Mit der Rückkehr von Michael Schumacher produziert die Formel 1 endlich wieder positive Nachrichten. Alle Beteiligten dürfen sich darüber freuen - nur der Rückkehrer selbst riskiert viel.
Wenn sich Michael Schumacher am 23. August hinter das Steuer des Ferrari setzt, um den roten Boliden durch die Kurven des Großen Preises von Europa in Valencia zu steuern, wird der Deutsche exakt 40 Jahre, sieben Monate und 20 Tage alt sein. Wer ein wenig in den Statistiken der Formel-1-Geschichte stöbert, der sieht: 40 Jahre, sieben Monate und 20 Tage sind in diesem Sportart gar nichts so besonderes. Als der Argentinier Juan Manuel Fangio 1957 Weltmeister wurde, war er 46 Jahre, zwei Monate und 14 Tage alt. Als der Italiener Luigi Fagioli 1951 den Großen Preis von Frankreich gewann, zählte er 51 Jahre und 21 Tage Jahre. Und als der Monegasse Louis Chiron 1955 sein Heimrennen bestritt, stand er kurz vor seinem 56. Geburtstag.
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Michael Schumacher nach seinem Sieg beim Großen Preis von Australien 2002. (© Foto: AP)
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In der Formel 1 der Neuzeit ist ein Start in diesem Alter schon deutlich seltener - und ein Comeback in diesem Alter erst recht. Bisher hat es noch keinen Fahrer gegeben, der drei Jahre pausierte, um dann als Über-40-Jähriger ins Renngeschehen zurückzukehren. Allenfalls zu Niki Lauda bietet sich eine kleine Parallele an. Der Österreicher beendet 1979 seine Karriere, ehe er 1982 im Cockpit von McLaren sein Comeback feierte - allerdings als 33-Jähriger. 1984 gewann der Österreicher sogar noch einmal die Fahrer-WM.
Um den WM-Titel wird es bei Schumacher natürlich nicht mehr gehen. Um was es für ihn sportlich geht, ist eine der spannenden Fragen rund um die Rückkehr des Kerpeners auf die Rennstrecke. Der siebenmalige Weltmeister ist sicherlich niemand, der nur das Fahrerfeld auffüllt. In den vergangenen Jahren hat er bei Testfahrten für Ferrari stets beachtliche Zeiten erzielt. Und wer den Charakter von Michael Schumacher kennt, der weiß: Er würde sich wohl nicht zu einem solchen Schritt entscheiden, wenn er nicht glauben würde, sich gut in Szene setzen zu können.
Andererseits haben sich die Autos seit seinem Rücktritt ziemlich verändert. Kers (Kinetic Energy Recovery System, System zur Energierückgewinnung) ist hinzugekommen, die Aerodynamik hat sich verändert, die Rillenreifen sind abgeschafft. Auch ist Schumacher verständlicherweise - und trotz gelegentlicher Fußball-Einsätze - nicht in der körperlichen Konstitution wie zu seinen besten Tagen. Und die Physis war immer eine seine großen Stärken. Zudem zog er sich Anfang des Jahres bei einem Unfall eine Nackenverletzung zu, wegen der er bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft nicht an den Start gehen konnte.
Es könnte also durchaus sein, dass sich Schumacher auf ungewohnten hinteren Positionen wiederfindet - und es ist die Frage, wie sehr das am Mythos des siebenmaligen Weltmeister kratzen würde. Schumacher war es anders als vielen anderen Sportlern gelungen, auf dem Zenit seines Könnens abzutreten. Die Kurzzeit-Rückkehr bedeutet ein Wagnis. Entsprechend äußerte sich auch sein Manager Willi Weber nach der Verkündigung der Comeback-Pläne: "Es ist gut für alle: Die Medien, Fans, die Formel 1. Ob es gut für uns ist, wird sich zeigen."
In der Tat ist es sicher, dass alle andere Beteiligten von Schumachers Entscheidung profitieren. Die Formel 1 als Gesamtorganisation, weil sie nach dem ewigen Streit um die Budgetgrenze und dem Ausstieg von BMW endlich wieder Nachrichten produziert, an denen sich viele Motorsport-Fans erfreuen. Der Rennstall Ferrari, weil er so nach dem Ausfall von Felipe Massa komplikationslos kompetenten Ersatz fand und sich beispielsweise nicht auf langwierige Abwerbungsversuche in Sachen Fernando Alonso einstellen musste.
Felipe Massa, der mit dieser Entscheidung die Gewissheit hat, problemlos zurückkehren zu können, wenn er fit ist. Und auch der in Deutschland übertragende Fernsehsender RTL, weil ein Michael Schumacher im Cockpit eines Formel-1-Autos wohl zwangsläufig die nach unten verlaufende Einschaltquotenkurve stoppen wird.
Euphorisch reagierte auch die internationale Presse auf die Comeback-Ankündigung und pries Schumacher wie das sehnlichst erwartete Manna des Motorsports. "Das schönste Paar der Formel 1 ist wieder zusammen", schrieb Gazzetta dello Sport. "Er ist ein Geschenk für die Formel 1", ergänzte La Repubblica. Und die spanische Zeitung Sport bemerkte in Verwechslung fest vergebener deutscher Sportlertitel: "Der Kaiser kehrt zurück."
Nun bleibt anzuwarten, ob der zurückkehrte Kaiser nach seinen Comeback-Fahrten immer noch als Kaiser gilt und unter welcher Überschrift die nächsten Wochen und Monate in die Schumacher-Biographie einfließen werden. Als gelungene PR-Nummer der Formel-1-Welt? Als sportlich überzeugende Rückkehr eines der größten deutschen Sportler aller Zeiten? Oder als nachträgliche Beschädigung einer erfolgreichen Karriere?
Klar ist immerhin eines: Der Mann, der in seinem Formel-1-Leben so viele Rekorde erreichte, wird in den Kategorien ältester Weltmeister, ältester Grand-Prix-Sieger und ältester Grand-Prix-Teilnehmer keine Höchstmarken mehr setzen. Dafür bräuchte es noch einmal ein Schumacher-Comeback - in sechs respektive elf respektive 16 Jahren.
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(sueddeutsche.de/hof/jja)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
... mit Rot bewertet, bleibt dem Bewerter überlassen.
Wenn Schumacher alle sieben gewinnt, ist er Weltmeister. Er ist auch Weltmeister, wenn er "nur" sechs gewinnt, und in dem nicht gewonnenen mehr Punkte als Button hat.
Nur mal so ins Rote hineingedacht ...
Schuhmacher wird und kann sich gar nicht blamieren. Er ist von seinem Naturell sowieso der beste Fahrer. Er hat schon öfter bewiesen dass man mit einem schlechteren Auto gewinnen kann. Meine Prognose - er wird Pirouetten um die anderen Autos machen. Spätestens nach dem zweiten Rennen!
@kordonhaus: Die Testfahrer von Ferrari sind 38 bzw. 35 Jahre alt!
Ich verstehe aber auch Ferrarri nicht sich den alten Schuhmacher zurückzuholen,die haben doch auch junge Testfahrer,die bestimmt besser fahren können,aber wahrscheinlich ist im sein Geld knapp geworden wie seinerzeit Nicki Lauda.
Auweia. Jeder sollte wissen, wann er den Zenit überschritten hat. Das wird nix, Herr Sch.
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