Formel-1-Impresario Bernie Ecclestone dürfte das gerne gehört haben. Seine Anwesenheit war auch so eine symbolische Geste, ein Zeichen der Versöhnung, nachdem der Rennstall Ecclestones ganzes Geschäft in Verruf gebracht hatte, indem er geheime Ferrari-Daten angenommen hatte. Inzwischen ist die Angelegenheit aus der Welt geschafft - mit einem rekordverdächtigen Ablasshandel, bei dem 100 Millionen Dollar flossen. Ein Großteil der Summe soll zur Förderung von Motorsport-Talenten verwendet werden.

Zwei Fahrer, die in der Branche als jung gelten, sollen endlich Mercedes den Titel bringen: Heikki Kovalainen (26, l.) und Lewis Hamilton (23). (© Foto: AP)

Anzeige

Spitze gegen Alonso

McLaren-Mercedes leistet sich selbst auch ein solches Programm. Neben Hamilton, der am Montag 23 wurde, darf Heikki Kovalainen ans Steuer. Der Finne ist 26 und geht damit auch noch als jung durch. Kovalainen kommt von Renault. Auch er nutzte seinen ersten öffentlichen Auftritt in Silber, um einen bösen Gruß an seinen ehemaligen Arbeitgeber zu schicken. "Für mich ist McLaren ein Schritt vorwärts in meiner Karriere", glaubt Kovalainen: "Ich wäre nicht hierhin gekommen, wenn ich nicht wüsste, dass ich die gleichen Chancen bekomme wie Lewis."

Ob es wirklich so kommen wird, ist eine spannende Frage. Hamilton kennt das Team schon lange. Er hat quasi ein Heimspiel. Und er verspricht: "Ich bin noch entschlossener und besser vorbereitet als im vergangenen Jahr." Da wurde er in der Endabrechnung mit einem Punkt Rückstand Zweiter hinter Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen. Eloquent wie ein Präsidentschaftskandidat im US-Wahlkampf formulierte Hamilton angeblich frei: "Das letzte Jahr war das beste meines Lebens, aber ich weiß: Es kann noch besser werden."

Eine Spitze gegen Fernando Alonso, mit dem er sich 2007 oft beharkt hatte, und der inzwischen verbittert zu Renault zurück ist, konnte auch er sich nicht verkneifen. Mit Kovalainen, so Hamilton, sei "das Team stärker geworden". Dafür, dass so hohe Gäste anwesend waren, ging es reichlich gemein zu. Beim nächsten Tanz ums glänzende Auto dürfte es an gleicher Stelle friedlicher werden: Der ist Ende Februar geplant. Dann wird der verdiente Mercedes-Rennfahrer Hans Herrmann 80.

Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2

  1. Ein Bohei wie bei Bertha Benz
  2. Sie lesen jetzt Ein Bohei wie bei Bertha Benz
Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: "Ich war nie schuld. Nie. Nie. Nie."

Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...

(SZ vom 08.01.2008)