Die WM hat ihren ersten politischen Aufreger: Nigerias Nationaltrainerin Ngozi Eucharia Uche sorgt mit umstrittenen Aussagen zum Thema Homosexualität für Aufsehen - mit ihrer Haltung ist sie in ihrem gottesfürchtigen Land nicht allein. Auf der Weltbühne des Fußballs gerät sie damit jedoch ins Abseits.
Eucharia Uche war kurz angebunden im Fernsehinterview am Tag vor dem Spiel gegen Frankreich. Sie sei beeindruckt vom Zustand des Rasens in der Rhein-Neckar-Arena, sagte Nigerias Nationaltrainerin nach dem Abschlusstraining und lobte knapp die Form ihrer Spielerinnen: "Wir sind bereit." Und als der Reporter nach dem Artikel auf bild.de fragte, in dem es um ihre Haltung zur Homosexualität ging ("eine dreckige Sache, spirituell und moralisch sehr falsch"), machte sie eine abwehrende Handbewegung und verschwand.
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Nigerias Nationaltrainerin Ngozi Eucharia Uche findet Homosexualität "eine dreckige Sache". (© Bongarts/Getty Images)
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Bild.de hat Uches Haltung zum "WM-Skandal" ausgerufen, aber das ist natürlich zu kurz gegriffen. Die Diskriminierung von Homosexuellen ist in vielen Ländern eine schlimme gesellschaftliche Realität, die für Menschenrechtsorganisationen ein Dauerthema ist. Gerade in einem Land wie Nigeria, in dem nach einer Umfrage der BBC von 2004 hundert Prozent der Menschen an einen Gott glauben und 95 Prozent der Menschen, für ihren Gott sterben würden.
Diese Frömmigkeit führt zu einem bigotten Weltbild, das aufgeklärten Gesellschaften fremd ist und auch im Widerspruch zu einer Frauenfußball-WM steht. Nicht nur, weil die Lesben-Bewegung die WM als ein Forum ihrer Interessen sieht, wie die Kampagne "Offen lesbisch zur WM" des Szene-Magazins L-Mag zeigt. Sondern weil der Weltfußball-Verband Fifa die WM als Werkzeug im Kampf für Frauenrechte sieht.
Homosexualität ist in Nigeria verboten, in den islamischen Bundesstaaten riskieren Homosexuelle sogar die Todesstrafe. Die Christin Eucharia Uche vertritt eine Mehrheitsmeinung in Nigeria und gibt damit aus weltlicher Sicht ein Beispiel für einen menschenfeindlichen Glauben. Die New York Times hat das Thema aufgegriffen, Uche interviewt und vor der WM einen ausführlichen Artikel dazu veröffentlicht, der offensichtlich auch bild.de inspirierte.
In der New York Times sagte Uche, sie habe auf Gerüchte reagiert und mit Gebeten, Bibelstudium und der Hilfe eines Priesters ihre Spielerinnen auf das eingeschworen, was auch Nigerias Gesetzgeber für den richtigen Weg hält. Sozusagen zur Vorbeugung. Lesbische Spielerinnen auszuschließen, wie das auch schon geschehen sein soll, sei nicht ihr Stil.
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(SZ vom 27.06.2011/jbe)
Ich geh' davon aus, daß Ihr Beitrag vor Ironie nur so strotzt. Falls nicht, hätte ich gern ein kambrisches Kaninchen.
""Es gibt auch heutzutage Leute, die glauben, dass die Bibel wörtlich zu nehmen sei, dass Gott die Erde in 7 Tagen geschaffen hat, die an Intelligent Design glauben etc. ""
1 Tag ist für Gott Millionen oder sogar Milliarden von Menschenjahren......
Sie sind kein intelligentes Design, aber ich. hihi :o))
"Ich habe ALLE an mich gerichteten Fragen geantwortet, offenbar waren die Antworten nicht in Ihrem Sinne."
Das haben Sie offensichtlich nicht. Sie haben Homosexualität als psychische Erkrankung bezeichnet. Und sich von dieser Aussage nicht distanziert. Da hilft es auch nichts, dass Sie diese in Ihren Augen Kranken frei leben lassen wollen.
"Auf alle Fälle bin ich der Meinung, dass jeder seine Sexualität so leben soll, wie er dies will, wenn dadurch andere Menschen nicht geschädigt werden. Insofern kann ich mit Frau Uche natürlich nicht konform gehen!"
Das ändert nichts daran, dass Sie selbst in Ihrer Argumentation Homosexualität als psychische Erkrankung bezeichnet haben (und damit noch einen entscheidenden Schritt weitergegangen sind als Frau Uche!).
