Von Von Kathrin Steinbichler

Nach dem Sieg bei der Frauen-EM setzt sich der DFB neue Ziele.

Sie hatten zusammen getanzt und gefeiert, zum Abschied Zigarren geraucht und am Klavier Lieder gesungen - doch schon während der Feiern des EM-Titels am Sonntag begann der Tross der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft, den Blick nach vorne zu werfen. "Politik und Gesellschaft müssen aufmerksam gemacht werden, was sich hier entwickeln kann", sagte Theo Zwanziger, geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), der sich beim EM-Finale in Blackburn erneut als Fürsprecher des Frauenfußballs einsetzte: "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, etwas für den Mädchen- und Frauenfußball zu machen." Immerhin 10.000 Euro Prämie pro Spielerin gibt es diesmal für die siegreiche Auswahl. "Für ihre Erfolge sollen die Spielerinnen auch angemessen belohnt werden", meinte Zwanziger, "vielleicht reden wir in zehn Jahren schon über ganz andere Prämien".

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Mit einem souveränen 3:1 (2:1)-Erfolg im Finale gegen den Weltranglisten-Dritten Norwegen sicherte sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen am Sonntag ihren sechsten kontinentalen Titel. Zwei Stunden nach dem Abpfiff sprach der europäische Fußball-Verband Uefa dann nachträglich noch Stürmerin Inka Grings den Führungstreffer der Deutschen zu (2:0 Lingor/24. Minute, 3:1 Prinz/63.) und gab damit einen weiteren Anlass zum Feiern: Mit dem 1:0 in der 21. Minute, das zunächst als Tor von Sturmkollegin Anja Mittag gewertet wurde, markierte Grings ihren vierten Turniertreffer und erhielt dafür die Auszeichnung als beste EM-Torjägerin. "Anja kam schon im Spiel gleich zu mir und hat gesagt, dass ich die Torschützin bin. Jetzt bin ich überglücklich", meinte Grings. In den vergangenen fünf Jahren hatten jeweils Verletzungen ihre Teilnahme bei Turnieren der Nationalmannschaft verhindert.

Bei der EM in England bestätigte die Duisburger Offensivspielerin jedoch die gute Form, die sie mit 25 Toren bereits in der abgelaufenen Bundesligasaison gezeigt hatte. Überhaupt war es vor allem das variable und schnelle Angriffsspiel, das den Gegnern der deutschen Nationalmannschaft die meisten Probleme bereitete. "Dafür sind ja aber nicht nur unsere Stürmerinnen verantwortlich", meinte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer, die nun Aufgaben in der Nachwuchs-Ausbildung übernimmt, "wir haben eine sehr gute, erfahrene Abwehr, und auch im Mittelfeld haben wir Spielerinnen, die unglaublich viel laufen und sehr gut zusammenspielen. Alles in allem ist da viel Schwung drin." Am Ende ihres letzten Turniers als Cheftrainerin der Frauen-Nationalmannschaft konnte die 51-Jährige zufrieden Bilanz ziehen: "Ich bin einfach happy und verspüre noch keine Wehmut. Diese Mädels sind klasse und haben viel Herz, ihnen gehört die Zukunft."

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