Wegen finanzieller Not haben sich schwedische Fußballerinnen ausgezogen, um Aufmerksamkeit zu - nun ja - erregen. Das ist auch ein Akt der Erpressung.
Willkommen in Schweden. Wo die Landschaft weit ist und das Wasser klar, wo Volvos und Saabs stets in der vorgeschriebenen Geschwindigkeit über saubere Straßen rollen, wo der Fußballer Henrik Larson etwas besitzt, dass man als Kultstatus bezeichnet, wo alle Männer und Frauen fortwährend Kriminalromane verfassen, die umgehend zu Weltbestsellern werden. Willkommen in dem Land, über das der große Musiker Lou Reed einst bemerkte: "Sie übertragen dort Ohr-Operationen im Fernsehen." Er wollte damit sagen, wie friedlich alles ist in Schweden.
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Auf dem Spielfeld jedenfalls sind auch schwedische Fußballerinnen angezogen. Hier Torhüterin Kristin Hammarstrom bei der WM 2007. (© Foto: dpa)
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Die Wirklichkeit in Schweden sieht anders aus. Gerade wieder gibt das Land einen Einblick in die Abgründe seiner Seele: Die Fußballerinnen des Erstligisten Kristianstad FF haben sich ausgezogen. Nackt. Sie wollen auf diese Weise Aufmerksamkeit - nun ja - erregen.
Obwohl, so ganz nackt haben sie sich gar nicht ausgezogen. Sie tragen Fußballschuhe und Fußballhosen, und sie wenden dem Betrachter die Rücken zu, auf die Nummern gemalt sind. Rückennummern. Ist es nun gut, dass die Spielerinnen noch ein bisschen was an Kleidung am Körper behalten haben oder ist es schlecht, dass sie die Sache nicht durchgezogen haben? Schwer zu sagen, jedenfalls geht es dem Klub finanziell gerade nicht gut, und mit der Aktion werben die Fußballerinnen um Unterstützung.
Kritiker werfen den Frauen nun, je nach Standpunkt, Verrat an der Emanzipation oder Einfallslosigkeit vor. Der zweite Einwand ist insofern richtig, als dass in den vergangenen zehn Jahren ungefähr (sehr ungefähr) jede dritte Frauenmannschaft mit Finanzproblemen sich ausgezogen hat, dazu die eine oder andere Männermannschaft. Nie ging es dabei um Verführung durch Nacktheit, sondern immer um Erpressung: Gebt uns, was wir wollen, und wir ziehen uns wieder an.
Nacktheit, sagen jetzt die Sanften, ist doch die schönste Form der Erpressung, aber dazu ist zu sagen, dass das stark von den Nackten abhängt. Die Vorstellung, dass der Madrider Präsident Pérez mit entblößtem Florentino die Freigabe Franck Ribérys zu erpressen versuchte, dürfte Uli Hoeneß jedenfalls nur begrenzt Freude bereiten. Den halbnackten Schwedinnen sei einstweilen nur deshalb verziehen, weil sie eine Überschrift geliefert haben, die zum Lesen dieses Artikels geradezu zwingt.
Hier ist der Links zu den Frauen von Kristianstad FF
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(SZ vom 09.07.2009)
Kosovo-Konflikt
Ja, dass "S" in dem Artikel ist in der Tat ein besonderer Fall, eines der fehlenden "S" findet sich aber im eilig angehängten Link"s" zu dem Gegenstand des Artikels am Ende des Textes.
"...weil sie eine Überschrift geliefert haben, die zum Lesen dieses Artikels geradezu zwingt."
Ich habe mich ja vor dem Artikel lange zurückhalten müssen. Dann aber bin ich doch schwach geworden.
Fazit: Nicht begeistert , aber besser als erwartet.
Ja heute hat es "Uli" aud das S abgesehen....Kristianstads....das letzte wurde auch verschluckt....:-(
Eigentlich die interessanteste Nachricht, die ich vom Frauen-Fussball je las.
..hm..vermutlich wurden die fehlenden Buchstaben von Uli dem Fehlerteufel gestohlen :-D
Anders kann ich es mir nicht erklären ....
Paging