Ein kurioses Fernschusstor einer Mexikanerin kostet die favorisierten Engländerinnen im zweiten Spiel in Gruppe B den Sieg. Japan gewinnt dank der Unterstützung von mehr als 6000 eigenen Fans und Aya Miyamas Freistoßtor sein Auftaktspiel gegen Neuseeland mit 2:1 - und gilt weiterhin als heimlicher Kandidat für den Titel.
Die Chefin des Organisationskomitees hatte ihrem WM-Volk versprochen: "Es wird keine Hubschrauber-Jones geben." Das war vor allem deshalb erstaunlich, weil ein gewisser Hubschrauber-Beckenbauer bis heute zu den belieb-testen Menschen in diesem Land gehört. Steffi Jones will trotzdem per Bahn und Flugzeug ihr Turnier bereisen. Höchstens zwei Mal müsse sie auf einen Helikopter ausweichen.
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Karen Bardsley flog und streckte sich - doch gegen Monica Ocampos Fernschuss konnte sie nichts machen. (© dpa)
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Das war eine mutige Ansage. Einen Hubschrauber-Joker hat Steffi Jones nämlich gleich am zweiten Spieltag dieser Weltmeisterschaft verfeuert, als sie von Bochum nach Wolfsburg flog, um rechtzeitig dem Spiel zwischen Mexiko und England beizuwohnen, das 1:1 (1:1) endete.
Nun, ganz pünktlich schaffte sie es nicht. Die Mannschaften mühten sich bereits gute zehn Minuten in der Sommer-hitze ab, als sich die Silhouette eines schlanken Flugobjektes auf dem Dach der Arena abzeichnete. Die Zuschauer skandierten umgehend etwas, das man sowohl als "Me-xi-ko! Me-xi-ko!", aber auch als "Ste-ffi-Jones! Ste-ffi-Jones!" deuten konnte. Für die zweite Version sprach, dass das Publikum jede Verstärkung gebrauchen konnte. Selbst unter Einbeziehung allerlei Wolfsburger Schulklassen, waren viele Sitze frei geblieben.
Man kann auch sonst nicht sagen, dass sich die Sonderreise für Jones nicht gelohnt hätte. In jedem Fall war sie rechtzeitig da, um den gut getimten Bogenkopfball der Engländerin Fara Williams zu sehen, der sich nach 21 Minuten über Freund und Feind hinweg ins mexikanische Tor senkte. Vor allem aber sah Jones gute zehn Minuten später eine noch wesentlich schönere Bogenlampe, die diesmal dem Fuß der Mexikanerin Monica Ocampo entsprungen war.
Englands Torhüterin Karen Bardsley hat gerade in einem Gastbeitrag für den Guardian dargelegt, weshalb es ein Klischee sei, dass der Frauenfußball ein Torwartproblem habe. Falls das zutrifft, dann hat Bardsley bei Ocampos Ausgleichstor allerdings ein anderes Klischee bestätigt: England hat ein Torwartproblem.
Auf ein wenig Häme wird sich Bardsley nach ihren Fehlflug in jedem Fall einstellen müssen, da wird ihr auch nicht die Tatsache helfen, dass sie gar nicht in England, sondern in Kalifornien aufgewachsen ist. Die 24-jährige Ocampo wiederum darf sich - unabhängig vom Spielausgang - über ewigen Ruhm freuen. Ihr Fernschuss war erst das zweite Tor, das die Mexikanerinnen jemals bei einer Weltmeisterschaft erzielt haben.
Das erste gelang Ocampos Sturmkollegin Maribel Dominguez, 32, vor zwölf Jahren. Sie wird in ihrer Heimat bis heute so sehr verehrt, wie der Hubschrauber-Beckenbauer in Deutschland und die Teilzeit-Helikopter-Jones in Wolfsburg. Die Engländerinnen müssen für Ruhm und Ehre wohl noch ein bisschen mehr schuften. Das Team von Trainerin Hope Powell sieht sich ja nach eigenem Bekunden auf bestem Weg in die Weltspitze. Für Außenstehende war davon am Montag noch nicht so viel zu erkennen. Vor allem die hochgelobte Spielmacherin Kelly Smith blieb weitgehend unsichtbar.
Den gut 18.000 Schaulustigen war es egal. Wenn in Deutschland WM ist, dann dreht sich die Welle zur Not auch über reglose Schalensitze hinweg. Und sie hätte sich in Wolfsburg wahrscheinlich auch gedreht, wenn auf dem Rasen bloß ein Hubschrauber gelandet und wieder in die schöne WM-Luft entschwunden wäre.
(Boris Herrmann)
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da spielen jetzt die richtigen Menschen Fußball, dabei sind es nur die Frauen, und dann wäre die Enttäuschung groß...........
Ist es nicht möglich, ganz normal von einer Fußballweltmeisterschaft zu sprechen? Warum ständig dieser Vorsatz "Frauen". Ist es dann weniger wert?
Niemand käme doch auf die Idee ernsthaft von einer Herren - WM zu sprechen geschweige zu drucken, oder?