Michael Schumachers Einsatz als Ersatz-Pilot für den verletzten Felipe Massa steht auf der Kippe. Der Kerpener muss zunächst Fitness und Belastbarkeit unter Beweis stellen.
Michael Schumachers Formel-1-Comeback wird immer fraglicher. Sein Manager Willi Weber, die enge Vertraute Sabine Kehm und sogar die Ärzte fürchten ernsthaft um die Gesundheit des Rekord-Weltmeisters. Weber verhängte jetzt einen Produktionsstopp für die geplanten neuen Merchandising-Artikel, da Schumachers Nackenverletzung die Rückkehr ins Rennauto platzen lassen könnte. "Solange die Rückkehr nicht zu hundert Prozent steht, werden wir nichts produzieren", sagte Weber der Fachzeitung Auto Bild Motorsport.
Rekordweltmeister Michael Schumacher bangt weiterhin um seine geplante Rückkehr in die Formel 1. (© Foto: AP)
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Schumacher soll beim nächsten Formel-1-Rennen am 23. August in Valencia und möglicherweise für den Rest der Saison den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa (Brasilien) ersetzen. Doch erst muss Schumacher die Ärzte von seiner Fitness überzeugen und vor allem beweisen, dass der bei einem Motorrad-Unfall im Februar lädierte Nacken den Belastungen in einem Formel-1-Auto standhält. Über die Schwere der Nackenverletzung gibt es vorerst nur Spekulationen, sogar ein Halswirbelbruch ist nicht länger auszuschließen. Schumacher selbst schweigt dazu, Äußerungen aus seinem Umfeld lassen alles noch geheimnisvoller erscheinen. "Es war ein schwerer Unfall. Aber es gibt keinen Grund, der Öffentlichkeit irgendwelche Details zu verraten", sagte seine langjährige Pressesprecherin Sabine Kehm der FAS.
Hamilton sieht Nachteil
Noch Wochen nach dem Unfall deutete mehr auf Sportinvalidität hin als auf eine Rückkehr ins Rennauto. "Ich bin gesundheitlich einfach nicht in der Lage, überhaupt zu fahren", sagte Schumacher und begründete so im April seine Absage für den Lauf zur Motorrad-DM auf dem EuroSpeedway Lausitz. Eigentlich sollten laut FAS die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen bereits vorgelegen haben. Nun heißt es, dass es noch ein paar Tage dauere, bis Klarheit herrsche. Nach dem schweren Unfall von Felipe Massa in Budapest, bei dem der Kopfschutz des Brasilianers wohl Schlimmeres verhinderte, hat Schumacher laut Bild drei baugleiche neue Helme zum Stückpreis von 12.000 Euro bestellt.
Weber rechnet mit einer Entscheidung in dieser Woche. Der Manager, der an sämtlichen Einnahmen der Marke Schumacher mit 20 Prozent beteiligt ist, hat zahlreiche Fan-Artikel geplant: "Es wird Comeback-T-Shirts und Comeback-Mützen geben." Weber setzt große Hoffnungen in Schumachers Rückkehr, denn der Umsatz mit den Schumacher-Produkten ist seit dessen Rücktritt im Oktober 2006 ins Stocken geraten. "Natürlich wollen wir diesen Hype mitnehmen", sagt Weber, "seit zwei Jahren kann man von Michael nichts Neues mehr kaufen."
Die Meinungen über Michael Schumachers Aussichten bei einem Comeback gehen allerdings jetzt schon auseinander. Fia-Präsident Max Mosley traut Schumacher auf Anhieb Siege zu: "Er wird großartige Leistungen zeigen, so wie wir es von ihm gewohnt sind. Ein Michael Schumacher kann gar nicht langsam fahren." Weltmeister Lewis Hamilton sieht Schumacher hingegen nur als Außenseiter. "Michael ist im Nachteil, weil er in diesem Teil der Saison zurückkommt und nicht die gleichen Erfahrungen wie alle anderen hat", zitierte die Sonntagszeitung Mail on Sunday den Briten. Dennoch sei er erfreut über die Rückkehr des siebenmaligen Champions in die Königsklasse, erklärte Lewis Hamilton. "Er ist einer der Größten dieses Sports, eine Legende. Es wird eine Ehre und ein Privileg sein, gegen ihn zu fahren", sagte der 24-Jährige, der zuletzt beim Großen Preis von Ungarn seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte.
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(SZ vom 10.08.2009)
Der Flügelflitzer
Dann muss eben Nikki Lauda wieder fahren!
bei ganz normalen Menschen glauben.
Sicher M.Schumacher ist ein begnadeter Fahrer. Jedoch sein Erfolg beruht definitiv auf harter Arbeit Tag für Tag.
Deshalb kommen jetzt die Bedenken, die auch von mir am Tag der damaligen Entscheidung gebracht wurden:
Fitness, veränderte Technik, verändertes Verhalten der Boliden, veränderte Steuerungen am Lenkrad, und zwar nicht Winzigkeiten, sondern Schwergewichte.
Damals ging es noch darum, ober M. vorne mitfahren kann. Heute geht es darum, ob er mitfährt.
Meine Einschätzung 70/30 für Mitfahren. Aber vorne mit: eher 30/70.
Rennfahrer wird man nicht eben so, das ist multiple Koordination!
Selbes gilt auch für die Politik. Von Politikern Wunder erwarten ist aber schon sehr Walt Disney, oder?
Gehört wohl eher in die Sparte Wirtschaft.
Ich hätte gern 'Michael Schumacher'- Den Flammenwerfer
Echt armselig, Herr Weber
In den Staaten würde man zu diesem Zirkus nur sagen: A pain in the neck!
Irgendwie muss man diesen überflüssigen Sport ja wieder in die Schlagzeilen bringen.
Und zur Not werden "alte Legenden" wiederbelebt. Oder dann doch nicht?
Hauptsache die Mützen und T-Shirts verkaufen sich gut. Armselig.