Überehrgeiz und ein Defekt bremsen den Favoriten Lewis Hamilton. So wird der Finne Kimi Räikkönen in São Paolo überraschend Formel-1-Weltmeister.
Noch vor der Nationalhymne nahm Kimi Räikkönen einen tiefen Schluck aus der bereitgestellten Champagnerflasche. Es war die verdiente Belohnung nach einem turbulenten Finale, in dem der 28 Jahre alte Finne vom Überehrgeiz des Titelfavoriten Lewis Hamilton und der Hilfe seines Ferrari-Kollegen Felipe Massa profitierte, gewann und so zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister wurde.
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Champagner für den Sieger: Kimi Räikkönen, neuer Formel-1-Weltmeister. (© Foto: dpa)
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Fernando Alonso beendete das Rennen hinter Massa als Dritter. Im Gesamtklassement kommt er auf 109 Punkte - wie Lewis Hamilton, der in Brasilien Siebter wurde. Räikkönen ließ den Regen aus silbernem Konfetti äußerlich ungerührt über sich ergehen.
Auch im Triumph blieb er seiner unterkühlten Art treu. "Wir haben immer an den Erfolg geglaubt", sagte er: "Ich bin glücklich." Sein Landsmann Mika Häkkinen, der 1989 und 1999 den Titel mit McLaren-Mercedes gewann, gratulierte: "Das ist phantastisch für Kimi und Finnland. Es war der Tag von Ferrari."
Das musste auch McLaren-Chef Ron Dennis anerkennen. "Das ist nicht leicht zu akzeptieren", sagte er mit Leidensmiene: "Aber wir hatten zusammen eine tolle Saison und müssen auch in der Niederlage korrekt bleiben und das sportlich akzeptieren."
"Zweimal 109 Punkte macht nicht einmal 110. Schade, dass wir auch unsere zweite Chance nicht nutzen konnten", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug in Anspielung auf den vergebenen Matchball von Lewis Hamilton vor zwei Wochen in Schanghai. Alonso gratulierte dem Sieger nüchtern. "Wer auch immer am Ende die meisten Punkte hat, hat den Titel verdient", sagte der Spanier, der sich seinem Team gegenüber versöhnlich zeigte. Bloß einen Punkt hinter dem Meister zu sein, sei nicht schlecht.
Hamilton unklug
Das letzte Rennen war turbulent verlaufen - vom Start weg. Dort schob sich Massa von der Pole-Position aus elegant als Erster in die erste Kurve. Hinter ihn setzte sich sein Ferrari-Kollege Räikkönen, der als Start-Dritter den Vorteil hatte, auf der sauberen Seite der Fahrbahn loslegen zu dürfen. Der WM-Dritte startete mit so viel Verve, dass er in der ersten Linksbiegung leicht ins Schleudern kam, was wiederum den als Zweiten gestarteten Hamilton zum Nachteil gereichte. Der Brite musste kurz vom Gas gehen, was seinem Team-Rivalen Fernando Alonso eine Chance gab, die der Spanier sich nicht entgehen ließ: Im Rechtsschwung des Senna-S setzte er sich neben Hamilton, in der Linkskehre zog er vorbei.
Hamilton passte das gar nicht. Wie schon vor zwei Wochen beim Großen Preis von China riskierte er alles - und wie schon in Schanghai war das unklug.
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Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
haha! wie lustig! in den anderen Artikel haben noch alle gesagt, dass es von Bild und Marketing Abteilung der Formel1 abgecaterte Sache ist, dass Hamilton gewinnt und jetzt wird der Spieß einfach ungedreht und das Gegenteil behauptet ...
Ich gönn es Kimi von ganzen Herzen, den er hat hart dafür gekämpft, auch wenn ich für Hamilton war und für Mercedes wäre nach der tollen Saison und der harten Bestrafung eine Sieg nur gerecht gewesen.
Dann eben nächstes Jahr mit einem hoffentlich besseren Team.
Denn wenn sich zwei streiten freut sich der dritte ...
es war toll und ich mag, dass jetzt nicht von jemanden, der so intellektuell überbildet ist, dass er alles mit lateinzitaten würzen muss, schlechtreden lassen...
kimi hat sich das verdient, in den letzten jahren hatte dieser wirklich gute fahrer so oft pech, kann man sich da nicht mal freuen ...
Das schöne an diesem Finale ist doch, dass Ferrari beide Titel aus eigener Kraft gewinnen konnte. Die Spionage Affaire hat sich somit in keinster Weise auf den Ausgang der WM ausgewirkt.
Was ist an diesem Ausgang überraschend? Das ist doch genau das Resultat, wie es sich die Marketing-Abteilung der Formel 1 gewünscht und wie sie es bekommen hat: Der Böse und der Junge im bösen Spionenteam sind gleichauf auf dem zweiten Rang, während der Weiße Ritter für die guten Roten die Palme eroberte.
So lange man so etwas RTL-Zuschauern, Bild-Zeitungs-Lesern und Premiere-Abonnenten, denen man gerade noch ein bißchen mehr als das überlebensminimum beläßt, noch als Spannung pur verkaufen kann, so lange hat auch der alte Römerspruch von Panem et circenses, also von Brot und Spielen als das, was das Volk als einizges will, seine Gültigkeit.
Um solch einer Farce tatsächlich noch etwas abzugewinnen, muß man schon sehr verzweifelt sein.