Mit einem Benefizspiel in München startet eine Initiative, die Spenden für Bildung in Südafrika sammeln will. Dabei helfen prominente Kicker von Didier Drogba bis Kaká.
Das Stadion Soccer City in Johannesburg ist mit bald 94.700 Plätzen eines der größten in Südafrika, doch es ist nicht die Größe, die es im Staat am Kap zu etwas Besonderem macht. Als Soccer City 1987 fertiggestellt wurde, herrschte in Südafrika noch die Diktatur der Apartheid, und direkt nebenan, im Township Soweto, warteten die Anhänger der Befreiungsbewegung im 16. Jahr auf die Freilassung ihres politischen Kopfes.
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Didier Drogba ist bei Goal4Africa ebenso dabei wie viele andere Stars. (© Foto: AFP)
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Nachdem Nelson Mandela im Februar 1990 aus dem Gefängnis entlassen worden war, gab er in Soccer City seine erste Massenkundgebung. Fußball war der Sport der Schwarzen, während die Weißen meist zum Rugby gingen, und selbst auf Mandelas Gefängnisinsel Robben Island ging die Leidenschaft so weit, dass die Gefangenen um Madiba, wie Mandela genannt wird, einen eigenen Fußballverband ins Leben riefen, der die wenigen erlaubten Fußballspiele dort in Ligen organisierte.
Der Fußball war in Südafrika nie nur ein Spiel, er war immer auch Treffpunkt und Ausdruck einer politischen Haltung. Auch wegen dieser Symbolhaftigkeit versuchen die WM-Organisatoren weiterhin, allen Schwierigkeiten zum Trotz das Turnier 2010 wie geplant in Südafrika auszurichten. Am 11. Juli 2010 soll Mandela als ehemals erster schwarzer Präsident Südafrikas in Soccer City das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft miteröffnen. Und wenn dann die letzte Minute des Finales gespielt ist, soll nicht nur der Weltmeister feststehen. "Mit dem Schlusspfiff der WM 2010 endet auch unsere Spendenaktion", sagt Chris Vermeeren, der Initiator von Goal4Africa, "und ich hoffe, die Menschen lassen sich bis dahin von unserer Idee begeistern."
Es ist eine Idee, der sich bislang mehr als zwei Dutzend Spitzenfußballer aus der ganzen Welt angeschlossen haben, angeführt von Clarence Seedorf, dem Mittelfeldspieler des AC Mailand, der die Rolle des Botschafters übernommen hat. Sie wollen die Aufmerksamkeit, die sie als Fußballer und für ihre Tore bekommen, dazu nutzen, auf die Bildungsmisere in Afrika hinzuweisen. Und ihre Fans natürlich dazu bewegen, für jedes ihrer Tore Geld an die Initiative zu spenden.
SMS für Geld
Wenn also am Samstag (20 Uhr/live im DSF) das erste Benefizspiel von Goal4Africa aus der Münchner Fußball-Arena in über 60 Länder weltweit übertragen wird, werden sich die Fußballer um die beiden Mannschaftskapitäne Clarence Seedorf und Michael Ballack um möglichst viele Tore bemühen. Denn jeder Treffer kann per daraufhin verschickter SMS Geld bringen für die Bildungsprojekte, die unter anderem die beteiligte Nelson-Mandela-Stiftung und die Peace-&-Sport-Stiftung von Albert II. von Monaco betreuen. Rund 40 Millionen Kinder in Afrika haben keinen Zugang zu Schule und Bildung.
Ein Zustand, der im Europa der Schulpflicht unwirklich und weit weg erscheint. Doch durch die Vergabe der WM 2010 nach Südafrika rücken die Bedingungen des afrikanischen Kontinents mehr und mehr ins Blickfeld. "Bildung für alle. Alles für die Bildung" lautet noch heute das Motto von Nelson Mandela, zu Ehren von dessen 90.Geburtstag am 18. Juli der Auftakt von Goal4Africa am Samstag in München geplant wurde.
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