jung und alt stimmt. Und besonders spannend finde ich, dass wir neben zwölf Deutschen auch die Holländer Jol, Rutten und Luhukay haben, die Schweizer Favre und Koller und den Slowenen Prasnikar.
SZ: Was sagt Ihnen das?
Sammer: Die Öffnung hin zu den kleineren Ländern wie Holland oder der Schweiz ist sicher ein Fortschritt. Das sind Länder, in denen es viel weniger Fußballer gibt als bei uns und die deshalb immer Wert darauf legen mussten, ihre Spieler zu entwickeln. Das geht nur über Trainerarbeit, und deshalb ist die Trainerfigur in diesen Ländern immer sehr wichtig gewesen. Man muss doch mal klar sagen, dass das kleine Holland viel mehr Fußballer in europäischen Topklubs hat als das große Deutschland. Das muss konzeptionelle Gründe haben! Das muss an den Trainern liegen! Wenn wir also sagen, dass wir hierzulande die Individualisierung des Trainings vorantreiben wollen, dann können wir von solchen Einflüssen nur profitieren. Aber Sie haben mich gefragt, ob mich die Entwicklung glücklich macht: Glücklich macht sie mich erst, wenn Konstanz eintritt.
SZ: Sie meinen, wenn Trainer nicht mehr entlassen werden?
Sammer: Wir werden's nicht schaffen, dass nie mehr Trainer entlassen werden, aber ich denke schon, dass man hierzulande zwei Dinge noch besser begreifen muss: Erstens, dass der Trainer der Schlüssel zum Gelingen ist...
SZ: ... eine noch recht neue Erkenntnis in Deutschland, wo lange Zeit nur die Spieler verherrlicht wurden ...
Sammer: ... ja, und das führt direkt zum zweiten Punkt: Der Stellenwert des Trainers muss sich verbessern. Natürlich muss der Trainer auch Toparbeit nach dem neuesten Entwicklungsstand abliefern, aber wenn er das tut, dann muss sich sein Stellenwert auch viel stärker in Konstanz ausdrücken. Sie können schauen, wohin Sie wollen: Wer mittel- oder langfristig arbeiten darf, der hat auch Erfolg.
SZ: Ein edler Ansatz in der Bundesliga, in der Trainer meist am Ergebnis vom nächsten Samstag gemessen werden.
Sammer: In den Vorstandsetagen wird oft ein Druck erzeugt, der niemals haltbar ist. Wenn zehn Vereine in den Uefa-Cup wollen, dann ist jetzt schon klar, dass sechs oder sieben ihr Ziel verfehlen. Ich bin der Letzte, der etwas gegen hohe Zielsetzungen hat, aber ich habe ein Problem, wenn vor der Saison hohe, kurzfristige Ziele ausgegeben werden. Das führt in der öffentlichen Wahrnehmung zu gefährlichen Fehlinterpretationen.
Auf der nächsten Seite: Bei welchem Satz Matthias Sammer die Hutschnur hochgeht - und was er von Klinsmanns Trainingsmethoden hält.
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Matthias Sammer ist und bleibt der unwichtigste Interviewpartner im deutschen Fußball. Er reiht Floskel an Floskel, sagt brav, was gerade opportun ist, und hat am Ende des Gesprächs absolut nichts an Inhalt beigesteuert.
Außer vielleicht der Selbstentlarvung beim Thema Fred Rutten. Von dem weiß er nichts (obwohl er in seiner Funktion mit dem europäischen Fußball vertraut sein sollte), aber dann hat er sich mal "das Konzept kommen lassen" und alles für gut befunden.
Das ist Wichtigtuerei vom Feinsten, und vielleicht einer der Gründe, warum dieser Mensch den Posten beim DFB bekommen hat. Die tun ja alle wichtig.
Das muss wohl jeder unterstreichen, der sich mit Fußball beschäftigt.
Aber nach welchen Kriterien werden, wurden Sie ausgewählt?
Da wurden Schreihälse, harte Hunde und Motivierer eingestellt, Zauberer mit der Garantie des Nichtabstieges. Unbekannte weil billig, Bekannte weil teuer und somit gut. Wohin das führt hat man in jüngster Zeit an Kaiserslautern als Lehrstück vorexerziert bekommen. Man könnte denken es gibt Manager die sehen wirklich nur sich selbst und niemand kann sie dabei auf.halten.
Sicher, das Management hat sich in einigen Vereinen verbessert. Frankfurt, Stuttgart, vielleicht auch in Mönchengladbach. Das ist auch in der Kontinuität des Trainers zu identifizieren. In Hamburg sind nach ersten Fehlern offensichtlich die richtigen Stellschrauben gedreht worden. In Wolfsburg könnte sich eine langfristige Strategie abzeichnen. In Dortmund und Schalke sind die Ziele wieder höher als die Qualität der Mannschaft. In Leverkusen gibt ein Pseudofachmann mit Profilierungsneurosen seit Jahren die falschen Parolen aus. Warum sich Dieter Höneß in Berlin hält, weiß kein Mensch, vielleicht weil er der Bruder vom Uli ist.
Jeder sieht, dass Bayern den besten Kader hat, wer wird Deutscher Meister?
Jeder sieht, dass Schaaf in Bremen seit Jahren eine Mannschaft entwickelt ohne die Qualität der Bayern im Spielermaterial zu bekommen. Respekt!
Sollte es zwei Aspiranten geben, dann Bayern und Bremen und genau das spiegelt sich seit Jahren in der Abschlusstabelle. Solche Ausreißer wie Stuttgart geschehen immer wieder und das macht die Liga auch spannend.
Schalke könnte die Nummer drei werden aber sie definieren jedes Jahr das falsche Ziel.
Ja und dann?
Stuttgart, Hamburg, Leverkusen, zukünftig vielleicht Wolfsburg und Hannover, das sind die Aspiranten für die internationalen Plätze. Fünf Vereine also für zwei Plätze.
Der Trainer ist und sollte der wichtigste Mann sein, bisher ist er immer nur der Sündenbock fürs Management. Vielleicht verändert Klinsmann ja nochmals die Sichtweisen, dann hätte er wirklich die Perspektive in die Reihen eines Fritz Walter oder Franz Beckenbauer eingereiht zu werden. Der Erfolg wird nicht einfach werden für ihn aber er hat einen Vorteil, nämlich das beste Management der Liga steht hinter ihm. Deshalb sind seine Chancen gut und damit eröffnet er neue Chancen für perspektivisch agierende Trainer.
der mann hat ja recht, aber wenn man die auswirkungen von schnellen wechseln oder deren anbahnung z.b. an einem mario gomez sieht, stelle ich langfristige denkweise z.b. bei den bayern doch eher in frage...
einem jungen spieler kurz vor der em den kopf zuzusülzen und geld zuzuschmeissen fördert nur eines: die gier nach geld, starkult.
wenn einer dann plötzlich luftlöcher in reihe haut ist die zukunft schon verbaut. (das reimt sich sogar....)
meine prognose: nach dem 10. spieltag gibt es mindestens drei dieser koryphäen weniger in der liga, einer davon heisst klinsmann...