Von Günther Fischer

Der Rennfahrer des Jahrhunderts muss passen: Michael Schumacher kehrt wegen einer Nackenverletzung nicht in die Formel 1 zurück. Ein schöner Traum endete früh.

Einmal Racer, immer Racer. Eine simple Behauptung, die auf die meisten Extrem-Motorsportler zutrifft. Natürlich auch auf Michael Schumacher.

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Einmal Racer, immer Racer: Michael Schumachers Formel-Karriere dürfte aber beendet sein. (© Foto: Reuters)

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Es ist kein Geheimnis, dass der Ex- und Beinahe-Wieder-Ferrari-Pilot seit seinem offiziellen Rücktritt im Oktober 2006 keine große Distanz zum Motorsport aufgebaut hat. Er konnte ohne Rennsport einfach nicht leben - er blieb dem Formel-1-Zirkus als Ferrari-Berater treu, drehte immer wieder Testrunden und kümmerte sich sogar um die Entwicklung der Ferrari-Straßensportwagen. Im März 2008 nahm er dann auf dem Pannonia-Ring in Ungarn als Hobby-Motorradrennfahrer an seinem ersten Wettbewerb teil.

Es ist genau diese Rennsport-Begeisterung, die ihm jetzt sein großes Comeback verhagelt. Die Verletzungsfolgen des Motorrad-Unfalls vom Februar, als sich Michael Schumacher Brüche im Kopf- und Hals-Bereich zugezogen hatte, erwiesen sich als zu schwer. Sein Nacken würde trotz neu aufgebauter Muskulatur und High-Tech-Helms den Belastungen eines Formel-1-Rennens nicht standhalten.

Noch Wochen nach dem Unfall deutete mehr auf Sportinvalidität hin als auf eine Rückkehr ins Rennauto. "Ich bin gesundheitlich einfach nicht in der Lage, überhaupt zu fahren", sagte Schumacher und begründete so im April seine Absage für den Lauf zur Motorrad-DM auf dem EuroSpeedway Lausitz. Es wäre die Horrorvorstellung schlechthin: ein Schumacher mit Nacken- oder Halswirbelbruch im Ferrari-Formel-1-Boliden.

Man kann die Wehmut nachvollziehen, mit der Michael Schumacher den Rücktritt vom Comeback auf seiner Internetseite bekanntgab: "Ich habe gestern Abend Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali darüber informieren müssen, dass ich nicht für Felipe einspringen kann. Ich habe absolut alles versucht, dieses Comeback auf Zeit möglich zu machen, aber zu meinem größten Bedauern klappt es nicht. Die Schmerzen im Nacken, die nach dem privaten F1-Tag in Mugello auftraten, haben wir leider nicht in den Griff bekommen - auch wenn wir alles versucht haben, was medizinisch und therapeutisch machbar ist."

Ein Nachsatz lässt allerdings aufhorchen: "Jetzt bleibt mir nur, dem gesamten Team die Daumen für die nächsten Rennen zu drücken", teilt Schumacher mit.

Wer vielleicht noch die Hoffnung hatte, dass Schumis Comeback nur aufgeschoben ist, wird mit diesem kleinen Satz eines Besseren belehrt. Wenn seine Verletzung tatsächlich so schwerwiegend ist wie vermutet, dann kann sie auch zwei Wochen später noch nicht ausgeheilt sein. Schumacher wird in dieser Saison also in keinem Formel-1-Cockpit mehr sitzen - allerdings auch nicht auf dem Rücken eines Renn-Motorrades.

Statt Schumacher soll der Italiener Luca Badoer nach Auskunft des italienischen Traditionsrennstalls den verletzten Ferrari-Stammpiloten Felipe Massa beim Rennen in Valencia ersetzen.

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