Der 20-jährige Heppenheimer Sebastian Vettel wechselt als Stammfahrer zum Team Toro Rosso. Dabei wäre er lieber für BMW gefahren.
Sebastian Vettel ist schneller als erwartet zum Stammpiloten in der Formel-1-Weltmeisterschaft geworden. Der bisherige BMW-Sauber-Ersatzmann wechselt zur Scuderia Toro Rosso und kehrt bereits am kommenden Wochenende beim Großen Preis von Ungarn in Budapest (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) in die Königsklasse zurück.
"Ein Traum ist wahr geworden": Sebastian Vettel fährt jetzt als Stammfahrer in der Formel 1. (© Foto: dpa)
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Für Vettel ist "ein Traum wahr geworden. Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich Stammfahrer in der Formel 1 bin", sagte der 20-Jährige aus Heppenheim im Gespräch. Zu Prognosen wollte sich der Blondschopf nicht hinreißen lassen: "Sicher ist, dass das Auto vielleicht nicht ganz so gut ist. Deshalb kann ich noch nichts darüber sagen, wie weit wir kommen können. Erstmal freue ich mich, Rennen fahren zu dürfen."
Berger: "Ein intelligenter und engagierter Fahrer"
Vettel bekam dafür am Dienstag von BMW-Sauber die sofortige Freigabe und übernimmt bei den "kleinen Bullen" den Platz des Amerikaners Scott Speed. "Sebastian Vettel fährt ab sofort bis zum Ende der Saison für Toro Rosso", sagte Teamsprecherin Fabiana Valenti.
"Sebastian ist im zwölften Jahr ein Red-Bull-Mann, hat daher eine lange Vergangenheit und hoffentlich auch eine langfristige Zukunft bei uns", sagte Toro-Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger und erklärte, dass Vettel "sicher auch nächstes Jahr" für sein Team fahren werde: "Er ist ein äußerst intelligenter und engagierter Fahrer, der bei BMW schon Formel-1-Erfahrung schnuppern konnte. Daher ist er der ideale Mann für uns."
Damit sind künftig fünf Deutsche regelmäßig in der Königsklasse im Einsatz, nachdem Vettel in Indianapolis sowie zuletzt am Nürburgring Markus Winkelhock bei Spyker als Ersatzpiloten zum Einsatz gekommen waren. Vettel, der neben BMW seit Jahren auch von Toro-Rosso-Miteigentümer Red Bull gefördert wird, ist nunmehr ebenso wie Nick Heidfeld (Mönchengladbach/BMW-Sauber), Nico Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota), Ralf Schumacher (Kerpen/Toyota) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Spyker-Ferrari) festes Mitglied des 22-köpfigen Starterfeldes.
Ein WM-Punkt für BMW
"Sebastian hat für uns als Test- und Ersatzfahrer sehr gute Arbeit geleistet", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen: "Wir haben ihn über Jahre gefördert und ausgebildet. Seiner Karriere jetzt Steine in den Weg zu legen, widerspräche unserer Auffassung von Talentförderung."
Vettel, der bei seinem Debüt in Indianapolis mit Platz acht als Ersatz von Robert Kubica im BMW-Sauber und jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte einen WM-Punkt gewann, hätte eigentlich lieber auf einen Stammplatz bei den Münchnern gewartet. Doch da steht er im Moment noch im Schatten von Heidfeld und Kubica.
"Man möchte logischerweise immer ins schnellere Auto, weil man da mehr zeigen kann. Bestes Beispiel ist Lewis Hamilton", sagte Vettel: "Auf der anderen Seite will man als Rennfahrer immer Rennen fahren und sich nicht nur mit dem Testen zufrieden geben." Neben den reglementbedingt wenigen Testmöglichkeiten in der Formel 1 fuhr Vettel bislang Rennen in der Renault World Series und lag dort an der Spitze der Gesamtwertung.
Nachfolger bei BMW wieder ein junger Deutscher
Berger hatte sich schon früher lobend über den jungen Hessen geäußert: "Der Junge gefällt mir, er hat Hirn und die richtige Berufsauffassung. Das ist schon mal die halbe Miete." Allerdings wird Vettels Premiere bei Toro Rosso schwierig, da er das Auto bislang überhaupt nicht kennt. Ein auch von Berger eigentlich favorisierter Test in der vorigen Woche war nicht zustandegekommen. In Mugello saß noch ein letztes Mal Speed im Auto, Vettel hatte sich dort lediglich bereit gehalten. Angeblich hatte man sich über die finanziellen Rahmenbedingungen noch nicht geeinigt.
"Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn es in der letzten Woche mit dem Test geklappt hätte, um noch Erfahrungen zu sammeln", sagte Vettel. In ein ihm unbekanntes Auto zu steigen, "ist natürlich nicht einfach, aber darüber denke ich jetzt nicht weiter nach. Ich werde natürlich ein bisschen Zeit brauchen." Zeit, die Berger ihm geben wird. "Man darf das erste Rennen sicher nicht als großen Maßstab nehmen", sagte der frühere Formel-1-Pilot.
Die Rolle des Ersatzfahrers bei BMW-Sauber übernimmt der bisherige Testfahrer Timo Glock. Der 25-Jährige aus Wersau führt die Wertung in der GP2-Serie an, würde aber in Budapest auf einen Start verzichten, falls er bei BMW-Sauber als Testfahrer einspringen soll.
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(sid)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak