Ein früherer Angestellter hatte dem McLaren-Boss Ron Dennis eine Abneigung gegen Schwule und Araber unterstellt. Jetzt entschuldigte er sich öffentlich.

Ron Dennis hat vor dem Arbeitsgericht in Southampton einen Sieg errungen. Sein früherer Angestellter Peter Boland nahm die Behauptung zurück, der McLaren-Chef habe eine Abneigung gegen Schwule und Araber. "Ich entschuldige mich dafür, Herrn Dennis und das Gericht mit unzutreffenden Anschuldigungen aufgehalten zu haben", sagte Boland.

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McLaren-Chef Ron Dennis: "Dieses Verfahren war verletzend, ärgerlich und unnötig." (© Foto: Getty)

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Boland hatte bis 2007 als Stewart in Dennis' Privatjet gearbeitet und war nach fünfjähriger Tätigkeit entlassen worden. Er behauptete, seine Entlassung habe mit dem Gerücht zu tun gehabt, er sei homosexuell. Boland verbreitete außerdem vermeintliche Dennis-Aussagen, aus denen sich eine Antipathie gegen Araber ableiten ließen. So habe Dennis nach einer Reise in den Nahen Osten gesagt, er müsse sich die Hände waschen, weil er den ganzen Tag Arabern die Hände geschüttelt habe.

Vor dem Arbeitsgericht in Southhampton sagte der beschuldigte McLaren-Chef, er wasche sich regelmäßig die Hände, weil er einen übertriebenen Hang zur Hygiene habe. Als unhaltbar erwies sich der Vorwurf, Dennis habe Vorbehalte gegenüber Schwulen: Bolands Nachfolger an Bord des Privatjets bekennt sich laut einem Bericht der englischen Tageszeitung The Independent offen dazu, homosexuell zu sein. Dennis selbst habe den Mann eingestellt.

Snowboard sorgt für Ärger

Zur Entlassung seines Angestellten sagte Dennis, Boland sei während des Dienstes eingeschlafen und habe sich gegenüber Fluggästen ungebührlich verhalten. So habe er im Gespräch mit einem Mitglied der königlichen Familie von Bahrein "Grunzlaute" benutzt.

Es habe ihn außerdem "verrückt gemacht", dass Boland sein eigenes Snowboard im Frachtraum des Flugzeugs transportiert hätte. Die Fluggäste seien deshalb gezwungen gewesen, ihr Gepäck mit in die Kabine zu nehmen.

"Dieses Gerichtsverfahren war verletzend, ärgerlich und unnötig", sagte Dennis. Die Anschuldigungen seien "gleichbedeutend mit einer Erpressung" gewesen. Boland hatte wegen der vermeintlich ungerechtfertigten Kündigung eine Zahlung von 100.000 Pfund verlangt. Nachdem er sich entschuldigt hatte, kündigte er an, seinen Mercedes-Firmenwagen zurückzugeben, der ebenfalls Gegenstand des Verfahrens war.

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(sueddeutsche.de/mikö)