Uli Hoeneß hat seine Absicht bestätigt, Ende 2009 aus dem Manageramt beim FC Bayern auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden zu wechseln.

In zwei Jahren will Uli Hoeneß Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern werden. "Es war immer klar, dass erst dann, wenn Franz Beckenbauer bereit ist, den Präsidentenposten zu verlassen und damit auch den Aufsichtsratsvorsitz abzugeben, das meine Aufgabe sein soll. Dieses Signal ist für Ende 2009 da", sagte Hoeneß im Bundesliga Magazin, der Zeitung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

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Blickt in die eigene Zukunft: Uli Hoeneß. (© Foto: dpa)

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Trotz vielerlei neuer Herausforderungen durch die Umstrukturierung der Mannschaft werde sich am Zeitplan des Stabwechsels wenig ändern, so Hoeneß. Im Jahr 2008 solle seine Nachfolge gelöst werden, für die die Weichen gestellt seien: "Es ist schon jetzt klar, dass die Nachfolge doppelt besetzt sein muss."

Als er 1979 ("Damals war ich die One-Man-Show Bayern München'') angefangen habe, "stand der FC Bayern bei zwölf Millionen Mark Umsatz, jetzt haben wir 250 Millionen Euro. Jetzt macht meine Arbeit immer noch einer, das geht auf Dauer nicht". Einer der Nachfolger des 55-Jährigen müsse sich um die Mannschaft kümmern, er soll "auf hohem Niveau Fußball gespielt haben, weil man in den Gesprächen mit den Spielern sofort auf Augenhöhe ist". Der zweite Manager müsse nicht aus dem Fußball kommen, wichtiger sei der "Schwerpunkt Wirtschaft, Sponsoring, Geld reinholen".

Wie er ab 2009 sein Amt ausüben will, hat Hoeneß auch skizziert: "Ich werde sicher ein Aufsichtsratsvorsitzender sein, der das - qua Wohnort - anders gestalten kann als Franz Beckenbauer von Österreich aus. Es gibt ja Aufsichtsratsvorsitzende wie Herrn Piëch bei VW, die aktiv sind, und es gibt Leute, die kommen nur vier- oder fünfmal im Jahr."

Seine Nachfolger sollten wissen, "dass ein Aufsichtsratsvorsitzender zumindest ständig seinen Rat anbietet". Weiter von der Auswechselbank aus, direkt neben dem Trainer? "Nein, natürlich nicht."

Die Übergangsphase im Management soll den Klub aber nicht von seinen Zielen ablenken. Für Hoeneß wäre es "besonders schön, wenn wir in den nächsten zwei, drei Jahren noch einmal die Champions League gewinnen könnten, weil wir es dann wirklich aus eigener Kraft geschafft hätten".

Hoeneß sieht den FC Bayern als solides Geschäftsmodell, beispielsweise im Vergleich mit Chelsea: "Mit Herrn Abramowitsch im Kreuz die Champions League zu gewinnen, ist kein Kunststück. Wenn ein Verein keine Rücksicht auf Geldquellen nehmen muss, ist das eigentlich nicht so schwierig."

Die eigenen Investitionen vor Saisonbeginn seien hoch gewesen, aber refinanzierbar: "Wir haben gesagt, wir machen das Spiel ohne Grenzen mal mit.'' Mit all den Multikulti-Folgen, etwa durch Franck Ribéry: "Er kommt aus einem anderen Kulturkreis, seine Schwiegermutter ist tief verschleiert. Wir müssen uns jetzt jedes Wochenende um geschächtetes Fleisch kümmern, mussten uns die Frage stellen: Wie verhält er sich im Ramadan?''

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(SZ vom 29.10.2007)