Von Sebastian Winter

Der FC Bayern tut sich in Cottbus zunächst schwer - doch der Rekordmeister gewinnt mit 3:1. Weil Wolfsburg in Stuttgart verliert, ist das Titelrennen offener denn je.

Bayern München ist im Titelrennen einen entscheidenden Schritt vorangekommen und steht nun punktgleich mit Wolfsburg auf Rang zwei. Nach dem nie gefährdeten 3:1-Erfolg bei Energie Cottbus zeigte sich Manager Uli Hoeneß erleichtert: "Ich glaube, wir können sehr zufrieden sein, gegen eine solch kampfstarke Mannschaft dieses Spiel zu zeigen." Für Interimstrainer Jupp Heynckes war es der zweite Sieg im zweiten Spiel.

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Lukas Podolski (l.) und Ernesto Sosa gratulieren sich zu ihren Toren. (© Foto: dpa)

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Für Cottbus ging es im ausverkauften Stadion der Freundschaft um das sportliche Überleben in der ersten Liga - auch gegen die großen Bayern. Die Angst vor dem Namen hatte sich bei den Lausitzern schon vor der Partie in engen Grenzen gehalten: Warum auch nervös sein, wenn man den Rekordmeister schon in der vergangenen Saison mit 2:0 nach Hause geschickt hat?

Mäßiger Beginn

Doch nachdem der Außenseiter in der 5. Minute erstmals gefährlich vor dem Tor von Jörg Butt auftauchte, zog er sich wie so oft in den eigenen Strafraum zurück - und ließ die Bayern kommen. Sie hatten sich auf die Mauertaktik einfgestellt. Und kamen: Lukas Podolskis Schuss aus halblinker Position klärte Keeper Gerhard Tremmel in der 7. Minute noch zur Ecke. Kurz danach landete eine Flanke auf dem Fuß des völlig verdutzten Hamit Altintop und sprang von dort neben dem rechten Pfosten ins Aus. In der 15. Minute hatte Podolskis Sturmpartner Luca Toni die nächste gute Chance, doch sein Schüsschen kullerte nur in Richtung Tor.

Die Bayern: drückend überlegen. Sie kerkerten Cottbus in deren Hälfte ein und kamen zu weiteren Chancen. In der 23. Minute fiel folgerichtig das 1:0: Flanke Podolski, schwache Kopfballabwehr des Cottbuser Abwehrspielers Ovidiu Burca und Bayerns Ernesto Sosa schiebt die Kugel aus gut fünf Metern ins Netz. Ausgerechnet Sosa, der bislang eine eher unglückliche Saison spielt und zunächst den leicht am Nacken verletzten Franck Ribery ersetzte. Es war sein zweiter Treffer in dieser Saison.

Der Sturmlauf der Bayern war noch nicht vorbei. Kurz nach dem 1:0 setzt sich Altintop auf der rechten Seite durch, doch Luca Toni köpft seine Flanke nur an Außenpfosten. Burca muss nach einem schönen Heber des zweikampfstarken Bayern-Kapitäns van Bommel auf der Linie klären. Bayerns einziges Manko in dieser Phase des Spiels war die Chancenverwertung.

Zwei Minuten vor der Pause bereuten sie ihre Leichtfertigkeit vor dem Cottbuser Tor bitter. Nach einem langen Einwurf der Cottbuser schlief die komplette Bayern-Hintermannschaft. Der Ball hüpfte durch den Strafraum zu Timo Rost, dessen sehenswerten Fallrückzieher Bayerns Keeper Butt noch glänzend parierte. Doch Ivica Iliev reagierte am schnellsten und ließ Butt keine Chance. Das 1:1 kam völlig überraschend, doch deckte es wieder einmal die Schwächen in der Bayern-Abwehr auf, die in dieser Saison so viele Tore zugelassen hat wie lange nicht mehr.

Ribery-Einwechslung sticht

Die Bayern-Fans mussten zu Beginn der zweiten Hälfte ein wenig Angst haben, ihrem Team drohte das Spiel für kurze Zeit zu entgleiten. Cottbus kam zu guten Konterchancen wie in der 53. Minute durch Iliev. Als Bayerns unglücklicher Massimo Oddo den Ball kurz darauf erneut im Mittelfeld verlor, reichte es Geburtstagskind Jupp Heynckes. Der 64 Jahre alte Interimstrainer der Bayern wechselte Ribery für den ganz schwachen Oddo ein, auch wenn der es kaum wahrhaben wollte.

Es war ein Glücksgriff, denn Ribery brachte den Bayern neuen Schwung und führte sie zum letztlich ungefährdeten Sieg. Bei der Ecke von Podolski, die Martin Demichelis in der 62. Minute aus fünf Metern völlig unbedrängt ins Tor köpfte, war er noch unbeteiligt. Doch nur vier Minuten später fand einer seiner vertikalen Flachpässe Luca Toni. Der leitete den Ball zu Podolski weiter - 3:1.

Die Bayern brauchen einen Ribery in starker Form, das wurde an diesem Spieltag erneut deutlich. Der Franzose hat zuletzt eher lustlos und wenig konzentriert gewirkt und meldete sich nun eindrucksvoll zurück. In der 90. Minute holte der Ribery noch einen Elfmeter heraus. Er trat selbst an - und scheiterte erneut an Tremmel. Wie in der vergangenen Saison. Doch dieses Mal hatte die vergeben Chance keine Auswirkungen.

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(sueddeutsche.de/jbe/sewi)