Beim 1:0 gegen Island wird Inka Grings in der Halbzeit eingewechselt, schießt das einzige Tor in einem schwachen Spiel - und muss danach wieder vom Feld.
Der zweite Anzug passt noch nicht: Die runderneuerte deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat bei der EM in Finnland im letzten Gruppenspiel gegen Island eine schwache Leistung gezeigt und gegen das Schlusslicht nur mit großer Mühe 1:0 (0:0) gewonnen. Die bereits vor der Partie als Sieger der Gruppe B feststehende deutsche Auswahl, in der sechs Ersatzspielerinnen von Beginn an zum Einsatz kamen, trifft am Freitag im Viertelfinale auf den Zweiten der Gruppe C (England, Schweden, Italien oder Russland).
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Erst ein Tor erzielt, dann eine Verletzung erlitten: Inka grings (am Boden). (© Foto: dpa)
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Die für Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz zu Beginn der zweiten Hälfte eingewechselte Inka Grings (50.) erzielte den Treffer für den zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameister, der zuvor mühelos gegen die im Vorfeld als Mitfavoriten gehandelten Mannschaften aus Norwegen (4:0) und Frankreich (5:1) gewonnen hatte und seit mittlerweile 23 EM-Spielen ungeschlagen ist. Allerdings verletzte sich Grings bei ihrem Treffer und musste neun Minuten später wieder vom Feld.
Die Deutschen, die zuletzt viermal in Folge den EM-Titel holten, konnten im letzten Gruppenspiel auch deshalb bedenkenlos mit der zweiten Garnitur antreten, weil Island nach zwei Niederlagen (1:3 gegen Frankreich und 0:1 gegen Norwegen) bereits als Gruppenletzter feststand. Der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung konnte somit nicht aufkommen.
Vor 3101 Zuschauern in Tampere waren die Deutschen, in deren Kader 16 Weltmeisterinnen von 2007 stehen, in der Anfangsphase überlegen. Martina Müller (5., 9.) vergab allerdings die sich bietenden Chancen. Im Anschluss konnte die deutsche Mannschaft nicht mehr überzeugen. Der Europameister hatte die Isländerinnen zwar jederzeit im Griff, im Spiel nach vorne fehlten aber die Ideen. Vor allem in der letzten halben Stunde vor der Pause konnten die Reservistinnen keine Werbung in eigener Sache betreiben. Lediglich Anja Mittag hatte noch eine Gelegenheit zur Führung (44.).
Nach dem Seitenwechsel überraschte zunächst DFB-Trainerin Silvia Neid mit einer Personal-Entscheidung. Neid nahm Prinz aus dem Spiel und brachte dafür Grings. Diese Maßnahme machte sich bereits nach fünf Minuten bezahlt. Zunächst traf Grings den Pfosten, dann erzielte sie nach einer Flanke von Bajramaj das 1:0. Beste Spielerinnen der DFB-Elf waren Grings bei ihrem Kurzauftritt und mit Abstrichen Bajramaj. Bei den Isländerinnen überzeugten Holmfridur Magnusdottir und Margret Vidarsdottir.
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Aber so runtermachen würde ich unsere Damen nicht. Man war gegen einen Gegner angetreten, der maximal defensiv und auf Konter spielte.
Die Frauen haben uns nur in zahllosen Spielen sehr verwöhnt, so dass man nun vielleicht ein wenig hart mit ihnen ins Gericht geht. Laut Übertragung gab's durchaus ein paar Chancen mehr, die jeweils die gute isländische Torhüterin oder das Pech zunichte machen.
Gegen Mannschaften, die nur auf Konter spielen, tut man sich gerne ein wenig schwer, und gelegentlich hätten sie schneller spielen müssen, aber es war zu keinem Zeitpunkt so, dass ich nur noch wegschalten wollte.
Sie können's besser, aber da muss halt der Gegner auch (mit)spielen.