Jahrelang sah Prinz nicht ein, dass Zuschauer und Journalisten keinen Unterschied sahen zwischen der Stürmerin Prinz, die sich Spiel für Spiel in der Öffentlichkeit präsentiert, und dem Menschen Prinz, der seine Ruhe mag. Doch inzwischen erkennt sie, dass sie andere nicht ändern kann - ihre eigene Einstellung aber sehr wohl. "Als ich damals angefangen habe, waren solche Größen wie Mohr, Neid, Voss oder Fitschen in der Nationalmannschaft'', erzählt Prinz, "ich kam mir da sehr klein vor und hatte ziemlichen Respekt.''

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Seit vier Jahren ist sie die Spielführerin und hat Silvia Neid, die heute Bundestrainerin ist, als bekannteste deutsche Fußballerin abgelöst. Die chinesische Presse schreibt vom "Phänomen Prinz'', Norwegens Aftenbladet nannte sie vor dem Halbfinale eine "Gigantin''. DFB-Präsident Theo Zwanziger, der mit zunehmend aufgekratzter Laune in China den Weg der Fußballerinnen verfolgt, sagt: "Die Birgit ist einfach in jeder Hinsicht etwas Besonderes.''

Was außer Fußball?

Die Mannschaft weiß, was Zwanziger damit meint. "Birgit hat sich über die Jahre enorm entwickelt und ist in jeder Hinsicht ein Vorbild'', sagt Verteidigerin Kerstin Stegemann, die mit Prinz seit zwölf Jahren in der Nationalelf zusammenspielt. Ob im Spiel oder im Training, "sie ist voll konzentriert und gibt immer 100 Prozent, auch privat und was ihre Ausbildung betrifft, ist sie den Jüngeren ein Beispiel''.

Nach dem WM-Erfolg 2003 war Prinz in ein mentales Loch gefallen. "Die Erwartungen von außen waren extrem, und ich habe mir selbst auch total Druck gemacht.'' Sie dachte viel nach, begann ein Psychologiestudium und fragte sich selbst, was neben sportlichem Erfolg eigentlich wichtig ist im Leben. "Fußball ist mir wichtig'' sagt Prinz, "aber ich weiß jetzt, was ich sonst noch will vom Leben. Das hat mich selbstbewusster gemacht.''

So selbstbewusst, dass sie nach dem WM-Finale gerne durch die Mixed Zone laufen würde, und alle sehen sie an - sie und den Pokal. Und so selbstbewusst, dass sie nichts gegen die noch größere Menschenmenge hätte, die Theo Zwanziger angekündigt hat: "Egal, wie das Finale ausgeht'', sagte der DFB-Präsident, "einen Empfang am Römer in Frankfurt wird es auf jeden Fall geben.''

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(SZ vom 28.9.2007)