Die Formel-1-Saison 2007 entwickelt sich zunehmend zu einem Duell zwischen zwei Teamkollegen. Die McLaren-Mercedes Fahrer Lewis Hamilton und Fernando Alonso dominierten den Großen Preis der USA.
Hamilton siegte zum zweiten Mal hintereinander, Alonso wurde Zweiter vor dem Ferrari-Duo Felipe Massa und Kimi Räikkönen. Sebastian Vettel erreichte bei seinem ersten Formel-1-Rennen, das er bei BMW als Ersatzmann für Robert Kubica bestreiten durfte, als Achter das Ziel, wofür er einen WM-Punkt bekam. Der 19-Jährige ist der bisher jüngste Fahrer, dem dies glückte. Sein Teamkollege Nick Heidfeld schied 16 Runden vor dem Ziel mit einem Hydraulikdefekt aus. Geprägt aber war die Wettfahrt im Speedway von Indianapolis vom Start weg vom Zweikampf zwischen Hamilton und Alonso.
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Der Formel-1-Einsteiger hatte auf dem Kurs, den er nicht kannte, die beste Startposition erobert, obwohl der zweimalige Weltmeister Alonso zuvor in allen Trainingsläufen schneller war.
,,Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn schlage'', hatte Hamilton da schon gestichelt. Als es am Sonntag los ging, ärgerte er den Titelverteidiger erneut. Von einem Überholversuch gleich auf den ersten Metern ließ sich Hamilton nicht einschüchtern. Er blieb auf der Ideallinie. ,,Das war die entscheidende Situation'', gab Alonso hinterher an: ,,Wer am Start vorne ist, ist hier überall vorne.''
Der Spanier hatte auf der langen Geraden das schnellere Auto, Hamilton war in den engen Kurven meist zügiger unterwegs. Lange sah es so aus, als würden die beiden den Nachmittag zu einer friedlichen Kolonnen-Fahrt nutzen. Doch das täuschte. Alonso schielte bloß nach einer Chance, anzugreifen. In Runde 39 von 73 war es so weit. Auf der Passage durch die leicht überhöhte letzte Kurve des Speedways fuhr Alonso in Hamiltons Windschatten.
Auf dem Streifen Ziegelsteinen, der in Indianapolis die Ziellinie markiert, attackierte er. Hamilton aber witterte den Angriff, ließ sich nicht einschüchtern, hielt nervenstark dagegen, signalisierte dem Rivalen mit einem kurzen Zucken, dass er keineswegs weichen werde - und blieb so in Führung. ,,Er hat sehr gut, sehr professionell gekämpft'', lobte er Alonso hinterher fast gönnerhaft. Der schätzte den Abstand, mit dem die beiden in der Szene nebeneinander mit rund 300 km/h auf die erste Kurve zugeschossen waren, auf ,,ein oder zwei Zentimeter''.
,,Das war das beste Rennen meines Lebens'', sagte Hamilton. Nach sieben von 17 Rennen führt er die WM-Wertung mit 58 Punkten an. Alonso kommt als Zweiter auf 48 Zähler. ,,Dieses Jahr werden wir gute Nerven brauchen'', sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug über das sich anbahnende WM-Duell zwischen den beiden.
Ein ,,abwechslungsreiches Rennen'' hatte auch BMW-Sportchef Mario Theissen gesehen. Sebastians Vettels achten Platz lobte er als ,,toll'': ,,In der ersten Kurve hat er Lehrgeld gezahlt, danach war es ein fehlerfreies Rennen.'' In der ersten Kurve verpasste der als Siebter gestartete Vettel den Bremspunkt. Er schoss über die Wiese. Der kurze Ausflug kostete ihn vier Ränge.
Als Elfter reihte er sich wieder ins Feld ein. Von da an fuhr er ein unauffälliges Rennen und profitierte von Ausfällen. ,,Von diesem Moment habe ich schon als Kind geträumt'', sagte er, als er aus dem Auto stieg. In zwei Wochen, beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours, wird er wahrscheinlich wieder in die Rolle des Ersatzfahrers zurückversetzt. Wenn der in Kanada verunglückte Robert Kubica den medizinischen Test besteht, wird er neben Nick Heidfeld antreten.
Für den Piloten des BMW mit der Startnummer neun endete der Amerikatrip enttäuschend. Am Start hatte Heidfeld sich an Kimi Räikkönen im Ferrari vorbei auf Position vier geschoben. Von da an aber lief es schlecht. Runde 21: Bremsfehler am Ende der Start- und Zielgeraden, Heikki Kovalainen im Renault geht vorbei. Nach dem ersten Boxenstopp: Am Ende der Start- und Zielgeraden nutzt Räikkönen eine Lücke und überholt Heidfeld.
Als 16 Runden vor dem Ziel die Positionen bezogen waren, lag der an Rang fünf. Vier WM-Punkte hätte es dafür gegeben. Doch die gab es nicht, weil ein Defekt im Hydrauliksystem erst die Servolenkung und dann die Gangschaltung lähmte. Zum zweiten Mal in diesem Jahr erreichte Heidfeld das Ziel nicht. Im siebten Rennen holte das Team lediglich einen Punkt. Das ist das schlechteste Resultat in diesem Jahr, aber immer noch besser als das, was Ralf Schumacher und Nico Rosberg widerfuhr.
Schumachers Arbeitstag war bereits nach wenigen Sekunden beendet. Der Toyota-Fahrer, der drauf und dran ist, den inoffiziellen Titel ,,Absteiger des Jahres'' zu erringen, bremste in der ersten Kurve zu spät. Er kam von der Strecke ab und musste den Grand Prix beenden. Sein Missgeschick riss auch David Coulthard im Red Bull und Rubens Barrichello im Honda mit ins Aus. ,,In der ersten Kurve'', brachte Schumacher zu seiner Entschuldigung vor, ,,wird die Luft oft sehr dünn.'' Nico Rosberg im Williams setzte als einer von wenigen auf eine Ein-Stopp-Strategie. Das Wagnis hätte sich fast ausgezahlt. Der 21-Jährige hielt sich aus allem Ärger heraus. Zurückhaltend lenkte er seinen Williams auf Platz sechs.
Fünf Runden vor dem Ende sah es nach dem besten Saisonergebnis für Rosberg aus. Dann brannte der Toyota-Motor, der ihn antriebund dem Piloten blieb nichts anderes übrig, als fluchend das Weite zu suchen.
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So unspannend wie ich befürchtete ist diese Saison ohne Michael Schumacher gar nicht, auch wenn die derzeitige Dominanz der Silberpfeile dazu führen könnte. Sensationell und wohltuend finde ich Fahrer wie Hamilton, die kommen und siegen. Auch Vettel scheint so ein Riessengenie zu sein. Heidfeld und Rossberg könnten auch zum einen oder anderen Sieg beitragen.
Der einzige, der wohl noch nicht gemerkt hat dass seine Zeit abgelaufen ist ist der Ralf Schumacher. Für meinen Geschmack verperren solche Fahrer guten und besseren Fahrern die Zukunft. RS bekommt ja schon seit längerer Zeit nichts mehr auf die Reihe und hat eigentlich in der F1 nicht mehr verloren.
Da gibt es zu viel besseren Nachwuchs - überall.