Freundschaftsspiele Länderspiele: "Was für ein Italien!"

Italiens Thiago Motta beim Kopfball im Freundschaftspiel zwischen Italien und Spanien.

(Foto: dpa)
  • Die Squadra Azzurra war gegen Spanien das bessere Team und hatte die größeren Chancen, scheiterte aber meist am starken spanischen Keeper David De Gea.
  • Der deutsche Vorrunden-Gegner Nordirland erreichte in Wales ein 1:1.

Nach der ersten guten Leistung seit langer Zeit ließen sich Italiens Nationalspieler schon wieder zu forschen Kampfansagen hinreißen. "Wenn wir diesen Teamgeist auf den Platz bringen, können wir mit allen mithalten", tönte Fußball-Profi Marco Parolo nach dem starken Auftritt beim 1:1 (0:0) gegen EM-Mitfavorit Spanien in Udine. Trainer Antonio Conte versprach: "Ich kann allen versichern, dass wir bei der EM als Team auftreten werden." Mit Blick auf das nächste Testspiel gegen Deutschland am Dienstag in München mahnte er aber auch: "Das wird noch einmal schwieriger. Wir spielen gegen den Weltmeister."

Gegen die Selección war Italien das deutlich bessere Team und hätte den Sieg verdient gehabt. "Was für ein Italien!", schwärmte der Corriere dello Sport. "Ausgezeichnete Signale mit Blick auf die EM." Und die Gazzetta dello Sport meinte: "Zu schön, wenn es wahr wäre. Wenn das Italien wäre: Draufgängerisch, aggressiv, immer auf der Suche nach dem Tor." Auch die Zeitung Tuttosport urteilte: "Das Team von Conte zeigt, dass es auf dem richtigen Weg ist."

Unter Conte, der vor eineinhalb Wochen seinen Rücktritt nach der EM angekündigt hatte, verlor Italien zwar erst zweimal, überzeugte aber nur selten. Umso größer war bei den Azzurri die Erleichterung nach dem starken Auftritt gegen EM-Titelverteidiger Spanien. "Wir hätten den Sieg verdient gehabt", sagte Torschütze Lorenzo Insigne, dessen Führungstor (68. Minute) Spaniens Rückkehrer Aritz Aduriz fast im Gegenzug bei seinem ersten Länderspiel von Beginn an ausglich (70.).

Die Iberer konnten sich bei Aduriz, der zuvor nur 2010 zu einem Kurzeinsatz im Nationalteam gekommen war, und Keeper David De Gea bedanken, dass es am Ende keine Niederlage gab. "Uns hat der Ballbesitz gefehlt, wir hätten mehr riskieren müssen", gab Trainer Vicente Del Bosque zu. "Aber ich hoffe, dass wir bei der EM in einer besseren Verfassung sind." Und auch Aduriz erklärte: "Das war absolut kein einfaches Spiel, sie haben uns sehr gut unter Druck gesetzt."

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Die überzeugende Leistung beruhigte die aufgeheizte Stimmung in Italien nach Contes Rücktrittsankündigung zumindest vorübergehend. Dennoch gingen die Spekulationen über die mögliche Zukunft des Trainers beim Premier-League-Club FC Chelsea und dessen Nachfolger weiter. Sie werden das Team wohl noch bis zum EM-Beginn begleiten. Doch Conte versprach: "Ich habe von der Mannschaft die Antworten bekommen, dich ich wollte. Jetzt werden wir demütig weiterarbeiten."

Zwei Siege und ein Unentschieden für deutsche Vorrunden-Gegner

Die deutschen Vorrunden-Gegner bei der Fußball-EM sind mit zwei Testspielsiegen und einem Remis in die Vorbereitung auf das Turnier vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich gestartet.

Nordirland erreichte in Wales ein 1:1 (0:0). Craig Cathcart vom englischen Premier-League-Club FC Watford hatte am Donnerstag in der 60. Minute den Weltranglisten-28. aus Nordirland zunächst in Führung gebracht. Simon Church (89.) von den Wycombe Wanderers glich für den 19. der Weltrangliste kurz vor Schluss per Foulelfmeter aus.

