"Ich bin zutiefst enttäuscht": Bei Testfahrten im Ferrari macht dem 40-jährigen Rekordweltmeister eine alte Verletzung zu schaffen.

Nach den schlechten Nachrichten der vergangenen Wochen mit dem Höhepunkt des BMW-Ausstiegs muss die Formel 1 den nächsten "Nackenschlag" hinnehmen: Rekord-Weltmeister Michael Schumacher sagt sein avisiertes Comeback für den Großen Preis von Valencia Ende August ab. Anstelle von Schumacher wird der Italiener Luca Badoer in den verbleibenden Rennen dieser Saison für Ferrari an den Start gehen. Dies teilte der italienische Rennstall am Dienstagmorgen in Maranello mit. Der Ferrari-Testpilot übernimmt vom Großen Preis von Europa beim Rennen in Valencia das Auto von Felipe Massa, der sich beim Großen Preis von Ungarn schwer verletzt hatte.

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Vorerst keine Rückkehr in die Formel 1: Michael Schumacher. (© Foto: dpa)

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Die Gründe für das geplatzte Comeback nennt Schumacher in einem Artikel auf seiner Internetseite michael-schumacher.de:

"Ich habe gestern Abend Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali darüber informieren müssen, dass ich nicht für Felipe einspringen kann. Ich habe absolut alles versucht, dieses Comeback auf Zeit möglich zu machen, aber zu meinem größten Bedauern klappt es nicht. Die Schmerzen im Nacken, die nach dem privaten F1-Tag in Mugello auftraten, haben wir leider nicht in den Griff bekommen - auch wenn wir alles versucht haben, was medizinisch und therapeutisch machbar ist."

Spekulationen um Verletzung

Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen um die Nackenverletzung gegeben, die sich Schumacher bei einem Unfall in einem Motorrad-Rennen im Februar zugezogen hatte. Schließlich machten sogar Gerüchte um einen Halswirbelbruch die Runde, die der Ex-Weltmeister aber nicht weiter kommentierte. Als zu Beginn dieser Woche bekannt wurde, dass Schumachers langjähriger Manager Willi Weber einen Produktionsstopp der Merchandising-Artikel zum Comeback des Ferrari-Idols verhängt hatte, deuteten sich ernsthafte Bedenken um Schumachers Gesundheit bereits an.

Die Gewissheit über die Schwere der Verletzung folgte dann in Schumachers heutiger Erklärung auf seiner Webseite: "Die Verletzungsfolgen vom Motorrad-Unfall im Februar, als ich mir Brüche im Bereich Kopf und Hals zugezogen habe, sind leider noch immer zu schwer. Daher kann mein Nacken den extremen Belastungen der Formel 1 nicht standhalten. Das hat sich im Verlauf der Untersuchungen, die wir während der vergangenen beiden Wochen immer wieder angestellt haben, und der Abschluss-Untersuchung gestern Nachmittag deutlich gezeigt. Weil sich die Probleme im Nacken, die nach dem Tag in Mugello aufgetreten waren, nicht besserten, habe ich mich am Sonntag kurzfristig entschieden, diese eindringliche Untersuchung bereits gestern zu machen."

Motorrad-Rennen abgesagt

In der Tat hatte noch Wochen nach dem Unfall mehr auf Sportinvalidität als auf eine Rückkehr ins Rennauto hingedeutet. "Ich bin gesundheitlich einfach nicht in der Lage, überhaupt zu fahren", gab Schumacher zu und begründete so im April seine Absage für den Lauf zur Motorrad-DM auf dem EuroSpeedway Lausitz.

Dass Schumacher selbst tief getroffen ist von dem verhinderten Wiedereinstieg in den Rennzirkus, zeigen seine Schlussworte in der Erklärung auf der Homepage: "Ich bin zutiefst enttäuscht. Mir tut es wahnsinnig leid für die Jungs bei Ferrari und alle die Fans, die mir die Daumen gedrückt haben. Ich kann nur nochmals sagen, dass ich alles versucht habe, was in meiner Macht stand. Ich wäre gerne für Felipe eingesprungen. Jetzt bleibt mir nur, dem gesamten Team die Daumen für die nächsten Rennen zu drücken."

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(sueddeutsche.de/hum/jbe)