Schumachers Absage zieht Konsequenzen nach sich. Sein Manager Willi Weber verhängte schon vor einigen Tagen einen Produktionsstopp für die geplanten neuen Merchandising-Artikel: "Solange die Rückkehr nicht zu hundert Prozent steht, werden wir nichts produzieren", sagte Weber der Fachzeitung Auto Bild Motorsport. Weber hatte zuvor noch große Hoffnungen gehegt, denn der Umsatz mit Schumacher-Produkten ist seit dessen Rücktritt ins Stocken geraten. "Natürlich wollen wir diesen Hype mitnehmen", sagt Weber, "seit zwei Jahren kann man von Michael nichts Neues mehr kaufen."
Anzeige
Das Comeback des Jahrhundert-Rennfahrers hätte nicht nur dem eigenen Umsatz gut getan. Auch die Formel 1 könnte ihn gebrauchen: Sie wird wie nie zuvor von der weltweiten Wirtschaftkrise gebeutelt. Umsätze und Werbeeinnahmen gehen zurück, Produktions- und Test-Etats werden zusammengestrichen, die Werkteams von Honda und BMW sind ausgestiegen.
Allein die Aufmerksamkeit, die Schumachers nur angekündigtes Comeback bereits weltweit hervorgerufen hat, zeigt die Wirkung, die von diesem Ausnahme-Racer ausgeht. Wäre er tatsächlich gestartet, hätte die Formel 1 den dringend benötigten Schub bekommen. Wahrscheinlich sogar für die nächsten Jahre.
Für die einst so glamouröse Rennserie war das ein schöner Traum.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Formel 1 Michael Schumacher sagt Comeback ab 11.08.2009
- Formel 1 Zwei Wassereimer an den Ohren 05.08.2009
- Formel 1: Michael Schumacher Geheimnis um den Nacken 10.08.2009
- Formel 1: Michael Schumacher Kompromisslos und widersprüchlich 18.05.2010
- Formel 1: Monte Carlo Ein typischer Schumacher 17.05.2010
- Formel 1: Monte Carlo Vorne, aber nicht voraus 16.05.2010
- Formel 1: Monte Carlo Laufsteg Monaco 16.05.2010
(suedeutsche.de/hum)
Neue Nutzungsbedingungen
sondern offenkundig ein PR-Gag. Erst das Dementi, dann die Zusage und nun die überraschende(?) Absage. Wer ist denn so naiv und glaubt, dass der Ärztestab von Herrn Schuhmacher erst jetzt festgestellt hat, dass ein Comeback unvertretbar wäre.
"Durch so eine Einstellung wird wie ihre LVB wird unsere Kultur und gerade unsere Gesellschaft geschädigt."
Richtig gedacht, ist andersherum: Die ganzen überdimensionalen und spritfressenden Autoriesen haben die Kultur und die Gesellschaft geschädigt. Das Tempolimit gibt es nicht, weil diese Autoindustrie natürlich weiterhin diese "Riesen" bauen und verkaufen will. Wer braucht in Deutschland diese Jeeps, die es in riesigen Formaten auch von BMW, Mercedes, VW usw. gibt? Die können hier vielleicht mal 2 Minuten auf der Autobahn ausgefahren werden, und wenn man ein "normales" Auto fährt, soll man von denen weggedrängelt werden, damit man sie dann an der nächsten Ampel wiedertrifft. Derartige Autos waren für die USA geeignet, für Australien, für die Länder, in denen es noch so etwas wie Platz gibt und genügend Raum, damit die Abgase abziehen können -allerdings auch schön gen Himmel, damit das Ozon-Loch größer wird.
Ich bin keine Auto-Gegnerin, im Gegenteil fahre ich selbst seit 1974 Auto, aber es gibt auch da Grenzen. Leider ist es so, dass gerade die Deutschen diese riesenhaften Karren brauchen, die sie meist auch noch auf Pump kaufen, mit denen sie wohl einiges kompensieren müssen.
Abgesehen vom ökologischen Problem bin ich auch der Meinung, dass alles mal ein Ende hat, auch jeder "Sportler" erkennen muss, wann dieses gekommen ist - und das hat Schumi ja nun getan!
wallt da der fanzorn auf?
begreift es als ehrliches lob für einen echten profi.
wenn man schumi eins nicht vorwerfen kann, dann ist das mangelnde professionalität. erst ein comeback ankündigen und dann wegen gesundheitlicher probleme, die vorher schon vorlagen abzusagen, läßt diesen eindruck ins wanken kommen. allerdings ist durch dieses hickhack der hype wieder angeheizt. ein profi eben.
Da bin ich doch froh, dass es in Deutschland keine Kulturpolizei gibt, die einem vorschreibt welche Sportveranstaltung als verwerflich und unmoralisch gilt und jeder selbst entscheiden kann, wo und wie man seine Freizeit auflockert. Man stelle sich vor: Statt Fußball nur noch Klavierkonzerte, statt Formel1 nur noch Pflichtbesuche im Museum: Kulturhölle Deutschland.
Paging