Das Jahr eins nach der Ära Michael Schumacher war ein sehr bewegtes. Und auch die kommende Saison verspricht reichlich Spannung.
Die Formel 1 steht vor einer schwierigen Saison. Ihre bekannteste Größe ist abgetreten. Sie braucht ein neues Gesicht, neue Spannungsfelder und viele Überholmanöver, um nicht an Schwung zu verlieren. So sah es aus, vor einem Jahr, als Michael Schumacher in Renn-Rente ging. Seitdem ist viel passiert.
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Aufbauhelfer: Der ehemalige Ferrari-Direktor Ross Brawn soll Honda nach vorne bringen. (© Foto: Reuters)
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Der farbige Brite Lewis Hamilton gab ein Debüt, das selbst jenes von Schumacher in den Schatten stellte. Titelverteidiger Fernando Alonso legte sich mit dem eigenen Team an. Die WM-Entscheidung fiel erst im letzten Rennen, und der Titel ging überraschend an Kimi Räikkönen. Industriespionage erschütterte das Spektakel in seinen Grundfesten. Viele Überholmanöver gab es nicht, langweilig ist trotzdem kein Rennen gewesen. In dieser Saison wird die Serie schon einiges bieten müssen, um das Vorjahr zu übertreffen.
Die Voraussetzungen dafür sind gut. Die drei besten Piloten - Räikkönen, Alonso und Hamilton - sind auf die jüngsten Weltmeister-Teams verteilt: Ferrari, Renault, McLaren. Dahinter lauern ehrgeizige Nachrücker: Nick Heidfeld und Robert Kubica im BMW und Nico Rosberg im Williams. Wie sich die japanischen Werksteams von dem erholen, was sie jüngst zeigten, wird interessant.
Ein bisschen Streit ist programmiert
Toyota hat als Aufbauhelfer den deutschen Piloten Timo Glock verpflichtet, bei Honda hat ab sofort der ehemalige Ferrari-Direktor und Schumacher-Vertraute Ross Brawn das Sagen. Für einen Schuss Exotik sorgen die Teams der mit unterschiedlichen Getränken zu viel Geld gekommenen Dietrich Mateschitz (Österreich) und Vijay Mallya (Indien). Aus deutscher Sicht bemerkenswert: Mit Sebastian Vettel (Toro Rosso) und Adrian Sutil (Force India) steigt die Quote deutscher Wagenlenker auf fünf von 22.
Die Besetzungsliste klingt vielversprechend. Gleiches gilt für die Schauplätze. Die Stadtrennen in Valencia und in Singapur sind neu im Kalender. In Asien wird erstmals ein Rennen unter Flutlicht ausgetragen. Das Reglement hat sich lediglich in Nuancen geändert, das Feld dürfte enger zusammenrücken. Weil die Traktionskontrolle wegfällt, wird es mehr Fahrfehler geben. Der Faktor Mensch gewinnt an Bedeutung.
Ein bisschen Streit ist ebenfalls programmiert: Das Concorde-Agreement ist abgelaufen. Die Serie startet ohne ein Abkommen, wer wie viel von welchen Einnahmen bekommt. Weil auch böse Schlagzeilen Aufmerksamkeit bringen, muss das aber gar nicht schlecht sein. Es sieht so aus, als warte ein wirklich schwieriges Jahr auf die Formel 1 - 2009.
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(SZ vom 12.03.2008/mikö)
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