Die Ukraine gewann gegen Zypern knapp mit 1:0 (1:0). Die Osteuropäer, die sich erstmals sportlich für eine EM qualifiziert hatten, taten sich in Odessa gegen Zypern schwer. Taras Stepanenko erzielte kurz vor der Pause das einzige Tor des Abends (40.). Die Ukrainer waren auch in der zweiten Hälfte überlegen, ließen aber viele Chancen ungenutzt. Erst in der Schlussphase kamen die Gäste zu Chancen. Pieros Sotiriou traf in der 87. Minuten nur den Pfosten.

Polen hatte bereits am Mittwochabend mit 1:0 (1:0) gegen Serbien gewonnen. Das Siegtor schoss jedoch nicht Top-Torjäger Robert Lewandowski vom FC Bayern München: Der frühere Dortmunder Jakub Blaszczykowski traf zum Erfolg des zweiten deutschen Gruppen-Gegners bei der EM.

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Dänemark siegte am Donnerstagabend im heimischen Herning 2:1 (0:0) gegen Island. Der frühere Leverkusener und Kaiserslauterer Nicolai Jörgensen (51./54.) erzielte beide Tore für den Europameister von 1992.

Auf Ex-Europameister Tschechien wartet bis zum Start der Fußball-EM noch Arbeit. In Prag unterlagen die Tschechen 0:1 (0:1) gegen die nicht für die EM qualifizierten Schotten.

Die Türkei begann die Testspielphase mit einem späten 2:1 (1:0)-Sieg gegen Schweden. Cenk Tosun sicherte mit zwei Treffern (32./81.) den Erfolg gegen die Skandinavier. Andreas Granqvist hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 gesorgt (74.).

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So liefen die Spiele in Südamerika

Argentinien fühlt sich nach dem wichtigen Sieg über die starken Chilenen gerüstet für den weiteren Weg zur WM 2018 in Russland. Angeführt von Rückkehrer Lionel Messi bezwang die Albiceleste am Donnerstag (Ortszeit) in einer Neuauflage des verlorenen Copa-América-Finales Chile auwärts mit 2:1 (2:1). "Wir mussten gewinnen, komme was da wolle, und das haben wir getan", sagte Messi. "Die Mannschaft hat gespielt, wie man es sich wünscht, mit Herz, Schwung und Hingabe", schrieb die Sportzeitung Olé.

Die Argentinier waren zunächst allerdings in Rückstand durch den Treffer von Chiles Felipe Gutiérrez (10. Minute) geraten. Ángel Di María schoss in der 19. Minute das Ausgleichstor, Gabriel Mercado gelang in der 24. Minute das Tor zum 2:1-Endstand. Trainer Gerardo Martino hob die Bedeutung dieses Sieges hervor, es sei ein "fundamentales Spiel gewesen, um das Selbstvertrauen wiederherzustellen". Für die Argentinier war es erst der zweite Sieg in der Südamerika-Qualifikation.

Nach der Auftaktniederlage gegen Spitzenreiter Ecuador kam die Mannschaft von Martino gegen Paraguay und Brasilien jeweils nicht über Unentschieden (0:0, 1:1) hinaus. Danach folgte gegen Kolumbien der erste Sieg. Am kommenden Dienstag (Ortszeit) empfangen die Argentinier Bolivien. In der Tabelle rückte Argentinien mit acht Punkten an den Chilenen vorbei auf Rang vier. Ecuador (13) konnte dagegen seine Siegesserie nicht fortsetzen. Die Mannschaft von Trainer Gustavo Quinteros spielte 2:2 gegen Paraguay (8) vor heimischer Kulisse. Kolumbien (7) gelang in der Höhe von La Paz ein 3:2-Sieg gegen Bolivien. Bolivien liegt mit drei Zählern abgeschlagen am Tabellenende.

Im Kellerduell trennten sich Peru und Venezuela mit einem 2:2. Romulo Otero verwandelte in der 32. Minute einen Elfmeter, sein Teamkollege Mikel Villanueva traf in der 58. Minute für Venezuela. Drei Minuten später schoss Paolo Guerrero den Abschlusstreffer für Peru, bevor Raúl Ruidíaz in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte.