Es gibt einfache Tickets für nicht mal zehn Euro, bessere für 35 Euro, während Fans bei den Männern 2006 schon 80, 90 Euro Minimum zahlen mussten. Und das Geschäft mit den VIP-Tickets für mehr als 1000 Euro vor fünf Jahren ging in die Millionen. Zum anderen sei auch die Professionalisierung der Sportart in Deutschland noch nicht so lange her. Am ehesten sei die Damen-WM vom ökonomischen Rahmen vergleichbar mit einer Basketball-WM der Herren, so Zastrow.
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Was die Zukunft angeht, ist Marketing-Direktor Hackforth allerdings sehr optimistisch: "Medial und finanziell hat Frauenfußball hierzulande noch nie solch eine Unterstützung bekommen. Auch die sechs nationalen Sponsoren sind oberste Liga. Das alles wird die Verdienstmöglichkeiten erheblich verbessern."
Einen kleinen Vorgeschmack bekommen die Damen bereits im Falle eines Titelgewinns. Dann will der Deutsche Fußballbund wenigstens 60.000 Euro pro Spielerin zahlen, wie DFB-Präsident Theo Zwanziger im Februar ankündigte. Eine Erfolgsbeteiligung an den Sponsoring-Einnahmen gibt es obendrauf. Die Männer hätten im Erfolgsfall 2006 bei der Heim-WM 300.000 Euro bekommen, also das Fünffache und nicht mehr das Zehnfache, wie Sport+Markt im Schnitt für die meisten anderen Erwerbsquellen der Sportler unterstellt.
Die Fußball-Frauen sind in den letzten Wochen und Tagen vor dem Anpfiff medial präsent. Ob im Playboy oder der Bild-Zeitung, in Tagesmedien oder dem Fernsehen, werben die Profi-Kickerinnen um Bundestrainerin Silvia Neid und Spielführerin Birgit Prinz für sich und die Produkte der sechs nationalen WM-Förderer: Allianz, Deutsche Bahn, Deutsche Post und Telekom, Mercedes und Rewe, jeder von ihnen hat wenigstens vier Millionen Euro gezahlt, um mit sogenannten Testimonials, also Kronzeugen aus der Damen-Elf für ihr Image und ihre Produkte zu werben.
Hinzu kommen Werbeauftritte mit Adidas, einem der fünf Großsponsoren des Turnierveranstalters Fifa, der zudem einen Teil des DFB-Kaders einzeln unter Vertrag hat. Spielerinnen wie Mittelfeldfrau Fatmire Bajramaj oder Birgit Prinz haben ähnlich wie die Topspieler bei den Männern mehrere Einzel-Werbeverträge laufen, die ihre Gehälter deutlich aufbessern dürften. Insgesamt zählt Sport+Markt-Vorstand Zastrow bislang immerhin etwa 50 Werber rund um die WM gegenüber 500 bei der Herren-Heim-WM 2006.
Die im heutigen Kosovo geborene 23-jährige Bajramaj hat Brancheninsidern zufolge durch ihren Wechsel von Turbine Potsdam zum 1. FFC Frankfurt ihre Bezüge inklusive der Werbeeinnahmen auf ein knapp sechsstelliges Niveau gehoben, etwa ein Viertel dessen, was nach Expertenschätzungen die mehrfache Weltfußballerin des Jahres, die Brasilianerin Marta Vieira da Silva verdient.
Den direkten Leistungsvergleich zwischen Bajramaj und der zwei Jahre älteren Marta kann es aber frühestens im Halbfinale geben. Bis dahin sind noch knapp drei Wochen Zeit. Ganz klar: Je länger die Deutschen im Turnier sind, desto besser können sie die Zeit nutzen, ihren Marktwert zu erhöhen.
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(SZ vom 20.06.2011)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Champions-League-Finale
.....für die weiblichen Spieler und mindestens einen 50% Frauenanteil in der dt. Frauen - Fussballnationalmannschaft
Das wäre dann Planwirtschaft.
Aber das zeigt eben, dass auch die Damen den Fußball nicht neu definieren, dass ihnen der materielle Gewinn ebenso vordergründig ist.
Sollen die Damen doch erstmal den Ball rollen lassen; "zeigen, was drinsteckt", bevor sie schon wieder nach mehr Geld rufen.
Demnach müsste doch jeder Stadtmusikant den gleichen Lohn erhalten wie eine Lady Gaga, gerechtfertigt fände ich es ja... Tickets für Oper und Theater müssten gleiche Preise haben: Und Grundstückspreise auch: Alles gleich.
"wenn es nur nicht auf Kosten der öffentlich/rechtlichen Zuschauer geht."
Ob nun Pay-TV, privates Werbungs-TV oder ÖR-TV,
eigentlich zahlen immer die Zuschauer für den Fussball ...
Bei den Herren (Vereinsfussball) wird damit argumentiert,
dass die Vereine aus jenen nationalen Ligen,
in denen am meisten Geld aus den Zuschauern rausgeschüttelt wird,
in EL und CL die besten Chancen haben, weil sie von den TV-Einnahmen genug Geld bekommen, um Top-Spieler in der Buli zu halten.
Ich weiss ja nicht, ob ich bei dieser Bieterei mitmachen wollte,
aber eine Anpassung der Gehälter im Frauenfussball
ist daneben eigentlich ein vernachlässigbarer Kostenfaktor.
dww
... für Gleichstellung und Gedöns?
Soll sich der/die MinisterIn (wer ist das eigentlich, und was macht er/sie den ganzen Tag?) mal um diese himmelschreiende Ungerechtigkeit kümmern.
Gleiche "Arbeit" - gleicher "Verdienst".
Ich schlage vor, den männlichen Kickern das Gehalt nach unten anzupassen. Kann doch nicht sein, dass man(n) mit Ball-spielen Millionär wird ...
Die Gehälter können steigen wohin sie wollen, wenn es nur nicht auf Kosten der öffentlich/rechtlichen Zuschauer geht.
Auch bei den Fussballherren fordere ich rigoros - keinen Euro für Profifussball ausgeben.
Die sollen alle selbst für ihre Einnahmen sorgen und nicht Gebührenzahler zwangsweise anzapfen.
Dafür gibt es die Privaten.
Paging