Aber Unverschämtheiten von rechts sind in diesem Forum erlaubt, das beweisen Ihre Beiträge sehr schön.
Es ist zwar nett, dass Sie sich von dieser Ihrer eigenen Aussage distanzieren - aber Sie müssten Ihre argumentativen Fehler schon anerkennen, wenn diese Distanzierung ernst genommen können werden sollte...
Noch eine Frage die Sie nicht beantwortet haben:
Übrigens: Fetischismus (Verwendung toter Gegenstände zur sexuellen Befriedigung =z.B. Dildos) und Transvestitismus sind laut ICD-10 auch psychische Erkrankungen.
Inwiefern kann man den ICD-10 dann diesbezüglich überhaupt ernst nehmen?
"Die "obsolete" Psychoanalyse ist übrigens absolut nicht Vergangenheit - es gibt heute "Schnell"-Therapien, die aber weiterhin alle auf der Freudschen und Jungschen Lehre aufbauen."
Was es heutzutage so alles gibt...
Es gibt auch heutzutage Leute, die glauben, dass die Bibel wörtlich zu nehmen sei, dass Gott die Erde in 7 Tagen geschaffen hat, die an Intelligent Design glauben etc.
Das ist auch alles nicht Vergangenheit, das gibt es auch alles heute.
Freuds und Jungs Theorien und Therapievorschläge sind sehr lobenswert und bedeuteten vor 100 Jahre einen große Fortschritt.
Aber Sie sind nicht der Weisheit letzter Schluss und zum Teil auch jetzt schon überholt.
Sie sind eine von vielen Theorien...
Und wie gesagt: Die Erkenntnisse der Neurologie stellen die Psychologie vor ernste Schwierigkeiten...
Was halten Sie von den Erkenntnissen der Neurologie, dass es offensichtlich keinen freien Willen gibt?
Desweiteren habe ich Ihre mannigfachen Widersprüche aufgezeigt - keinen einzigen davon haben Sie zugegeben, obwohl sie eklatant waren.
Stattdessen werfen Sie mir missverständl
""Kritisieren freilich darf man - man darf dabei nur nicht überheblich werden, da dies die Kritik entwertet."
Überheblich ist das, was ich schreibe, auch gar nicht gemeint."
Das war auch nciht auf Sie bezogen, sondern auf die Argumentationsweise der anderen hier (Nachdenkliche, kvwupp etc).
Ich kritisiere deren Argumentationsweise, nicht Ihre.
Deshalb spiele ich hier so eine Art Teufels General...
"Exakt eine Frage der Bildung und der Grenzkosten von Bildung. Da ich annehmen darf, daß Frau Uche Berührung mit mehreren Ländern während ihrer laufbahn hatte, standen Tür und Tor offen, über einfache Unterhaltungen Bildung zu erwerben. Die Kosten dafür sind denkbar gering. Jeder von uns redet ;)"
Das hat sie wohl nur bei internationalen Turnieren. Ihre gesamte Spieler- und Trainerlaufbahn war sie in Nigeria aktiv.
Und bei internationalen Turnieren steht die Spielvorbereitung im Vordergrund, nicht Gespräche über Gott und die Welt.
Und es gibt keine Pflicht zur Bildung. Und ob diese dann auf fruchtbaren Boden fiele, steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt...
Stellen Sie sich vor, Sie würde sich dann ausgerechnet mit Nachdenkliche unterhalten. Die arme Frau Uche würde nichts lernen können... Und ich denke nicht, dass andere Fußballgrößen geistig größere Lichter sind...
Denken Sie doch nur daran, wieviele Fußballer zutiefst gläubige Christen sind...
Ich habe ALLE an mich gerichteten Fragen geantwortet, offenbar waren die Antworten nicht in Ihrem Sinne. Das ist und bleibt Ihr Problem.
Es gibt immens viel Literatur in Sachen Psychiatrie und auch Psychotherapien betreffend - es ist nicht meine Aufgabe in diesem Forum, mich wie ein Papagei zu wiederholen, wenn G. und A. nicht kapieren, was ich schreibe!
Dass Sie Freud und Jung usw. nicht gelesen haben, wundert mich nicht, da Sie nicht einmal meine sehr einfach gehaltene Wiedergabe ihrer Lehre nicht verstehen!
Sie interessieren mich wirklich beide nicht die Bohne! Okay? Damit sind Sie für mich sozusagen ERLEDIGT!
Paging