Von Elmar Brümmer

Am Ende eines denkwürdigen Formel-1-Rennens gewinnt Lewis Hamilton in Monte Carlo und übernimmt damit die WM-Führung. Räikkönen schießt Sutil ab.

Schlingern, rutschen, straucheln - es bieten sich viele Beschreibungen für die Fortbewegungsart der Formel-1-Rennwagen auf nasser Piste an. Zwischendurch wurde beim Großen Preis von Monaco am Sonntag immer wieder auch gefahren, weshalb nach genau zwei Stunden und nur 76 der vorgesehenen 78 Runden auch gesiegt werden durfte.

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Der Regen sorgte für zahlreiche Unfälle beim Großen Preis von Monte Carlo. (© Foto: DPA)

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Beim ersten Regenrennen ohne elektronische Fahrhilfen triumphierte auf am Ende wieder trockener Piste der Brite Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes, der mit seinem zweiten Saisonsieg die Dominanz von vier Ferrari-Erfolgen nacheinander brechen konnte. Für Felipe Massa reichte es trotz Pole-Position nicht zum zweiten Rang, der Brasilianer wurde von Robert Kubica im BMW-Sauber auf die dritte Podeststufe verdrängt. Ferrari bleibt damit seit 2001 im Fürstentum sieglos.

"Ich habe praktisch nichts gesehen"

Der zweistündige Ersatzteil-Grand-Prix hat alle mitgenommen, auch den Sieger: "Ich habe praktisch nichts gesehen in der Gischt", gestand Lewis Hamilton. Die vielen kleinen und großen Dramen von Monte Carlo, die glimpflich verliefen, ließen auch den WM-Stand durcheinander purzeln: Lewis Hamilton hat mit 38 Punkten die Führung vor Titelverteidiger Räikkönen (35) und Massa (34) übernommen. Robert Kubica belegt mit 32 Zählern Rang vier.

Der einzige deutsche Pilot, der am Sonntag nicht auffällig geworden war, Sebastian Vettel im ToroRosso, wurde für seine schleichende Taktik mit der besten Platzierung belohnt - Platz fünf für den Heppenheimer. Er wurde Nutznießer der größten Malheurs des Tages: Adrian Sutil (Gräfelfing) lag dank kluger Fahrweise und noch klügerer Ein-Stopp-Strategie 68 von 76 Runden auf dem vierten Rang, ehe ihm Räikkönen ins Heck seines Force-India krachte. Der 25-Jährige war in der Box überhaupt nicht mehr zu trösten. Timo Glock (Wersau), der mit dem Toyota den inoffiziellen Titel des Dreher-Königs erlangte, wurde Zwölfter, Nick Heidfeld brachte den zweiten BMW mit vier Runden Rückstand auf Rang 14 ins Ziel. Nico Rosberg schied 17 Runden vor Schluss aus.

Zur ersten Ausfallerscheinung kam es schon, als auf der feuchten Piste noch alle Räder stillstanden - Heikki Kovalainen brachte seinen Silberpfeil nicht in die Gänge. Sein Kollege Lewis Hamilton kämpfte gleich für zwei. Auf den wenigen hundert Metern von der Startlinie zum Knick von Sainte Devote schob sich der Brite innen am Ferrari von Räikkönen vorbei und reihte sich hinter dem von der Pole-Position gestarteten Felipe Massa ein. Die BMW-Piloten erwischten einen perfekten Start: Robert Kubica schob sich von fünf auf vier, der in der Qualifikation schwache Nick Heidfeld schoss von Rang zwölf auf neun vor.

Opfer der Feindberührungen im Mittelfeld wurden der als Sechster gestartete Mitfavorit Nico Rosberg im Williams, Fernando Alonso und Jenson Button. Kaum war die Prozession fürs Erste sortiert, setzte der befürchtete Platzregen ein. Die Einschläge folgten im Minutentakt. Fünfte Runde: Timo Glocks Toyota drehte sich einmal um die Achse, dabei wurde der Frontflügel abgerissen; sechste Runde: Lewis Hamilton touchierte am Schwimmbad die Leitplanken, vom rechten Hinterrad blieb nur die Felge; achte Runde: Fernando Alonso tat es seinem Lieblingsrivalen am Casinoplatz nach - alle blieben aber nach einer Reparaturpause im Rennen.

Lesen sie auf Seite 2: Die Aufholjagd von Nico Rosberg und das Ende des turbulenten Rennens.

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